Das Schönwetterfenster steht nur kurz offen. Doch Denis Urubko und Don Bowie wollen die Gelegenheit nutzen, um zum 8051 Meter hohen Gipfel des Broad Peak im Karakorum zu „fensterln“. Wie Urubko auf Facebook verlauten ließ, brachen der frühere Kasache, der inzwischen einen polnischen und einen russischen Pass hat, und sein kanadischer Teamgefährte heute vom Basislager auf. Die beiden stiegen in einem Zug bis Lager 2 auf rund 6400 Metern auf. Morgen wollen der 46 Jahre alte Denis und der 50 Jahre alte Don nach Lager 3 auf 7000 Metern weiterklettern, um dann am Freitag den höchsten Punkt zu erreichen.
„Gipfelversuch am Broad Peak, K2-Expedition abgebrochen“ weiterlesenGipfelversuch am Broad Peak abgebrochen
Auf 7650 Metern war Schluss. Denis Urubko beendete den ersten Gipfelversuch der Winterexpedition am 8051 Meter hohen Broad Peak und kehrte um. „Keine Seile und eine Menge Gletscherspalten“, ließ der 46-Jährige via Facebook wissen. „Zu müde um zu spuren, zu riskant, nicht genügend Zeit. Aber eine gute Akklimatisation. Jetzt trinken wir Tee in Lager drei, morgen hinunter ins Basislager.“ Das klang fast, als wäre Denis heute die ganze Zeit über mit seinen Expeditionsgefährten Don Bowie und Lotta Hintsa unterwegs gewesen. Doch Urubko stieg alleine nach oben.
„Gipfelversuch am Broad Peak abgebrochen“ weiterlesenAlex Txikon auf dem Gipfel der Ama Dablam
Der Everest kann kommen. Der Spanier Alex Txikon erreichte heute um 10.15 Uhr Ortszeit mit seinem Landsmann Jonatan Garcia und den Nepalesen Pasang Sherpa, Cheppal Sherpa und Kalden Sherpa den 6814 Meter hohen Gipfel der formschönen Ama Dablam (s. Video unten). „Es war ein harter Anstieg“, berichtete der 38-Jährige vom höchsten Punkt aus. „Der Wind hat uns auf dem ganzen Weg nach oben hart getroffen, aber hier sind wir, wir fünf ganz oben! Jetzt werden wir vorsichtig absteigen.“ Inzwischen sind die fünf Bergsteiger wieder wohlbehalten ins Basislager zurückgekehrt.
„Alex Txikon auf dem Gipfel der Ama Dablam“ weiterlesenMoro und Lunger beenden Gasherbrum-Winterexpedition
Nach einem Spaltensturz Simone Moros am Gasherbrum I haben der Italiener und seine Südtiroler Kletterpartnerin Tamara Lunger ihre Expedition abgebrochen. „Die Winterexpedition von Simone und Tamara zu Gasherbrum I und II endet hier“, teilte Moros Managerin Marianna Zanatta mit. „Bei uns geht es noch drunter und drüber, aber das Glück herrscht vor, dass beide wohlauf sind.“
Hand abgeschnürt
Voller Energie und mit großer Zuversicht waren Moro und Lunger am Samstag vom Basislager aus aufgebrochen. Nach zehn Tagen harter Arbeit hatten sie sich einen Weg durch den Eisbruch zu Füßen des Gasherbrum I gebahnt und wollten, wenn es die Verhältnisse zuließen, das geplante Lager 1 auf knapp 6000 Metern überspringen und gleich nach Lager 2 auf 6400 Metern aufsteigen.
„Moro und Lunger beenden Gasherbrum-Winterexpedition“ weiterlesenEverest-Winterexpedition: Kobusch erreicht Lho La
Jost Kobusch hat sein erstes Etappenziel geschafft. Laut seinem GPS-Tracker erreichte der 27 Jahre alte deutsche Bergsteiger heute den 6006 Meter hohen Lho La, einen Pass auf der Grenze zwischen Nepal und Tibet. Der Lho La ist der niedrigste Punkt des Everest-Westgrats, über den Jost nach eigenen Worten im Alleingang aufsteigen will.
