K2: Vermisste Winterbergsteiger gefunden, erste Gipfelerfolge

K2
Der 8611 Meter hohe K2 im Karakorum (2004)

Vom K2 werden die ersten Gipfelerfolge der Sommersaison gemeldet. Unter denen, die heute – mit Flaschensauerstoff – den höchsten Punkt auf 8611 Metern erreichten, war auch der erst 19 Jahre alte pakistanische Bergsteiger Shehroze Kashif. Im vergangenen Mai hatte Kashif auch den Mount Everest bestiegen, 2017 den Broad Peak – seitdem wird er in seiner Heimat „Broad Boy“ gerufen.

Alle, die heute den Gipfel des K2 erreichten, waren auch an den Leichen von Muhammad Ali Sadpara, John Snorri Sigurjonsson und Juan Pablo Mohr vorbeigestiegen. Die Sherpas eines kommerziellen Teams, das die Fixseile verlegte, hatte gestern die Körper der drei Bergsteiger entdeckt, die seit ihrem Winter-Gipfelversuch Anfang Februar vermisst und später für tot erklärt worden waren.

Tod am „Flaschenhals“

John Snorri Sigurjonsson, Juan Pablo Mohr, Muhammad Ali Sadpara (v.l.)

Nach Angaben des Suchteams um Sajid Ali Sadpara, den Sohn Muhammad Alis, lagen sie direkt am und unterhalb des sogenannten „Flaschenhalses“, der lawinenträchtigen Schlüsselstelle der Route auf rund 8200 Metern. Was genau ihnen zugestoßen ist, ob sie im Auf- oder Abstieg ums Leben gekommen sind, bleibt vorerst offen.

Die Familien Alis, Mohrs und Sigurjonsson würden gerne – wenn es möglich ist – die Körper der Verstorbenen vom Berg bringen lassen, um sie zu Hause beisetzen zu können. „Sie liegen auf 8000 Metern und die Hubschrauber können diese Höhe nicht erreichen. Nur mit menschlicher Kraft ist es möglich, sie weiter hinunterzubringen“, schrieb Federico Scheuch, ein Cousin Juan Pablo Mohrs, auf Instagram. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Priorität der meisten Teams darin besteht, den Gipfel zu erreichen und nicht, sich an der Bergung zu beteiligen.“

Samina Baig bricht Gipfelversuch und Expedition ab

Samina Baig (r.) im K2-Basislager

Am Montag war – wie berichtet – der schottische Top-Bergsteiger Rick Allen in einer Lawine am K2 ums Leben gekommen. Samina Baig verwies unter anderem auf dieses Unglück, als sie das Ende ihres Versuchs verkündete, als erste Frau aus Pakistan den Gipfel des zweithöchsten Bergs der Erde zu erreichen. „In Anbetracht der Gefahren und der Ungewissheit auf dem Berg war ich mental sehr beunruhigt, da ich einerseits den Gipfel als meinen Traum hatte, mich andererseits aber um meine Sicherheit und die meines Teams sorgte“, schrieb die 30-Jährige auf Facebook. „Daher traf ich die äußerst schwierige Entscheidung, den Gipfelsturm und die Expedition abzubrechen.“ 2013 hatte Baig als erste pakistanische Frau den Mount Everest bestiegen.