Cho Oyu: Jetzt mit vereinten Kräften

Nepalesische Seite des Cho Oyu

Nachdem auch der zweite Gipfelvorstoß am vergangenen Montag nicht von Erfolg gekrönt war, hat Gelje Sherpa die Versuche über den Südostgrat des Achttausenders Cho Oyu vorerst für beendet erklärt. „Wir haben alle unsere Kräfte in diesen Vorstoß gelegt“, ließ der 29-Jährige wissen. „Wir waren so nah dran. Aber unsere Gesundheit und Sicherheit haben Priorität.“

Laut Gelje gelangten die nepalesischen Bergsteiger bis auf eine Höhe von rund 7900 Metern: „Allerdings wurde ein Teil unseres Teams krank, außerdem gab es Probleme mit einer Sauerstoffmaske. Angesichts dieser Umstände, des unglaublich starken Winds von bis zu 100 km/h und einer klettertechnisch sehr anspruchsvollen Felswand in der Nähe des Grats zum Gipfel hin beschlossen wir, dass es Zeit war, uns ins Basislager zurückzuziehen.“

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Everest-Gebiet in der Corona-Krise: „Gefühl wie vor 40 Jahren“

Das Dorf Thame im Khumbu-Gebiet

Everest-Legende Apa Sherpa macht sich in der Corona-Krise Sorgen um die Menschen in seinem Heimatdorf Thame. „Wenn auch die Herbstsaison ausfällt und ihnen die wenigen Ersparnisse, die sie haben, ausgehen, bin ich nicht sicher, was passieren wird“, schreibt mir der 60-Jährige, der bis zu seinem Karriereende 2011 insgesamt 21-mal den Gipfel des Mount Everest erreichte. „Die einzige Einkommensquelle für die meisten Menschen in der Region ist der Tourismus. Wenn also keine Touristen kommen, könnte es schlecht ausgehen. Ich hoffe, das ist nicht der Fall.“

Apa Sherpa (im Jahr 2013)

Apa lebt mit seiner Familie in Salt Lake City in den USA. Mit seiner Stiftung unterstützt er die Menschen im Everest-Gebiet, auch in Thame, wo er noch kürzlich Spendengelder verteilen ließ, um die Grundversorgung sicherzustellen. Aus dem Dorf kommen traditionell viele Climbing Sherpas, die ihr Geld am höchsten Berg der Erde verdienen, unter anderen auch der aktuelle Everest-Rekordhalter Kami Rita Sherpa, der bisher 24-mal auf dem Gipfel stand. „Noch ist die Lage in Thame gut“, sagt Apa Sherpa. Die Betonung liegt auf noch, denn die Corona-Krise dauert an.

Lebensmittelhilfe für die Ärmsten hat begonnen

Auch Mingma Norbu Sherpa, Geschäftsführer des Himalayan Trust in Nepal, sieht mit einigen Sorgen dem Herbst entgegen. Die Hilfsorganisation wurde vor 60 Jahren von Everest-Erstbesteiger Sir Edmund Hillary gegründet und hat im Khumbu-Gebiet zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und andere Infrastrukturprojekte finanziert (s. Video unten). Der deutsche Ableger des Himalayan Trust, die Sir Edmund Hillary Stiftung Deutschland, feiert 2020 übrigens seinen 30. Geburtstag.

Mingma Norbu, wie ist aktuell die Stimmung unter den Menschen in der Khumbu-Region?

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Lhakpa Gyaltsen Sherpa: Leben und Überleben am Everest

Lhakpa Gyaltsen Sherpa vor seiner Lodge in Thame

Das Dorf Thame im Khumbu-Gebiet hat schon viele Sherpas hervorgebracht, die am Mount Everest zu Ruhm gelangten. So wuchs der Erstbesteiger Tenzing Norgay dort auf. Auch der legendäre Apa Sherpa, der zwischen 1990 und 2011 insgesamt 21-mal den Gipfel des Everest erreichte, wurde in Thame geboren. Ebenso Kami Rita Sherpa, mit 24 Besteigungen der aktuelle Rekordträger. Da wundert es eigentlich kaum, dass gleich die erste Herberge am Ortseingang den Namen „Third Pole Summiter Lodge“ trägt. Doch sie ist nicht nach einem der erwähnten berühmten Sherpas benannt. Der Name weist vielmehr darauf hin, dass auch der Inhaber der Lodge auf dem höchsten Punkt der Erde, dem „Dritten Pol“, gestanden hat. „Insgesamt habe ich seit 2010 zehnmal versucht, den Gipfel zu erreichen, achtmal war ich oben, davon zweimal über die tibetische Nordseite“, erzählt mir Lhakpa Gyaltsen Sherpa, als wir im November in seiner Lodge übernachten. Sechs Jahre lang war er Mönch, ehe ihn sein älterer Bruder überredete, in das Everest-Geschäft einzusteigen.

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Wenn die Höhenkrankheit anklopft

Unser Umkehrpunkt auf 5000 Metern, im Hintergrund der Renjo La

Auf rund 5000 Metern war Schluss. Meine Tochter, die vor mir ging, kippte plötzlich seitwärts weg und spuckte das wenige aus, das sie in den letzten 24 Stunden zu sich hatte nehmen können. Alle Kraft schien aus ihrem Körper gewichen zu sein. Nur gut 300 Höhenmeter fehlten uns zum Renjo La, von dem aus sich uns wahrscheinlich – trotz einiger Wolken – ein unvergleichliches Panorama mit drei Achttausendern geöffnet hätte: Mount Everest, Lhotse, Makalu. Doch plötzlich war der Bergpass unerreichbar fern. Auf zweieinhalb bis drei Stunden schätzte unser nepalesischer Bergführer die Zeit, die meine Tochter in ihrem Zustand noch bis zum höchsten Punkt benötigen würde – wenn sie es überhaupt schaffte. Und dann nochmal 500 Höhenmeter herunter nach Gokyo und eine Nacht auf knapp 4800 Metern.

Allerhöchste Zeit umzukehren. Meine Tochter wäre wahrscheinlich eine heiße Kandidatin für ein (lebensbedrohliches) Höhenhirnödem gewesen. Schließlich zeigte sie klassische Symptome der Höhenkrankheit: Starke Kopfschmerzen (auch im Hinterkopf), Übelkeit, Erbrechen, Hustenreiz, Leistungsabfall. Eigentlich hätten wir schon viel früher die Reißleine ziehen müssen. Doch wer gibt schon gerne ein attraktives Ziel auf? Man will es nicht wahrhaben, greift nach jedem Strohhalm, der Hoffnung verspricht.

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