Vermisste Bergsteiger am K2 für tot erklärt

K2
Der 8611 Meter hohe K2 im Karakorum

Pakistan hat einen großen Bergsteiger verloren. Mein Vater und zwei andere Bergsteiger sind nicht mehr unter uns“. Sajid Ali Sadpara sprach heute auf einer Pressekonferenz in Skardu im Norden Pakistans das aus, was eigentlich seit Tagen im Raum stand, doch niemand öffentlich kundtun wollte. Doch so schwer es auch ist, dies einzugestehen – 13 Tage ohne Lebenszeichen und ohne Spur von den drei am K2 vermissten Bergsteigern können nur eines bedeuten: Der Pakistaner Muhammad Ali Sadpara, der Isländer John Snorri Sigurjonsson und der Chilene Juan Pablo Mohr haben ihren Gipfelversuch am zweithöchsten Berg der Erde mit dem Leben bezahlt.

Infrarot- und Satellitenbilder ausgewertet

Die Familien der drei Bergsteiger bedankten sich ausdrücklich bei allen Beteiligten der Suchaktion, insbesondere bei der pakistanischen Armee. Die hatte mehrfach Rettungshubschrauber bis in den Grenzbereich jener Höhe aufsteigen lassen, in denen Helikopter überhaupt noch fliegen können. Außerdem war der Berg von Kampfjets aus mit Infrarotkameras abgesucht worden. Island und Chile hatten Satellitenbilder zur Verfügung gestellt. Doch alle Bemühungen waren vergebens: keine Spur von Muhammad, John Snorri und Juan Pablo. Entdeckt wurden an den Hängen lediglich Reste eines Zeltes, eine Schlafmatte und ein Schlafsack, die den drei Vermissten aber nicht zugeordnet werden konnten.

Unglück beim Abstieg?

R.I.P.

Was genau den drei Bergsteigern widerfahren ist und wo, wird also ein Rätsel bleiben – es sei denn, ihre Leichen werden eines Tages doch noch gefunden. „Aufgrund des letzten bekannten Telefonkontakts von John Snorri sind wir überzeugt, dass alle drei Männer es auf den Gipfel des K2 geschafft haben und beim Abstieg etwas passiert ist“, erklärte Sigurjonssons Familie. „Ali, John und Juan Pablo werden immer in unseren Herzen weiterleben.“

Außer den drei Vermissten ließen mit dem Spanier Sergi Mingote und dem Bulgaren Atanas Skatov, die beide beim Abstieg vom K2 abstürzten, zwei weitere renommierte Bergsteiger ihr Leben. Fünf Tote, fünf trauernde Familien – eine traurige Bilanz der Wintersaison am zweithöchsten Berg der Erde. Trotz der erfolgreichen ersten Winterbesteigung des K2 durch zehn nepalesische Bergsteiger am 16. Januar.

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