Das „100 Prozent arschkalte“ (Jost), aber sonnige Wetter, das derzeit am höchsten Berg der Erde herrscht, soll sich zwar in der kommenden Woche halten. Doch die Meteorologen sagen ab Sonntagabend für den Gipfelbereich des Mount Everest Stürme in Orkanstärke voraus. Auf einer Höhe von 7000 Metern werden Windgeschwindigkeiten von immerhin noch 80 Stundenkilometern erwartet – alles andere als gute Voraussetzungen für einen Aufstieg über den exponierten Westgrat.
„Everest-Winterexpedition: Kobusch erreicht Lho La“ weiterlesenMingma Gyalje Sherpa: „Ich versuche den K2 ohne Flaschensauerstoff“
Die K2-Winterexpedition ist in den Startlöchern. Als letztes der sieben Teammitglieder wird an diesem Mittwoch Expeditionsleiter Mingma Gyalje Sherpa in Islamabad erwartet. Der Nepalese hat 13 der 14 Achttausender bestiegen, nur die Shishapangma fehlt noch in seiner Sammlung. Vor seiner Abreise nach Pakistan hat der 33 Jahre alte Nepalese meine Fragen beantwortet, die ich ihm vor einiger Zeit geschickt hatte.
Mingma, du hast den K2 schon zweimal bestiegen. Warum willst du es jetzt im Winter versuchen?
Zum Glück oder leider ist der K2 der einzige Achttausender, der im Winter noch unbestiegen ist. Und ich wünsche mir wirklich, dass auch nepalesische Bergsteiger in der Liste der Wintererstbesteigungen auftauchen. Ich schäme mich, darauf hinweisen zu müssen, dass acht der 14 Achttausender-Gipfel bei uns in Nepal liegen, aber kein Nepalese unter den Wintererstbesteigern ist.
Es hat viele Versuche gegeben, den K2 im Winter zu besteigen, alle sind bisher gescheitert. Was macht dich optimistisch, dass ihr es schaffen könnt?
„Mingma Gyalje Sherpa: „Ich versuche den K2 ohne Flaschensauerstoff““ weiterlesenWinterbergsteigen und –modeln am Broad Peak
Einer ersten Winter-Hochlagernacht steht nichts mehr im Wege für Denis Urubko, Don Bowie und Lotta Hintsa bei ihrer Winterexpedition am -Achttausender Broad Peak im Karakorum in Pakistan. Denis und Don stiegen gestern erstmals nach Lager 1 auf 5800 Metern auf.
„Die von uns gewählte Route tanzt auf einem schmalen Grat zwischen abscheulichen Schneebrettern, die jederzeit niedergehen können, und knallhartem blauem Eis“, schrieb Don auf Instagram. „Im Sommer ist diese Passage recht einfach und geradlinig. Im Winter aber ist der Schnee weggeblasen, zurück bleiben Blankeis und loser Fels sowie instabile Schneeverwehungen.“ Bowie freute sich über die „gar nicht so schlechte Zeit“ von vier Stunden, die er und Urubko für den Anstieg benötigt hätten – auch vor dem Hintergrund, dass er sich in den vergangenen drei Wochen mit Krankheiten habe herumschlagen müssen.
