Regierung Nepals will Everest-Todesfälle untersuchen

„Hätte man bei der Erschaffung der Welt eine Kommission eingesetzt, dann wäre sie heute noch nicht fertig.“ An diese Erkenntnis, die dem irischen Schriftsteller und Politiker George Bernhard Shaw (1856-1950) zugeschrieben wird, musste ich denke, als ich heute las, dass der nepalesische Ministerpräsident Khadga Prasad Sharma Oli eine fünfköpfige Everest-Kommission berufen hat. Sie solle die jüngsten Todesfälle am Mount Everest untersuchen und die bestehenden Richtlinien für die Besteigung des höchsten Bergs der Erde überprüfen, wurde der Generalsekretär der Tourismusbehörde, Dandu Raj Sharma, zitiert.

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Mr. Hong und seine Wand

Sung Taek Hong in einer Gompa im Khumbu-Gebiet

Er ist wieder da. Der Südkoreaner Sung Taek Hong hat erneut sein Basislager am Fuße der gewaltigen Lhotse-Südwand aufgeschlagen. Zum bereits sechsten Mal ist der 52-Jährige nach Nepal gereist, um sich an der 3300 Meter hohen, extrem anspruchsvollen Achttausender-Wand zu versuchen. Diesmal hat Hong ein internationales Team um sich geschart. Wie schon bei seinem letzten Versuch im Herbst 2017, gehört mit Jorge Egocheaga ein äußerst erfahrener Höhenbergsteiger dazu:  Der 50 Jahre alte Spanier hat bereits auf allen 14 Achttausendern gestanden. Lediglich am Everest nutzte er Flaschensauerstoff.

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Auf der Everest-Rekordspur

Kami Rita Sherpa

Der Weg ist bereit für die kommerziellen Expeditionen auf der nepalesischen Südseite des Mount  Everest. Die „Icefall Doctors“ melden Vollzug. Das Team aus acht auf ihre Aufgabe spezialisierten Sherpas hat die Route durch den gefährlichen Khumbu-Eisbruch bis hinauf nach Lager 2 auf rund 6400 Metern mit Fixseilen und Leitern gesichert. Die Gipfelanwärter können also kommen. Gewissermaßen en passant, nämlich bei der Arbeit, werden wohl einige Bergsteiger aus Nepal ihre Bestmarken noch einmal steigern. Kami Rita „Topke“ Sherpa wird mit einer Expedition des nepalesischen Veranstalter Seven Summit Treks unterwegs sein und – wenn alles nach Plan läuft – zum 23. Mal den höchsten Punkt der Erde auf 8850 Metern erreichen.

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Odyssee am Jannu endet glücklich

Gezeichnet von den Strapazen: Nylov (l.) und Golovchenko

Großes Aufatmen. Nach 18 (!) Tagen auf dem Siebentausender Jannu im Westen Nepals sind die beiden russischen Bergsteiger Dmitry Golovchenko und Sergey Nilov wohlbehalten zurückgekehrt. Ausgezehrt, aber glücklich wirken die beiden auf einem Bild, das über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde. Vor zweieinhalb Wochen waren Dmitry und Sergey in die Ostwand des 7710 Meter hohen Bergs nahe dem Achttausender Kangchendzönga eingestiegen. Sie wollten die äußerst schwierige, noch niemals komplett gemeisterte Wand erstmals bis zum Gipfel klettern. Der Dritte im Bunde, der Pole Marcin Tomaszweski, hatte sich nicht ausreichend akklimatisiert gefühlt und deswegen darauf verzichtet, in die Wand einzusteigen.

