Suche am K2: Warten auf besseres Wetter

K2
Der 8611 Meter hohe K2 im Karakorum (im Sommer 2004)

Schlechtes Wetter am K2 verhindert vorerst die weitere Suche nach den drei vermissten Bergsteigern Muhammad Ali Sadpara, John Snorri Sigurjonsson und Juan Pablo Mohr. Die Bergretter hielten sich bereit, teilte das pakistanische Militär mit. Sobald das Wetter es zulasse, werde die Suche fortgesetzt.

Die Flüge mit Rettungshubschraubern waren am Dienstag wegen der widrigen Bedingungen – fehlende Sicht, starker Wind – ausgesetzt worden. Auch Imtiaz Hussein und Akbar Ali, zwei mit Muhammad Ali Sadpara verwandte Bergsteiger, mussten ihren Versuch abbrechen, am Berg nach den Vermissten zu suchen. Die Metereologen erwarten ab Anfang kommender Woche ein Schönwetterfenster, tagelang soll es kaum Wind geben.

Nichts ist schlimmer als Ungewissheit

Die Familien der drei Vermissten haben darum gebeten, weiter nach den Bergsteigern zu suchen. Realistisch betrachtet, tendiert die Chance, sie noch lebend zu finden, gegen Null. Seit vergangenem Freitag, als Sajid Ali Sadpara seinen Vater und die anderen beiden Bergsteiger am „Flaschenhals“ auf rund 8200 Metern sah, fehlt von ihnen jede Spur und jedes Lebenszeichen. Doch jede Gewissheit, mag sie noch so traurig sein, ist besser als Ungewissheit, wenn es darum geht, eine Tragödie zu verarbeiten. Alle drei Vermissten sind schließlich Familienväter: John Snorri hat sechs Kinder, Muhammad vier und Juan Pablo drei.

Chaotische Zustände in Lager 3

Der nepalesische Expeditionsveranstalter Seven Summit Treks hat inzwischen seine Zelte im K2-Basislager abgebrochen. Nur noch einige Pakistaner blieben zurück, um die weitere Suche zu unterstützen. Nicht nur wegen des ungeklärten Schicksals der drei Vermissten steht die Aufarbeitung der Wintersaison am K2 erst am Anfang.

Der griechische Bergsteiger Antonios Sykaris berichtete in einem Interview eines bulgarischen Senders von chaotischen Verhältnissen in Lager 3 auf 7300 Metern. Es seien dort viel zu wenig Zelte für die rund 20 Bergsteiger gewesen, die am Freitag einen Gipfelversuch wagen wollten. „Wir blieben alle draußen und überlegten, wie wir überleben konnten“, schildert Sykaris die Situation am Donnerstagabend vergangener Woche. „Ich versuchte, Platz in einem der Zelte zu finden, aber die Leute darin sagten mir, es sei kein Platz.“ Es sei unglaublich kalt gewesen, rund minus 40 Grad Celsius. Wie auch andere Bergsteiger zog sich Sykaris Erfrierungen zu.

Fixseil gerissen oder nicht?

Bis auf Sajid Ali Sadpara und die nun vermissten drei Bergsteiger waren alle anderen am nächsten Morgen abgestiegen. Nach Angaben des Griechen waren in einigen Passagen der Route die Fixseile unter Schnee begraben. Der Bulgare Atanas Skatov war beim Abstieg in den Tod gestürzt. Im vorläufigen Untersuchungsbericht der Regionalregierung von Gilgit-Baltistan wird ein gerissenes Fixseil als Unglücksursache genannt. Chhang Dawa Sherpa, Expeditionsleiter von Seven Summit Treks, hatte dem widersprochen.

2 Antworten auf „Suche am K2: Warten auf besseres Wetter“

  1. Die franzoesische Zeitschrift Montagnes-Magazine erwaehnt auf ihrer Internet-Seite sogar eine satellitengestuetzte Suche. Island und Pakistan wollen hierbei politsch und militaerisch zusammenarbeiten…

  2. Ich verstehe das nicht, das macht alles einen so unprofessionellen Eindruck. Und warum auch noch im Winter, ist doch eh schon gefährlich. Christian Tappeiner

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