Sommertrubel am K 2?

K 2

Peu a peu treffen die Expeditionsteams im Norden Pakistans ein, die sich in diesem Sommer an den Bergriesen des Landes versuchen wollen. Laut US-Bergblogger Alan Arnette hat die Regierung in Islamabad bislang knapp 400 Permits ausgestellt, alleine 164 für die pakistanische Südseite des K 2, des zweithöchsten Bergs der Erde. Zum Vergleich: Die chinesischen Behörden vergaben in der vergangenen Frühjahrssaison für die Nordseite des Mount Everest 142 Permits.

Ein K2-Permit für ein fünfköpfiges Expeditionsteam kostet 12.000 Dollar, also 2400 Dollar pro Person. Für jeden weiteren Bergsteiger werden 3000 Dollar fällig. Im Vergleich zum Everest ist das fast ein Schnäppchen: Sowohl auf der nepalesischen Südseite als auch auf der tibetischen Nordseite zahlt man 11.000 Dollar pro Nase, in Tibet ist darin eine Müllsammelgebühr von 1500 Dollar enthalten.

„Bald Probleme“ 

Blick auf den K 2 vom Basislager aus

Im Sommer 2018 hatten es 62 Bergsteiger auf den Gipfel des K 2 geschafft, so viele wie noch niemals zuvor in einem Jahr. Und auch diesmal dürfte es angesichts der hohen Zahl an Permits wieder voll werden, speziell auf der Normalroute über den Südostgrat, den Weg der italienischen Erstbesteiger Lino Lacedelli und Achille Compagnoni im Juli 1954.

„Alleine schon wegen der kaum verfügbaren guten Lagerplätze in den Lagern 1 bis 3 verträgt der K 2-Normalweg über den Abruzzensporn nur eine begrenzte Anzahl von Teams“, sagte mir kürzlich der österreichische Expeditionsleiter Lukas Furtenbach. „Ich denke, hier werden wir bald Probleme sehen.“ Der K 2 war und ist schließlich ein gefährlicher Berg. Auf 379 Gipfelerfolge kommen 85 Todesfälle.

Rund ein Dutzend Teams

Herbert Hellmuth in Skardu

Furtenbach Adventures ist einer von rund einem Dutzend Expeditionsveranstaltern, die mit Teams am K 2 vertreten sein werden. Mit dabei ist auch der nepalesische Anbieter Seven Summit Treks, der mit 14 Bergsteigern und 17 Sherpas eine der größten Mannschaften stellt. Zu den Teammitgliedern gehört der Deutsche Herbert Hellmuth, der sich zum dritten Mal nach 2015 und 2016 am K 2 versucht. Damals hatte er jeweils auf gut 7000 Metern umkehren müssen. Der 50-Jährige aus Bamberg hat bisher drei Achttausender besteigen: den Manaslu (2011), den Mount Everest (2013) und den Kangchendzönga (2018). Ebenfalls mit im Seven-Summits-Team ist der Österreicher Hans Wenzl. Der 48-Jährige hat bereits acht Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestiegen, zuletzt 2017 den Mount Everest.

Rousseau und Allen

Rick Allen (r.) und Louis Rousseau (2. v.r.) – 2017 mit Adam Bielecki und Felix Berg

Auch einige in der Szene bekanntere Bergsteiger finden sich auf der Liste der K 2-Gipfelanwärter. Etwa der Kanadier Louis Rousseau, der 2009 eine neue Route am Nanga Parbat eröffnete und anschließend am K 2 bis auf eine Höhe von 8320 Metern gelangte. Der 42-Jährige ist mit seinem Freund Rick Allen unterwegs, dem 65 Jahre alten Routinier aus Schottland. Rick war im vergangenen Jahr nach einem Solo-Gipfelversuch am benachbarten Broad Peak auf über 7000 Meter Höhe in Bergnot geraten. Er wurde gerettet, nachdem er mit einer Drohne gesichtet und seine genaue Position bestimmt worden war.

2012 hatte Allen mit seinem britischen Landsmann Sandy Allan für einen Paukenschlag gesorgt. Damals hatten die beiden als Erste den Gipfel des Nanga Parbat über den rund zehn Kilometer langen Mazeno-Grat erreicht. 18 Tage lang hatten sich Allan und Allen damals in sehr großer Höhe aufgehalten. Für ihren Coup waren sie 2013 mit dem Piolet d’Or geehrt worden, dem „Oscar  der Bergsteiger“.

Mike Horns dritter Versuch

Mike Horn auf dem Gipfel des Makalu

Zum dritten Mal geht der südafrikanische Abenteurer Mike Horn den K 2 an. Bei seinem letzten Versuch 2015 war er auf über 7000 Metern umgekehrt. Mike, der seit langem in der Schweiz lebt, ist mit dem Schweizer Fred Roux unterwegs. Horn hat bisher vier Achttausender bestiegen: Gasherbrum I und II (2007), Broad Peak (2010) und Makalu (2014). Im Sommer 2018 scheiterte er wegen schlechten Wettes am Nanga Parbat.

Der 52-Jährige ist ein sehr vielseitiger Abenteurer. So wanderte und schwamm er 1997 allein von der Quelle bis zur Mündung des Amazonas, rund 7000 Kilometer in 171 Tagen. 2006 gelangte Horn mit dem Norweger Børge Ousland mit Skiern und Schlitten zum Nordpol – mitten in der Polarnacht

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3 Antworten auf „Sommertrubel am K 2?“

  1. Bitte Bericht korrigieren
    Mike Horn war 2015 auf der Cesen Route etwas über C2 7.300m
    Und ich war nach 2015 auch 2016 am K2, bis camp 3
    Danke
    Grüsse aus Skardu
    Herbert Hellmuth

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