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Muhammad Ali Sadpara will auf den Makalu

Muhammad Ali Sadpara in Kathmandu

Das nennt man wohl eine klassische Win-win-Situation. Der nepalesische Expeditionsveranstalter „Seven Summit Treks“ profitiert davon, dass
Pakistans Top-Bergsteiger Muhammad Ali „Sadpara“ sein Sherpa-Team verstärkt, das die Fixseile am 8485 Meter hohen Makalu legt. Und der 43-Jährige selbst erhält so die Chance, den fünfthöchsten Berg der Erde in Nepal zu besteigen. Finanziell unterstützt wird der Bergsteiger bei diesem Projekt auch von der pakistanischen Armee. Für Muhammad, der sich seit Mittwoch in Nepal aufhält,  ist es der zweite Versuch am Makalu. Im Frühjahr 2016 hatte er bei schlechtem Wetter 150 Meter unter dem Gipfel umkehren müssen. Damals hatte er als Bergführer für die in Brasilien geboren US-Amerikanerin Cleo Weidlich gearbeitet.

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Neue Routen an Annapurna, Dhaulagiri und Everest?

Annapurna-Nordwestwand

Expeditionsgepäck stapelt sich in diesen Tagen am Flughafen der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Aus aller Welt treffen Bergsteiger in dem Himalayastaat ein, um sich in diesem Frühjahr am Everest oder einem anderen der hohen Berge Nepals zu versuchen. Das Tourismusministerium rechnet nach eigenen Angaben mit einer noch höheren Zahl an Bergsteigern als im vergangenen Jahr. 2018 hatte die Regierung im Frühjahr 768 Besteigungsgenehmigungen für ausländische Bergsteiger ausgestellt und dafür 412 Millionen Rupien (umgerechnet mehr als drei Millionen Euro) an Permit-Gebühren kassiert. Den Großteil  der Gipfelanwärter machen einmal mehr die Kunden der kommerziellen Expeditionen aus, die sich auf den Normalrouten tummeln werden. Doch es gibt auch Bergsteiger, die an den Achttausendern abseits der ausgetretenen Pfade Neuland betreten wollen – wie der 38 Jahre alte Deutsche Felix Berg und der 35 Jahre alte Pole Adam Bielecki an der Annapurna.

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Zähes Ringen am 7000er Jannu

Jannu-Ostwand (ursprünglich geplante Route in blau, aktuell rot)

Seit rund einer Woche kämpfen sich die russischen Bergsteiger Dmitry Golovchenko und Sergey Nilov durch die noch nie komplett durchstiegene Ostwand des 7710 Meter hohen Jannu im Osten Nepals. In den vergangenen drei Tagen sind die beiden wegen schlechten Wetters kaum noch weiterge-kommen. Heute verbrachten sie den ganzen Tag in ihrem Zelt auf gut 7000 Metern, unterhalb des Südostgrats. Ein halber Meter Neuschee sei gefallen, berichtet das Internetportal „Russian Climb“. Die Optionen seien: „Über die Franzosen-Route weiterklettern oder absteigen. Es schneit weiter. Die Sicht ist schlecht.“ Die Erstbesteiger des Jannu, die drei Franzosen Rene Desmaison, Paul Keller und Robert Paragot sowie der Nepalese Gyalzen Mitchung Sherpa, hatten im April 1962 den Gipfel über den Südostgrat erreicht.

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Dann lasse ich mich halt rausfliegen

Hubschrauber hebt vom Flugplatz Syangboche oberhalb von Namche Bazaar ab

In der anhaltenden Diskussion um den groß angelegten Versicherungsbetrug durch vermeintliche Hubschrauber-„Rettungsflüge“ in Nepal kommt meiner Meinung nach ein Aspekt zu kurz: So verwerflich die Machenschaften der in den Skandal verwickelten Trekkingagenturen, Guides und Krankenhäuser auch sind und bestraft werden müssen, so spielt doch auch die Einstellung vieler Trekkingtouristen und Bergsteiger eine Rolle, die sich per Helikopter ausfliegen lassen. Die Frage muss erlaubt sein: Wie bereitwillig ist eigentlich der eine oder andere vermeintliche Patient an Bord gegangen?

