Nirmal Purja komplettiert Achttausender in sechs Monaten

Nirmal Purja: „Mission erfüllt“

Nims hat es geschafft. „Mission erfüllt“, ließ Nirmal, genannt „Nims“ Purja heute wissen, nachdem er sein „Project Possible“-Team heute nach eigenen Angaben den 8027 Meter hohen Gipfel der Shishapangma in Tibet erreicht hatteb. Damit hat der 36 Jahre alte frühere Soldat des britischen Gurkha-Regiments sein Vorhaben erfolgreich abgeschlossen, alle 14 Achttausender in sieben Monaten zu besteigen. Er war sogar schneller als geplant. Von seinem ersten Achttausender-Erfolg an der Annapurna am 23. April bis zu jenem an der Shishapangma vergingen nur sechs Monate und sechs Tage. Zum Vergleich: Der bisher schnellste Achttausender-Sammler, der Südkoreaner Kim Chang-ho, hatte sieben Jahre, zehn Monate und sechs Tage benötigt.

Auch alle finanziellen Hürden genommen

Nirmal Purja auf dem Gipfel des Kangchendzönga

Als Nims sein Projekt im vergangenen Jahr vorstellte, hielten es viele für einen PR-Gag. Wie sollte das gehen? Allein die logistischen Probleme erschienen unüberwindbar. Und dann erst die Finanzierung. Um überhaupt loslegen zu können, nahm Purja auf sein Haus eine zweite Hypothek auf und steckte das Geld in sein Projekt. Händeringend suchte er nach Sponsoren. An mehreren Achttausendern führte er zahlende Kunden auf den Gipfel, damit ihm das Geld nicht ausging. Das war der Fall, nachdem er im Frühjahr die ersten sechs Achttausender in Nepal „abgehakt“ hatte. 150.000 britische Pfund (168.000 Euro) fehlten ihm damals. Doch irgendwie kratzte er das Geld doch noch zusammen. 

Chinesisch-tibetische Behörden gewährten Sonderpermit

Deutlich später als geplant reiste Nims nach Pakistan und bestieg innerhalb von drei Wochen die dort gelegenen fünf Achttausender. Und auch die dritte Phase im Herbst gestaltete sich anfangs schwierig. Vor allem die beiden in Tibet gelegenen Achttausender Cho Oyu und Shishapangma bereiteten ihm Bauchschmerzen. Die chinesisch-tibetischen Behörden verlangten, dass alle Expeditionen den Cho Oyu bereits am 1. Oktober verlassen haben mussten, die Shishapangma sperrten sie zunächst komplett. Offenbar wollten sie keine ausländischen Zuschauer, sollte es während der Festwoche zur Staatsgründung vor 70 Jahren in Tibet Unruhen geben.

Nims bestieg Cho Oyu und Manaslu innerhalb von vier Tagen. Dann begann das Warten. Für viele überraschend zeigten sich die Behörden in Tibet schließlich gnädig und gewährten Purja ein Sonderpermit für die Shishapangma – die nepalesische Regierung und viele aus der Bergsteiger-Szene hatten an die Chinesen appelliert, über den eigenen Schatten zu springen. Und Nims nutzte seine Chance – um sein Projekt abzuschließen.

An vier Rettungsaktionen beteiligt

Im nächsten Guinnessbuch der Rekorde wird Purja gleich mehrmals auftauchen. Nicht nur als schnellster 8000er-Sammler. So stand er innerhalb von nur 48,5 Stunden auf den Gipfeln von Mount Everest, Lhotse und Makalu. Am Dhaulagiri gelang ihm und seinen Mitstreitern trotz widriger Wetterbedingungen der einzige Gipfelerfolg der Frühjahrssaison. Und auch am K 2 brach er den Gipfelbann, nachdem viele Expeditionsteams bereits abgereist waren. Zwei Tage später stand er auf dem Broad Peak. Außerdem waren Nims und seine wechselnden Teams an vier Achttausender-Rettungsaktionen beteiligt.

Mingma David Sherpa macht 14 Achttausender voll

Nims (3.v.r.) und sein Team an der Shishapangma

Nirmal Purja flog, wo es möglich war, mit dem Hubschrauber von Basislager zu Basislager, nutzte ab 7500 Metern Flaschensauerstoff, stieg auf den Normalrouten auf, die häufig schon präpariert waren, und er hatte starke Partner um sich herum. Ohne sein Team hätte er es nicht geschafft. So war Mingma David Sherpa an acht Achttausender-Erfolgen beteiligt. Der 30-Jährige vervollständigte an der Shishapangma ebenfalls seine Achttausender-Sammlung. Auch Geljen Sherpa war bei acht Aufstiegen dabei, Gesman Tamang bei sieben. Nims und Co. haben gezeigt, was mit Flaschensauerstoff und einem starken Team auf den Normalrouten möglich ist – und natürlich mit jeder Menge Entschlossenheit.

Chapeau, Nims und Co.!

„Wir sind nur mit positiver Einstellung so weit gekommen, mit diesem Willen, dafür zu sorgen, dass Dinge wirklich geschehen, mit einer gehörigen Portion Humor, Demut und dem Faktor Disziplin, an die wir uns halten mussten“, schrieb Nims bereits, als er 13 der 14 Achttausender bestiegen hatte. Und er versprach: „Glaubt mir Freunde, das ist erst der Anfang.“

An diesen Tagen stand Nirmal Purja auf den Gipfeln der 14 Achttausender:

Annapurna – 23. April, Dhaulagiri – 12. Mai, Kangchendzönga – 15. Mai, Mount Everest – 22. Mai, Lhotse – 22. Mai, Makalu – 24. Mai, Nanga Parbat – 3. Juli, Gasherbrum I – 15. Juli, Gasherbrum II – 18. Juli, K2 – 24. Juli, Broad Peak – 26. Juli, Cho Oyu – 23. September, Manaslu – 27. September, Shishapangma – 29. Oktober.

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