Bergtourismus in Nepal: Die nächste Herbstsaison mit Fragezeichen

Manaslu
Der 8163 Meter hohe Manaslu im Westen Nepals (2007)

Irgendwie passt es zur desolaten Lage des Tourismus in Nepal. Die wichtige Herbstsaison für Expeditionen und Trekkings steht vor der Tür, und das zuständige Ministerium ist führungslos. Der neue Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba, nach einem Urteil des höchsten Gerichts am 13. Juli ins Amt gesetzt, hat noch keinen neuen Tourismusminister benannt. Kommissarisch hat der Regierungschef selbst diese Aufgabe übernommen.

Dabei steht die Tourismusbranche in Folge der Corona-Pandemie mit dem Rücken zur Wand. 2020 sank die Zahl der ausländischen Besucher nach Angaben der Regierung im Vergleich zu 2019 von rund 1,2 Millionen auf etwa 230.000, ein Minus von 80 Prozent. Analog ging die Zahl der Bergsteiger und Trekkingtouristen zurück, um 79 Prozent, von rund 172.000 auf knapp 36.000.

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Saisonbilanz im Karakorum: Nichts Bahnbrechendes

Sonnenaufgang am Gondogoro La im Karakorum

Die Bergsteigersaison ist beendet – was bleibt? Diese Frage sollten wir uns vielleicht häufiger stellen, wenn wir auf das Geschehen an den höchsten Bergen der Welt blicken. Gab es wirklich bahnbrechende Aufstiege, die dem Buch des Alpinismus neue, spannende Kapitel hinzufügten? Entsprechende Versuche gab es ein paar in diesem Sommer im Karakorum, doch sie scheiterten allesamt – entweder an den Bedingungen am Berg, wie im Falle des Versuchs von Graham Zimmerman und Ian Welstedt am selten begangenen Westgrat des K2 oder wie bei der tschechischen Expedition zum noch unbestiegenen 7453 Meter hohen Muchu Chhish im Batura-Massiv, wo Pavel Korinek und Tomas Petrecek auf 6600 Metern im hüfttiefen Schnee umkehrten.

Oder sie scheiterten am Wetter wie bei Nancy Hansen und Ralf Dujmovits am ebenfalls noch unbestiegenen 6810 Meter hohen Biarchedi I. Oder wegen eines Unfalls wie im Falle des Briten Rick Allen, der beim Versuch, mit dem Österreicher Stephan Keck und dem Spanier Jordi Tosas im Alpinstil eine neue Route am K2 zu eröffnen, von einer Lawine erfasst wurde und starb. Ebenso tragisch war der tödliche Absturz von Kim Hong-bin am Broad Peak – nachdem der Südkoreaner wenige Stunden zuvor als erster behinderter Bergsteiger seine Sammlung der 14 Achttausender komplettiert hatte.

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Rätsel um tragischen Winter-Gipfelversuch am K2 noch ungelöst

K2
Der 8611 Meter hohe K2 (im Jahr 2004)

Es wirkt wie ein Puzzle, das sich erst langsam zusammensetzen lässt. Und möglicherweise wird es niemals vollendet. Auch nachdem am K2 die Leichen der drei vermissten Bergsteiger Muhammad Ali Sadpara aus Pakistan, John Snorri Sigurjonsson aus Island und Juan Pablo Mohr aus Chile gefunden wurden, bleiben die entscheidenden Fragen weitgehend offen: Was genau ist ihnen im vergangenen Winter zugestoßen? Und waren sie wirklich am Gipfel, wie es in Medienberichten vor allem in den drei Heimatländern der ums Leben gekommenen Bergsteiger zu lesen war?

Der kanadische Bergsteiger und Filmemacher Elia Saikaly, der zusammen mit Muhammads Sohn Sajid Ali Sadpara und dem Nepalesen Pasang Kaji Sherpa nach den Vermissten gesucht hatte, ist vorsichtig.  „Unsere Arbeit geht weiter. Wir ziehen keine voreiligen Schlüsse, da wir weiterhin die Teile zusammensetzen und nach Beweisen für eine erfolgreiche Winterbesteigung suchen“, schrieb Saikaly auf den sozialen Netzwerken.

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