Alpinistische Coups an Sechstausendern (Teil 1): Sosbun Brakk und Jugal II

Neue Route am Sechstausender Sosbun Brakk in Pakistan
Neue Route am Sechstausender Sosbun Brakk in Pakistan

Die Musik des Alpinismus spielt derzeit vor allem an den Sechstausendern. Für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich, wurde in den vergangenen Tagen eine Erstbegehung aus dem Karakorum in Pakistan gemeldet. Die US-Amerikaner Dane Steadman, Grant Stewart und Cody Winckler meisterten vom 1. bis 6. Oktober erstmals die Nordwand des extrem anspruchsvollen 6414 Meter hohen Sosbun Brakk, der südlich des Biafo-Gletschers liegt. Einer japanischen Expedition war 1981 über die Südseite des Bergs die Erstbesteigung gelungen.

Fünf Tage benötigte das US-Trio, um den Gipfel zu erreichen, wobei die Kletterer einen ganzen Tag lang im Zelt in der 1800 Meter hohen Wand Wand einen Schneesturm aussitzen mussten. „Das unwegsame Gelände im oberen Teil des Berges kostete uns mehr Zeit als geplant, doch am 5. Oktober um 16 Uhr standen wir auf einem Gipfel, von dem wir nicht gedacht hätten, dass wir ihn erreichen würden“, schrieb Dane Steadman auf Instagram.

Zwei der Kletterer in der senkrechten Wand
Klettern in der senkrechten Wand

Auch während des Abstiegs schneite es stark. „Es war ein wilder Ritt durch die Täler zum Gipfel und wieder hinunter“, fasste Grant Stewart die Expedition zusammen.

Erstbesteigung des Jugal II im Jugal Himal

In Nepal gab es im Oktober gleich mindestens eine Handvoll bemerkenswerte Erstbegehungen. So gelang den Spaniern Mikel Zabalza, Ruben Perez Blazquez und Mikel Saez de Urabain am 26. Oktober die Erstbesteigung des 6518 Meter hohen Jugal II – über die steile Ost- und Südostwand des Bergs.

Das bekannte italienische Bergsteiger-Ehepaar Nives Meroi und Romano Benet hatte sich ebenfalls spontan am Jugal II versucht, war aber umgekehrt. „Wir hatten keine Ausrüstung, um an dieser Art von Wand zu biwakieren“, begründete Romano auf Facebook ihre Entscheidung. „Unsere baskischen Freunde, mit denen wir gemeinsam aufgestiegen waren, hatten die nötige Ausrüstung, nachdem sie die Wand bereits studiert hatten.“

Mikel Zabalza hatte sich im Frühjahr 2025 zu einem spanischen Team gehört, das die Berge des Jugal-Massivs erkundet hatte.

Der Sechstausender Jugal II im Jugal HImal
Der Sechstausender Jugal II im Jugal HImal

„Die erfolgreiche Besteigung und die sichere Rückkehr des (spanischen) Teams sind ein Meilenstein für die Erforschung der Region“, freute sich Milan Tamang, Vorsitzender des Tourismuskomitees der Regionverwaltung des Jugal Himal, auf Facebook. Die nepalesische Regierung hatten 2023 einige Gipfel des Gebiets nahe der Grenze zu Tibet freigegeben, darunter auch den Jugal II.

Im Jugal Himal im Distrikt Sindhupalchowk liegt übrigens auch das Bergdorf Golche, in dem ich derzeit – zusammen mit der Nepalhilfe Beilngries – „School up 3“ realisiere, mein drittes Schulbauprojekt in Nepal.

(Fortsetzung mit weiteren Sechstausender-Erstbegehungen in Nepal folgt)

P.S. Bei der Kollision zweier Hubschrauber in Pheriche im Everest-Gebiet sind heute ein Mensch ums Leben gekommen und ein weiterer verletzt worden. Kurz vor der Landung hatten sich die Rotoren der beiden Helikopter verkeilt. Das Dorf Pheriche liegt auf gut 4300 Metern am Trekkingpfad zum Everest-Basislager und beherbergt unter anderem eine Krankenstation für höhenkranke Wanderer und Bergsteiger.

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