|

Everest und Co.: Die Gipfelwelle rollt an

Everest Western Cwm
Das Western Cwm, das "Tal des Schweigens" - links der Bildmitte der Everest, rechts davon der Lhotse, der Nuptse liegt noch weiter rechts

In den kommenden Tagen wird es auf der Normalroute zum Gipfel des Mount Everest voll werden. Die meisten kommerziellen Teams sind aufgebrochen, um das Schönwetterfenster zu nutzen, das in den kommenden Tagen erwartet wird. Dass es zu Staus an den Schlüsselstellen kommen wird, ist vorprogrammiert.

Schließlich hat das nepalesische Tourismusministerium (Stand 15. Mai) die Rekordzahl von 494 Everest-Permits für ausländische Bergsteigerinnen und Bergsteiger ausgestellt. Dazu kommen 143 für den benachbarten 8516 Meter hohen Lhotse und 56 für den 7855 Meter hohen Nuptse, der ebenfalls im Hufeisen um das sogenannte Western Qwm liegt, das „Tal des Schweigens“.

Fixseilteams an Lhotse und Nuptse vor Gipfel

In der Regel kommen auf jeden ausländischen Kunden zwei nepalesische Helfer. Es werden in den nächsten Tagen also Hunderte unterwegs zu ihren Gipfelversuchen sein. Am Everest ist die Route – wie berichtet – seit diesem Mittwoch bis zum höchsten Punkt auf 8849 Metern mit Seilen gesichert.

Am Lhotse wird das Fixseilteam voraussichtlich am morgigen Sonntag den Gipfel erreichen und damit offiziell die Route für die kommerziellen Teams freigeben. Am Nuptse wird ebenfalls am Sonntag der erste Gipfelerfolg der Frühjahrssaison erwartet.

Kristin Harila ohne Atemmaske am Nuptse

Zu denen, die heute am Nuptse Lager 3 auf 6850 Metern erreichten, gehörte auch Kristin Harila. Die 40 Jahre alte Norwegerin hat sich vorgenommen, in diesem Frühjahr Everest, Lhotse und Nuptse ohne Flaschensauerstoff zu besteigen.

Tenjen Lama Sherpa (l.) und Kristin Harila (r.) im Juli 2023
Tenjen Lama Sherpa (l.) und Kristin Harila (r.) im Juli 2023

Harila hatte 2023 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie zusammen mit ihrem nepalesischen Bergführer Tenjen „Lama“ Sherpa innerhalb von nur 92 Tagen alle 14 Achttausender bestiegen hatte – mit Atemmaske und mit Unterstützung starker Sherpa-Teams. Tenjen Lama war im Herbst desselben Jahres bei einem Lawinenunglück am Achttausender Shishapangma in Tibet ums Leben gekommen.