Michael Füchsle: Vom Rollstuhl in die Kletterwand

Michael Füchsle beim Training in Zeiten von Corona

Bouldern am Esstisch. Auch Michael Füchsle trainiert derzeit daheim in der Kleinstadt Bobingen nahe Augsburg. Er hofft, dass die Corona-Krise bald vorübergeht und er das Exil in den eigenen vier Wänden verlassen kann. „Das Klettern ist mein Lebensinhalt“, sagt mir der 53-Jährige. „Ich kann nicht mehr ohne es leben. Neben meiner Freundin ist das Klettern das Wichtigste.“ Schließlich verdient Michael damit auch seinen Lebensunterhalt. „Ich kann keine großen Sprünge machen, aber es reicht zum Leben.“ Füchsle ist kein gewöhnlicher Profi, sondern ein Paraclimber, ein Kletterer mit Handicap, mit einem künstlichen Darmausgang, um genau zu sein, einem so genannten Stoma. Dazu gesellt sich noch eine Nervenerkrankung, die zu Taubheit und Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen führen.

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Expeditionen in Corona-Zeiten? Zwischen Hoffen, Bangen und Abwarten

Tibetische Everest-Nordseite

Normalerweise wären jetzt die Basislager an den Achttausendern in Nepal und Tibet bezogen, die Akklimatisierungphase liefe. Und bei jenen Teams, die sich im Sommer auf den Weg zu den Achttausendern in Pakistan machen wollten, würden die letzten Vorbereitungen getroffen. Doch was ist schon normal in diesen Zeiten der Corona-Krise? An den höchsten Bergen Nepals läuft gar nichts. Am Wochenende verlängerte die nepalesische Regierung den Lockdown wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 7. Mai. In Tibet hat lediglich eine chinesische Expedition mit 21 Teilnehmern die Genehmigung erhalten, den Mount Everest zu besteigen. Dem Vernehmen nach sind die tibetischen Bergsteiger, die die Route präparieren, im vorgeschobenen Basislager. Wie hoch sie inzwischen am Berg vorgedrungen sind, wurde bisher nicht kommuniziert.  

Große Ungewissheit

Und ob in diesem Sommer an den Bergriesen in Pakistan wirklich Expeditionen ihre Zelte aufstellen werden, ist weiter ungewiss. „Es herrscht große Ungewissheit, aber auch ein bisschen Hoffnung“, schreibt mir Mirza Ali, Chef des pakistanischen Veranstalters Karakorum Expeditions. Die Einschränkungen, die verhängt wurden, um die Infektionen einzuschränken, seien im Norden Pakistans etwas gelockert worden. Doch selbst im Falle, dass die pakistanische Regierung Expeditionen zu K2, Nanga Parbat und Co. zulassen sollten – werden die ausländischen Kunden auch wirklich kommen? Veranstalter im deutschsprachigen Raum halten sich zwar noch alle Optionen offen, eine gewisse Skepsis ist jedoch unverkennbar.

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Chris Bonington: „Coronavirus ist eine Art Weckruf der Natur“

Chris Bonington

Er ist ein bescheidener Ritter. Eigentlich könnte Sir Chris Bonington seine Nase hoch tragen. Schließlich schlug ihn Königin Elizabeth II. 1996 wegen seiner großen Verdienste um das britische Bergsteigen zum Ritter. Doch Chris trägt weder seine Nase hoch noch seinen Titel vor sich her. Bonington ist sich treu geblieben, hat die Bodenhaftung nie verloren – trotz seiner vielen Erfolge als Bergsteiger (u.a. Erstbesteigungen des Ogre (7285 Meter) in Pakistan, des Kongur (7649 Meter) in China und des Changabang (6864 Meter) in Indien) und als Expeditionsleiter (u.a. Erstbegehungen der Annapurna-Südwand 1970 und der Everest-Südwestwand 1975).

Ich habe mich gefragt, wie es dem 85-Jährigen wohl in Zeiten des Corona-Lockdown geht. Ich erreichte ihn in seinem Haus in Caldbeck in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands.

