Erste kleine Lichtblicke für Bergtourismus in Nepal

Yaks mit Touristengepäck in den Gassen von Namche Bazaar

Trekkingtouristen posieren an einer Stelle im Khumbu mit Aussicht auf den Mount Everest oder am Platz des Basislagers zu Füßen des höchsten Bergs der Erde – Bilder wie diese kursieren derzeit wieder in den sozialen Netzwerken. Ein Zeichen dafür, dass der Bergtourismus in Nepal nach der Zeit der tiefen Depression während der Corona-Pandemie langsam, aber sicher wieder in Schwung kommt. Die ersten eintröpfelnden Zahlen scheinen dies zu bestätigen.

Nach Angaben der Verwaltung des Sagarmatha-Nationalparks kamen im September rund 1400 Touristen ins Everest-Gebiet, im selben Monat 2020 waren es nur etwa 170 gewesen. Ang Dorjee Sherpa, Besitzer der AD Friendship Lodge in Namche Bazaar, teilte mir vor zwei Wochen begeistert mit, dass an einem Tag rund 250 Touristen im Hauptort der Khumbu-Region eingetroffen seien. Vor einem Jahr waren es häufig nur eine Handvoll Trekker pro Tag gewesen.

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Jost Kobusch vor Everest-Winterexpedition: „Mein Ziel: 8000 Meter“

Jost Kobusch
Jost Kobusch

„Ich mache genau dort weiter, wo ich aufgehört habe“, sagt mir Jost Kobusch. „Es war von Anfang an klar, dass ein Projekt wie dieses mehrere Anläufe braucht. Und das ist eben der zweite.“

In einer Woche, am 29. Oktober, fliegt der 29 Jahre alte deutsche Bergsteiger nach Nepal, um sich erneut im Winter am Mount Everest zu suchen: im Alleingang; ohne Flaschensauerstoff; über die anspruchsvolle, selten begangene Route über den Lho La, einen 6000 Meter hohen Pass zwischen Nepal und Tibet, den Westgrat und das in der Nordwand gelegene Hornbein-Couloir. Bei seinem ersten Solo-Anlauf auf dieser Route hatte Jost im Februar 2020 eine Höhe von 7366 Metern erreicht.

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Neue Route durch Chamlang-Nordwand

Charles Dubouloz (l.) und Benjamin Védrines (r.) am Chamlang
Charles Dubouloz (l.) und Benjamin Védrines (r.) am Chamlang

Die anspruchvollsten Routen werden derzeit eher an Siebentausendern geklettert als an den 14 Achttausendern. So gelang vor einer Woche den französischen Kletterern Benjamin Védrines und Charles Duboulez ein schöner Erfolg am 7321 Meter hohen Chamlang in Nepal. Die beiden eröffneten an dem unweit des Achttausenders Makalu gelegenen Berg eine neue Route durch die rund 1600 Meter hohe, anspruchsvolle Nordwand. Sie tauften sie „À l’ombre du mensonge“  (Im Schatten der Lüge). Vom Gipfel aus stiegen die Franzosen über den Westgrat ab.

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Gipfelerfolg vom Kangchendzönga vermeldet

Gelje Sherpas erfolgreiches Kangchendzönga-Team
Gelje Sherpa (3.v.l.) mit seinem erfolgreichen Team vom Kangchendzönga

Das war eine zügige Rückkehr. Nur zwei Tage, nachdem Gelje Sherpas fünfköpfiges Team nach Angaben des Veranstalters Dolma Outdoor Expeditions auf dem Gipfel des Kangchendzönga gestanden hatte, präsentierten sich die vier Sherpas und ihre Kundin bereits beim Fototermin im Garten eines Hotels in Kathmandu. Am Samstagmittag hätten Expeditionsleiter Gelje und die Sherpas Nima Gyalzen, Dakipa und Pasang Rinjee mir ihrer koreanischen Kundin Tseng Ko-Erh den höchsten Punkt auf 8586 Metern erreicht, hatte das Unternehmen zuvor mitgeteilt. Offenbar nutzten alle Flaschensauerstoff – wäre es nicht so, wäre es wohl vermeldet worden.

Es war der erste und einzige Gipfelerfolg am dritthöchsten Berg der Erde in diesem Herbst. Ein Team des US-Veranstalters Alpenglow Expeditions – ebenfalls mit nur einem zahlenden Kunden – war bis Lager 4 auf rund 7500 Metern vorgedrungen, hatte aber letztlich nach einem gescheiterten Gipfelversuch die Expedition abgebrochen, weil sich das Zeitfenster des Kunden geschlossen hatte.