„Winterbergsteigen und –modeln am Broad Peak“ weiterlesen8000er-Winterexpeditionen: Schon oder noch nicht im Basislager
Das Jahr kippt ins nächste. Höchste Zeit, noch einmal einen kurzen Blick auf die 8000er-Winterexpeditionen zu werfen, die uns Anfang 2020 in Atem halten werden. Der gebürtige Kasache Denis Urubko, inzwischen Russe mit polnischem Pass (oder Pole mit russischem), der Kanadier Don Bowie und die Finnin Lotta Hintsa haben ihr Basislager am Broad Peak bezogen. Alle drei kämpften während des Trekkings über den Baltoro-Gletscher mit Krankheiten und mussten Antibiotika schlucken. Offenbar haben sie aber das Schlimmste hinter sich. Denis und Lotta legten ein erstes Materialdepot auf 5100 Metern an. „Wir versuchen jetzt, auch unser letztes Teammitglied Don Bowie in den Kampfmodus zu bekommen“, schrieb Lotta gestern auf Instagram. „Heute war der erste Tag, an dem sich meine Lungen frei anfühlten“, ließ Don am vergangenen Samstag wissen. „In ein paar Tagen sollte ich bereit sein zu klettern.“
„8000er-Winterexpeditionen: Schon oder noch nicht im Basislager“ weiterlesen8000er-Winterexpeditionen laufen an
Die Zeit der Meinungs- verschiedenheiten ist vorbei. Zumindest in Sachen Winterbesteigung auf der Nordhälfte der Erde. Mit diesem Sonntag haben nämlich die gut zwei Monate begonnen, in denen der meteorologische Winter (1. Dezember bis 29. Februar) und der kalendarische (22. Dezember bis 31. März) überlappen. Sollte bis Ende Februar ein Gipfelerfolg gelingen, wird er überall und von jedem als Winterbesteigung notiert. Bei einem späteren Termin gibt es einige (wenige) wie Denis Urubko, die meckern. Für den gebürtigen Kasachen, der inzwischen einen russischen und einen polnischen Pass hat, ist das Klima entscheidend, nicht der Kalender. Im März sei es von der Temperatur und den Verhältnissen weniger Winter als im Dezember, argumentiert Denis: „In diesem Zusammenhang ist das „astronomische“ Jahr nur eine nackte Abstraktion, die mit den Gegebenheiten auf der Erde nicht wirklich etwas zu tun hat.“
„8000er-Winterexpeditionen laufen an“ weiterlesenLaufsteg Everest
Einmal mehr soll der Mount Everest für einen Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“ herhalten. Wenn alles läuft wie geplant, wird am 25. Januar auf dem 5643 Meter hohen Kala Patthar, einem Aussichtsberg vis-à-vis dem Everest, die „höchste Modeschau“ der Welt veranstaltet.
Beim „Mount Everest Fashion Runway“ sollen 15 weibliche und männliche Models aus aller Welt, fünf davon aus Nepal, die Winterkollektion eines einheimischen Mode-Labels präsentieren. Damit die Models nicht höhenkrank werden, sollen sie mit fachkundiger Begleitung durch das Khumbu-Gebiet trekken, um sich in aller Ruhe zu akklimatisieren. „Das Sherpa-Team, das den Weg weisen soll, besteht aus Einheimischen. Sie kennen jeden Winkel des Khumbu“, sagte Dawa Steven Sherpa, Chef des Expeditions- und Trekkingveranstalters „Asian Trekking“, der das Projekt in Kathmandu mit vorstellte. Der „Mount Everest Fashion Runway“ ist eine jener Aktionen, von denen sich die nepalesische Regierung im Rahmen ihrer PR-Kampagne „Visit Nepal 2020“ weltweit positive Schlagzeilen erhofft.
„Laufsteg Everest“ weiterlesenWie viele 8000er-Winterexpeditionen bleiben übrig?
Der meteorologische Winter hat begonnen, der kalendarische steht vor der Tür. Und doch ist noch immer nicht ganz klar, wie viele Achttausender-Winterexpeditionen in dieser kalten Jahreszeit wirklich zustande kommen. Die bereits im September angekündigte Expedition von Mingma Gyalje Sherpa (Nepal), John Snorri Sigurjonsson (Island) und Gao Li (China) zum K2, dem einzigen noch nicht im Winter bestiegenen Achttausender, steht wegen finanzieller Probleme auf der Kippe. „Wir haben unser Geld zusammengelegt, alles durchkalkuliert und festgestellt, dass es nicht reicht“, schreibt Mingma auf Facebook. „Weil es sich um Winterbergsteigen handelt, gibt es riesige versteckte Kosten.“ Der 33-Jährige, der den K2 bereits zweimal im Sommer bestieg, hat eine Crowdfunding-Aktion (hier klicken) gestartet, um über Internetspenden die offenkundig noch fehlende Summe von 75.000 US-Dollar hereinzuholen.
