China zieht Permit-Preisschraube für Everest und Co. weiter an

Tibetische Everest-Nordseite

Permits für Achttausender-Expeditionen in Tibet werden vom kommenden Frühjahr an deutlich teurer. Der chinesische Bergsteiger-Verband CMA verschickte jetzt die neuen Tarife, die von Anfang 2020 bis Ende 2022 gelten sollen. Besonders stark fällt der Preisanstieg am Mount Everest aus. Nach der mir vorliegenden Liste müssen die ausländischen Gipfelanwärter für den höchsten Berg der Erde statt bisher 9950 nun 15.800 US-Dollar berappen. Das ist eine Steigerung um rund 58 Prozent. Am Cho Oyu werden ab kommendem Frühjahr 9300 Dollar pro Bergsteiger fällig. Bisher waren es 7400 Dollar, das ergibt ein Plus von 25 Prozent. Die Permits für die Shishapangma kosten künftig für die Normalroute über die Nordwand 9300 Dollar (bisher 7150 Dollar, plus 30 Prozent), für die Südwand 9400 Dollar (bisher 7650, plus 22 Prozent).

Mindestens vier Expeditionsteilnehmer

Cho Oyu

Auch die Kosten für nepalesische Mitarbeiter der Expeditionen ziehen kräftig an: Am Everest werden 4500 statt bisher 3300 Dollar (plus 36 Prozent) fällig, an Cho Oyu und Shishapangma 4000 statt bislang 3300 Dollar (plus 21 Prozent). Seit Anfang 2019 verlangen die chinesisch-tibetischen Behörden, dass bei kommerziellen Expeditionen pro Kunde ein Climbing Sherpa abgestellt.

Die neuen Preise gelten für Expeditionen mit mindestens vier Teilnehmern. Die CMA weist ausdrücklich darauf hin, dass es für kleinere Teams am Everest keine Permits geben wird.

Werden Gebühren auch in Nepal teurer?

Nepalesische Südseite des Everest

Die neuen Permitgebühren werden dazu führen, dass Achttausender-Expeditionen nach Tibet noch teurer werden als ohnehin schon. Die Zahl der Expeditionen zum Cho Oyu hat drastisch abgenommen, nachdem sich die Preise infolge der schärferen Expeditionsregeln für die tibetischen Achttausender in den letzten Jahren fast verdreifacht hatten. So müssen Kunden für Expeditionen zu diesem Achttausender derzeit rund 25.000 Dollar zahlen, rund 10.000 Dollar mehr als beispielsweise für den Manaslu in Nepal. Einige Veranstalter haben den Cho Oyu inzwischen wegen der geradezu explodierten Kosten ganz aus ihrem Programm gestrichen.

Mit Spannung wird erwartet, ob auch die nepalesische Regierung für 2020 die Preise für Permits anzieht. Gerüchte über einen deutliche Anstieg der seit fünf Jahren geltenden Gebühren halten sich seit Monaten. Die nepalesischen Behörden verlangen aktuell für ein Everest-Permit im Frühjahr 11.000 Dollar pro Bergsteiger. Möglicherweise, so ist zu hören, verschiebt die Regierung die Preiserhöhung auch auf 2021 – wegen ihrer Kampagne „Visit Nepal 2020“, mit der im kommenden Jahr mehr Touristen in den Himalayastaat gelockt werden sollen. Teurere Permits wären da eher kontraproduktiv.