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Weiter Wirbel um Schummel-Rettungsflüge in Nepal

Rettungshubschrauber am Everest-Basislager

Der Skandal um angeblich getürkte Rettungsflüge in Nepal schlägt weiter Wellen. Ein Ultimatum des irischen Unternehmens Traveller Assist, das mehrere internationale Reiseversicherungsunter-nehmen vertritt, sorgte für helle Aufregung bei der Regierung in Kathmandu. In einem offenen Brief hatte Traveller Assist angekündigt, dass die von ihnen vertretenen Versicherungen vom 15. Februar an keine Policen mehr für Nepal-Reisen ausstellen würden, falls die Regierung nicht unverzüglich rechtliche Schritte gegen die in den Skandal verwickelten elf Firmen aus der Trekkingbranche und vier Krankenhäuser einleite. Nach einer Krisensitzung der Regierung verwahrte sich Tourismusminister Rabindra Adhikari. „Wir tun alles, um den Versicherungsbetrug niederzuschlagen“, sagte Adhikari der Zeitung „Nepali Times“ und verwies darauf, dass im vergangenen Jahr neue Regeln verfügt und eine Kommission eingesetzt worden seien, um dem illegalen Treiben ein Ende zu setzen. „Danach ist die Zahl der Hubschrauber-Rettungseinsätze gesunken, vor allem der unnötigen. Wir sind deshalb besorgt über die fortdauernden undichten Stellen gegenüber der internationalen Presse und den drohenden Ton dieses Briefs.“

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Winterexpeditionen: Warten auf Ende des Schneefalls

Iglus im K2-Basislager

Schlechtes Wetter zwingt die Bergsteiger der Winterexpeditionen an den Achttausendern K 2 und Nanga Parbat in Pakistan und am Manaslu in Nepal zur Untätigkeit. Das von Vassiliy Pivtsov angeführte Team aus Kasachstan, Russland und Kirgisien kehrte gestern ins K2-Basislager zurück, nachdem die sieben Bergsteiger nach eigenen Angaben auf der Route über den Abruzzi-Sporn bis auf eine Höhe von 6300 Metern Fixseile gelegt hatten. Die Mannschaft des Spaniers Alex Txikon stieg noch nicht auf, sondern baute im Basislager drei Iglus, in denen insgesamt zehn bis 14 Personen schlafen können. Alex war nach seiner ersten Iglu-Nacht begeistert.

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Nanga Parbat: Nardi und Co. in Lager 3

Daniele Nardi in Lager 3

Während die Winter-Expeditionsteams an den Achttausendern K 2 und Manaslu gerade erst ihre Basislager bezogen haben, sind der Italiener Daniele Nardi und seine drei Mitstreiter am Nanga Parbat schon deutlich weiter. Daniele stieg heute mit dem Briten Tom Ballard und den beiden pakistanischen Bergsteigern Rahmat Ullah Baig und Karim Hayat erneut nach Lager 3 auf 5700 Metern auf, direkt unterhalb der Mummery-Rippe. Vor fünf Tagen hatten die vier Bergsteiger dort ein Zelt deponiert und waren dann wieder ins Basislager abgestiegen.

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Winterexpeditionen gestartet

Alex Txikon (l.) und Simone Moro in Lhukla

Mehrere Winterexpedi-tionen im Himalaya und Karakorum sind in den ersten Tagen des Jahres angerollt. In Lhukla in Nepal trafen sich zwei der drei Wintererstbesteiger des Nanga Parbat von 2016, die diesmal unterschiedliche Ziele haben: Der Spanier Alex Txikon will sich am K 2 in Pakistan versuchen, dem letzten in der kalten Jahreszeit noch unbestiegenen Achttausender, den Italiener Simone Moro zieht es erneut zum Manaslu. An dem 8167 Meter hohen Berg im Westen Nepals war der 51-Jährige 2015 mit der Südtirolerin Tamara Lunger an den gewaltigen Schneemassen jenes Winters gescheitert. In diesem Jahr will Moro nach Informationen der in Kathmandu erscheinenden Zeitung „The Himalayan Times“ mit dem Nepalesen Pemba Gyalje Sherpa ohne Flaschensauerstoff über die Normalroute aufsteigen. Um sich zu akklimatisieren, wollten die beiden den 6476 Meter hohen Trekkinggipfel Mera Peak im Khumbu-Gebiet besteigen. „Winterexpeditionen gestartet“ weiterlesen