„Wie viele 8000er-Winterexpeditionen bleiben übrig?“ weiterlesenUrubko: Solobesteigung des Gasherbrum II
„Denis hat es geschafft. Er ist bereits in Lager 1. Heute Abend wird er wieder im Basislager sein.“ Mit dieser Botschaft sorgte die spanische Kletterin Maria „Pipi“ Cardell heute für Aufatmen in der Szene. Am Mittwochabend war Denis Urubko aus Lager 1 auf rund 5900 Meter aufgebrochen, um den 8034 Meter hohen Berg im Alleingang, ohne Flaschensauerstoff, auf einer neuen Route zu besteigen und dann über die Normalroute wieder abzusteigen. Urubko hatte, um mit möglichst wenig Gepäck unterwegs sein zu können, in einem Zug auf- und absteigen wollen, ohne Biwak. Seitdem hatte man nichts mehr gehört von dem 46-Jährigen gebürtigen Kasachen, der inzwischen einen russischen und einen polnischen Pass hat.
„Urubko: Solobesteigung des Gasherbrum II“ weiterlesenFrancesco Cassardo vom Gasherbrum VII gerettet

Happy End der dramatischen Rettungsaktion am Gasherbrum VII: Heute Morgen Ortszeit in Pakistan landete endlich ein pakistanischer Rettungshubschrauber nahe Lager 1 auf rund 5910 Metern, um den schwer verletzten italienischen Bergsteiger Francesco Cassardo aufzunehmen und nach Skardu zu fliegen. Dort wird er jetzt in einem Krankenhaus behandelt. Nachdem Cassardo mit seinem Landsmann Cala Cimenti am Samstag bis 150 Meter unter den Gipfel aufgestiegen war (nur Cala erreichte später den höchsten Punkt und schaffte damit die Erstbesteigung des 6955 Meter hohen Gasherbrum VII – siehe Update unten), war der 30-Jährige beim Abstieg rund 450 Meter tief abgestürzt. Sein Leben hing am seidenen Faden. Wie berichtet, hatte sich der Einsatz eines Rettungshubschraubers aus bürokratischen Gründen verzögert.
„Francesco Cassardo vom Gasherbrum VII gerettet“ weiterlesenGasherbrum VII: Wo zum Teufel bleibt der Rettungshubschrauber?
Es grenzt schon beinahe an ein Wunder, dass der italienische Bergsteiger Francesco Cassardo überhaupt noch lebt. Nach der Erstbesteigung des 6955 Meter hohen Gasherbrum VII im Karakorum – gemeinsam mit seinem Landsmann Cala Cimenti – stürzte der 30-Jährige am gestrigen Samstag – wie berichtet – rund 500 Meter tief ab. Cala, der mit Skiern vom Gipfel abgefahren war, stieg zum schwer verletzten Francesco auf und schlug umgehend Alarm. Erst hieß es, die pakistanischen Behörden hätten grünes Licht für den Einsatz eines Rettungshubschraubers gegeben, der am Sonntag direkt nach Sonnenaufgang starten würde.
Cimenti stieg nach Lager 1 ab und holte die nötige Ausrüstung, um an der Seite des verletzten Cassardo die Nacht zu verbringen. Cala stand per Satellitenverbindung in ständiger Verbindung mit der italienischen Heimat und wurde medizinisch beraten. Der verunglückte Francesco ist Arzt und somit selbst in der Lage, seinen Zustand zu bewerten. Laut Angaben seines Bruders hing Cassardos Leben in der Nacht am seidenen Faden.
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