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Himalayan Database: Ab 2022 gilt nur noch der „wirkliche“ Manaslu- Gipfel

Manaslu-Gipfelgrat
Künftig wird nur noch Punkt 4 als Gipfel gewertet, Shelf 2, C2 und C3 als Vorgipfel

Es ist eine pragmatische Lösung. Erst vom kommenden Jahr will die traditionsreiche Bergsteiger-Chronik Himalayan Database nur noch dann von einem Gipfelerfolg am Manaslu sprechen, wenn der am Ende des Gipfelgrats gelegene allerhöchste Punkt auf 8163 Metern erreicht wurde. Bergsteigern, die drei weiter vorne gelegene Erhebungen erreichen, die um zwei bis sechs Meter niedriger sind, soll künftig „nur“ noch der Vorgipfel des Manaslu bescheinigt werden.

„Da wir die Geschichte nicht ändern können, werden wir in der Datenbank vermerken, dass wir von 1956 – als der Gipfel zum ersten Mal von Toshio Imanishi und Gyaltsen Norbu Sherpa, erreicht wurde – bis zum Jahr 2021 die drei oben genannten Punkte mangels fundierter Kenntnisse als Gipfel akzeptiert haben“, ließ das Team von Billi Bierling wissen.

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Graham Zimmerman: „Klimawandel macht hartes Klettern noch schwieriger“

Graham Zimmerman
Graham Zimmerman

Der Klimawandel macht auch Topbergsteigern immer häufiger einen Strich durch die Rechnung: Starke Niederschläge zu Zeiten, in denen es früher trocken war, hohe Temperaturen, wo man einst fror, Steinschlag und Lawinenabgänge. Graham Zimmerman gehörte zu jenen, die deswegen im vergangenen Sommer mit leeren Händen aus dem Karakorum zurückkehrten.

Zimmerman ist US-Amerikaner und Neuseeländer: Er wurde in Wellington geboren, seine amerikanischen Eltern kehrten in die USA zurück, als er vier Jahre alt war, Zimmerman studierte später in Neuseeland und lebt heute in Bend im US-Bundesstaat Oregon.

Der 35-Jährige gehört zu den besten Alpinisten der Welt. 2014 wurde er für seine neue Route über den Nordostpfeiler des Mount Laurens in Alaska (gemeinsam mit Mark allen) für den Piolet d’Or nominiert, 2020 erhielt er den „Oscar der Bergsteiger“ (gemeinsam mit Steve Swenson, Chris Wright und Mark Richey) für die Erstbesteigung des Siebentausenders Link Sar im Karakorum. Zimmermans Film über die Pioniertat im Sommer 2019 ist gerade erschienen (s. Video unten).

Graham hat meine Fragen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf das Bergsteigen an den höchsten Bergen der Welt antwortet.

Graham, im vergangenen Sommer hast du mit Ian Welstedt versucht, über eine neue Variante der Westgrat-Route den K2 zu besteigen, den zweithöchsten Berg der Welt. Auf 7000 Metern war Schluss, wegen der klimabedingten Verhältnisse am Berg. Wie genau sahen diese aus?

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Samen vom Mount Everest

Tibetische Nordseite des Mount Everest

Da hat es der alte Hermann Maximilian Carl Ludwig Friedrich zu Solms-Laubach doch tatsächlich in die chinesischen Staatsmedien geschafft, mehr als 100 Jahre nach seinem Tod. Chinesische Wissenschaftler hätten auf der Nordseite des Mount Everest auf rund 6200 Metern die Samen verschiedener Pflanzen gesammelt, hieß es in den Berichten – so hoch wie noch niemals zuvor, angeblich ein weiterer Everest-Rekord. Die Samen sollten nun getrocknet, gereinigt, gezählt und in einer Samenbank der chinesischen Akademie der Wissenschaften für wild vorkommende Pflanzensorten gelagert werden. Unter den gesammelten Samen seien auch solche von Solms-laubachia himalayensis, hieß es.

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Gipfelerfolge vom Dhaulagiri vermeldet

Der 8167 Meter hohe Dhaulagiri im Westen Nepals

Nach vielen Erfolgsmeldungen am Manaslu in den vergangenen Tagen, sind heute auch vom Achttausender Dhaulagiri die ersten Besteigungen der Herbstsaison verkündet worden. Nach Angaben der kommerziellen nepalesischen Expeditionsveranstalter Seven Summit Treks und Pioneer Adventure erreichten mehr als zwei Dutzend Bergsteigerinnen und Bergsteiger den höchsten Punkt auf 8167 Metern. Danach standen auch erstmals Frauen aus Nepal (Purnima Shrestha und Pasang Lhamu Sherpa Akita) und Indien (Baljeet Kaur and Piyali Basak) auf dem siebthöchsten Berg der Erde.

Zu den Glücklichen am Gipfel gehörten demnach ferner die Schweizerin Sophie Lavoud, für die es ihr zwölfter Achttausendererfolg war, und der Pakistaner Sirbaz Khan, der damit als erster Bergsteiger seines Landes auf neun der 14 höchsten Gipfel der Erde stand. Khan hatte angekündigt, am Dhaulagiri auf Flaschensauerstoff zu verzichten, angeblich stieg auch die Inderin Basak ohne Atemmaske auf.

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