Mingma „David“ Sherpa: Nur die Shishapangma fehlt noch

Mingma Gyabu („David“) Sherpa

Ausgerechnet die Shishapangma. Der niedrigste der 14 Achttausender ist nicht nur einer der noch drei Gipfel, die dem Nepalesen Nirmal „Nims“ Purja fehlen, um sein „Project Possible“ – alle 14 Achttausender in sieben Monaten – erfolgreich abzuschließen. Auch einer seiner treuen Helfer, Mingma Gyabu Sherpa, will in diesem Herbst unbedingt auf den 8027 Meter hohen Berg in Tibet steigen. Im Erfolgsfall hätte Mingma „David“, wie er sich selbst auch nennt, die 14 Achttausender komplett. Doch nach wie vor ist ungewiss, ob die chinesisch-tibetischen Behörden wirklich eine Ausnahme für Nims‘ Team machen. Wie berichtet, sollen in der anstehenden Herbstsaison angeblich keine Permits für die Shishapangma ausgestellt werden. In diesem Fall bliebe der Berg gesperrt.

Sechsmal auf dem Mount Everest

Auf dem Gipfel des Kangchendzönga

Bei sieben der bisher elf Achttausender-Besteigungen Purjas seit vergangenem April stand Mingma David mit am Gipfel: in Nepal auf der Annapurna, dem Dhaulagiri und dem Kangchendzönga, in Pakistan auf dem Nanga Parbat, Gasherbrum I und II sowie dem Broad Peak. Die anderen Achttausender mit Ausnahme der Shishapangma hatte der 30-Jährige bereits zuvor bestiegen, teilweise mehrfach: sechsmal den Mount Everest (2010/11/12/13/17/18), zweimal den K2 (2014/18), dreimal den Manaslu (2012/15/18) sowie je einmal den Cho Oyu (2011), Makalu (2014) und den Lhotse (2018).

„Sherpa des Jahres 2019“

Zusammen erfolgreich: Mingma David mit Nirmal Purja (r.)

Mingma Gyabu Sherpa wurde 1989 in Taplejung geboren, nicht weit entfernt vom Kangchendzönga, dem dritthöchsten Berg der Welt. 2008 begann er seine Karriere im Bergtourismus. Er arbeitete sich hoch bis zum Expeditionsleiter. Als solcher arbeitet er auch für den Veranstalter „Elite Himalayan Adventures“, den der frühere britische Gurkha-Soldat Nirmal Purja gegründet hat. Mingma David ist zudem ein erfahrener Bergretter, der nach eigenen Worten schon mehr als 100 in Not geratene Bergsteiger erfolgreich vom Berg gebracht hat, unter anderem vom Everest. Im vergangenen Januar – also noch vor Beginn des „Project Possible“ – zeichnete der Verband der asiatischen Bergsteigerverbände (UAAA) Mingma David für seine herausragenden Leistungen als „Sherpa des Jahres“ aus.

Cho Oyu über die Südseite?

Nepalesische Südseite des Cho Oyu

Seinem „Chef“ Nirmal Purja fehlen für sein Projekt neben der Shishapangma nur noch der Cho Oyu und der Manaslu. Den in letztgenannten Achttausender, der in Nepal liegt, kann das Team ohne bürokratische Hürden angehen. Den Cho Oyu jedoch wollen die chinesisch-tibetischen Behörden wohl nur bis zum 1. Oktober offen lassen. Angeblich denken Nims und Co. darüber nach, den Berg über die sehr viel schwierigere nepalesische Südseite zu besteigen.

Der erste Erfolg über diese Seite gelang im Herbst 1978 den beiden Österreichern Eduard Koblmüller und Alois Furtner, die (ohne Permit) durch die Südostwand stiegen. Bis heute wurde diese Route nie wiederholt. Die letzte erfolgreiche Besteigung des Cho Oyu von Nepal aus liegt zehn Jahre zurück: Im Frühjahr 2009 eröffneten die beiden Kasachen Denis Urubko und Boris Dedeshko eine neue Route durch die Südwand.

An der Shishapangma gibt es für Nirmal Purja und Mingma David Sherpa keine Möglichkeit, auf legale Weise die chinesisch-tibetischen Behörden zu umgehen. Der Achttausender ist der einzige, der komplett in Tibet liegt – auch wenn die Südwand nur rund fünf Kilometer Luftlinie von der nepalesischen Grenze entfernt ist.

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