Simone Moro und Tamara Lunger planen Gasherbrum-Doppelüberschreitung im Winter

Tamara Lunger (l.) und Simone Moro

Die 33 Jahre alte Südtirolerin Tamara Lunger und der 52-jährige Italiener Simone Moro begeben sich auf die Spuren von Reinhold Messner und Hans Kammerlander. Im Sommer 1984, also vor 35 Jahren, hatten die Südtiroler Messner und Kammerlander im Karakorum in Pakistan Alpingeschichte geschrieben, als sie beiden Achttausender Gasherbrum II  (8034 Meter) und Gasherbrum I (8080 Meter) überschritten hatten: im Alpinstil, in einem Zug, sprich ohne abzusteigen – eine bis heute an diesen beiden Achttausendern nicht wiederholte Pioniertat. Zuletzt waren die Spanier Alberto Inurrategi, Juan Vallejo und Mikel Zabalza 2016 und 2017 an der Doppelüberschreitung der beiden Gasherbrum-Gipfel gescheitert. „Wir setzen noch eins drauf“, sagt Simone Moro. „Wir wagen uns an beide Achttausender inklusive Überschreitung als Winterexpedition.“

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Mount Everest nur noch für Reiche?

Nordseite des Mount Everest

„Nur noch Millionäre, die erwarten, dass man ihnen alles hinterherträgt.“ So in etwa beschrieb mir vor einiger Zeit ein Expeditionsleiter, der häufig im (wegen des Klimawandels leider nicht mehr ganz so) ewigen Eis der Arktis unterwegs ist, seine Kundschaft. Der Grund liegt auf der Hand: Der Preis für Last-Degree-Expeditionen – vom 89. Breitengrad zum Nordpol – hat sich wegen der immer teureren Logistik in den letzten zehn Jahren nahezu verdreifacht, auf aktuell rund 60.000 Euro. Auch die Preise für Expeditionen in die Antarktis – ob zum Südpol oder zum höchsten Berg des Kontinents, dem Mount Vinson – bewegen sich inzwischen in dieser Größenordnung und liegen damit für Normalverdiener außer Reichweite. Das gilt inzwischen ebenfalls für den „dritten Pol“, den Mount Everest – spätestens seit der drastischen Erhöhung der Permitgebühren auf der tibetischen Nordseite des Bergs, die ab 1. Januar 2020 in Kraft tritt.

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China zieht Permit-Preisschraube für Everest und Co. weiter an

Tibetische Everest-Nordseite

Permits für Achttausender-Expeditionen in Tibet werden vom kommenden Frühjahr an deutlich teurer. Der chinesische Bergsteiger-Verband CMA verschickte jetzt die neuen Tarife, die von Anfang 2020 bis Ende 2022 gelten sollen. Besonders stark fällt der Preisanstieg am Mount Everest aus. Nach der mir vorliegenden Liste müssen die ausländischen Gipfelanwärter für den höchsten Berg der Erde statt bisher 9950 nun 15.800 US-Dollar berappen. Das ist eine Steigerung um rund 58 Prozent. Am Cho Oyu werden ab kommendem Frühjahr 9300 Dollar pro Bergsteiger fällig. Bisher waren es 7400 Dollar, das ergibt ein Plus von 25 Prozent. Die Permits für die Shishapangma kosten künftig für die Normalroute über die Nordwand 9300 Dollar (bisher 7150 Dollar, plus 30 Prozent), für die Südwand 9400 Dollar (bisher 7650, plus 22 Prozent).

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Wenn die Höhenkrankheit anklopft

Unser Umkehrpunkt auf 5000 Metern, im Hintergrund der Renjo La

Auf rund 5000 Metern war Schluss. Meine Tochter, die vor mir ging, kippte plötzlich seitwärts weg und spuckte das wenige aus, das sie in den letzten 24 Stunden zu sich hatte nehmen können. Alle Kraft schien aus ihrem Körper gewichen zu sein. Nur gut 300 Höhenmeter fehlten uns zum Renjo La, von dem aus sich uns wahrscheinlich – trotz einiger Wolken – ein unvergleichliches Panorama mit drei Achttausendern geöffnet hätte: Mount Everest, Lhotse, Makalu. Doch plötzlich war der Bergpass unerreichbar fern. Auf zweieinhalb bis drei Stunden schätzte unser nepalesischer Bergführer die Zeit, die meine Tochter in ihrem Zustand noch bis zum höchsten Punkt benötigen würde – wenn sie es überhaupt schaffte. Und dann nochmal 500 Höhenmeter herunter nach Gokyo und eine Nacht auf knapp 4800 Metern.

Allerhöchste Zeit umzukehren. Meine Tochter wäre wahrscheinlich eine heiße Kandidatin für ein (lebensbedrohliches) Höhenhirnödem gewesen. Schließlich zeigte sie klassische Symptome der Höhenkrankheit: Starke Kopfschmerzen (auch im Hinterkopf), Übelkeit, Erbrechen, Hustenreiz, Leistungsabfall. Eigentlich hätten wir schon viel früher die Reißleine ziehen müssen. Doch wer gibt schon gerne ein attraktives Ziel auf? Man will es nicht wahrhaben, greift nach jedem Strohhalm, der Hoffnung verspricht.

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Riesenflagge an der Ama Dablam entzweit die Gemüter

Kuwaitische Flagge an der Ama Dablam

Flagge zeigen gilt ja eigentlich als etwas durchaus Positives. Aber muss die Flagge gleich 100 mal 30 Meter groß sein und von einem 6812 Meter hohen Berggipfel wehen? Genau das geschah am Dienstag vergangener Woche an der formschönen Ama Dablam im Everest-Gebiet. Eine Riesenflagge Kuwaits wurde vom Gipfelgrat aus den markanten Hängegletscher hinab ausgerollt. Selbst im gut zehn Kilometer Luftlinie entfernten Dorf Khumjung war die Flagge noch zu erkennen. Seitdem wird in der Bergsteiger-Szene heftig über die Aktion diskutiert. Die einen sehen den Berg entweiht und die alpinistischen Werte verraten, die anderen bejubeln die Tollkühnheit der Aktion.

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Riesenfeier im Erdbebengebiet von 2015

Fest auf dem Gelände der neuen Schule in Sangachok

Ich fühle mich an einen Hollywood-Film erinnert: Der Vizepräsident schwebt per Hubschrauber ein. Eine Handvoll Leibwächter bahnen ihm den Weg. Die Männer des Secret Service tragen graue Anzüge, dunkle Brillen, Knöpfe im Ohr – und verziehen keine Miene. Ich bin versucht, den Clint-Eastwood-Verschnitten zuzurufen: „Hallo, aufwachen! Ihr seid auf einem Schulgelände, hier droht keine Gefahr, hier wird nur gefeiert!“ Ich verkneife es mir aber dann doch. Wahrscheinlich muss das so sein, wenn in Nepal ein hochrangiger Politiker eine Veranstaltung besucht. Und immerhin ist Nanda Bahadur Pun als Vizepräsident ja der zweite Mann im Staate. In seinem piekfeinen Anzug traut man ihm kaum noch zu, dass er einst im nepalesischen Bürgerkrieg (1996 bis 2006) die maoistischen Rebellen kommandierte.

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