Chris, wie an alle in diesen seltsamen Tagen der Corona-Krise lautet die erste Frage: Wie geht es dir?

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Bergsteiger-Legende Joe Brown ist tot

Joe Brown (1930-2020)

Die Bergsteiger-Szene trauert um einen ihrer ganz Großen. Joe Brown entschlief im Alter von 89 Jahren friedlich in seinem Haus in der Ortschaft Llanberis in Wales. In seinem bewegten Bergsteiger-Leben eröffnete Brown mehr als 1000 neue Felskletter-Routen. Weltweit bekannt wurde Joe, als ihm am 25. Mai 1955 mit George Band (1929-2011) die Erstbesteigung des 8586 Meter hohen Kangchendzönga gelang, des dritthöchsten Bergs der Erde.

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Und plötzlich sind da Berge

Die Menschen in Jalandhar trauten ihren Augen nicht. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten konnten die Einwohner der Stadt im nordindischen Bundesstaat Punjab die mehr als 100 Kilometer entfernten, bis knapp 6000 Meter hohen Berge der Dhauladhar-Kette im Himalaya sehen. Knapp zwei Wochen zuvor hatte die indische Regierung eine der weltweit strengsten Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie angeordnet. Das öffentliche und wirtschaftliche Leben in Indien steht seit dem 24. März weitgehend still. Und damit hat sich auch die Qualität der Luft verbessert.

In der Hauptstadt Neu Delhi ist die Feinstaubbelastung in den vergangenen drei Wochen um etwa die Hälfte gesunken. Die sonst allgegenwärtige Dunstglocke ist verschwunden, wie in vielen anderen indischen Städten auch. Und so konnten die Menschen in Jalandhar eben plötzlich den Himalaya sehen. 

Gute Sicht auch in Kathmandu

Auch im Kathmandu-Tal dürften sich derzeit viele Menschen verwundert die Augen gerieben haben. Dort führt der landesweite „Lockdown“ wegen der Corona-Pandemie ebenfalls zu ungewohnt klarem, blauem Himmel und freier Sicht auf die Berge des Himalaya, die man sonst in der Regel erst genießen kann, wenn man das Tal verlassen hat, in dem die nepalesische Hauptstadt liegt. 

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Frohe Ostern!

Ich wünsche euch allen und euren Lieben frohe Ostertage – auch in diesen seltsamen Tagen der Corona-Pandemie. Und der „Picasso vom Rhein“ 😉 hat euch wieder einmal ein Osterrätsel gestellt. Welchen Berg habe ich aufs Ei gezaubert?

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Corona-Krise im Everest-Gebiet: „Als wäre die rechte Hand abgeschnitten“

Im Khumbu-Gebiet

Auch in Nepal steht das Leben wegen der Corona-Pandemie weiter still. Die Regierung verlängerte den seit zwei Wochen andauernden „Lockdown“ in dem Himalaya-Staat bis mindestens 15. April. Nach wie vor verlassen Flugzeuge mit „gestrandeten“ Touristen Nepal. So steht für Mittwoch der vierte und vorerst letzte Rückholflug für deutsche Staatsbürger auf dem Programm. Die deutsche Botschaft in Kathmandu appellierte an die noch im Land weilenden deutschen Touristen und Personen mit Gesundheitsrisiko, diese Gelegenheit zu nutzen. Im Falle einer Erkrankung oder eines Notfalls sei „nur extrem begrenzte Hilfe vom nepalesischen Gesundheitssystem“ zu erwarten, schrieb die Botschaft auf Facebook

Bisher (Stand 7. April, 16 Uhr MESZ) wurden in Nepal nur neun Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sollte allerdings sollte nicht dazu verleiten, die Gefahr zu unterschätzen. Bis zum gestrigen Montag wurden schließlich in dem Land auch nur insgesamt knapp 1700 Menschen auf das Virus getestet. 

Keine Alternative zum Lockdown

Ang Dorjee Sherpa in seiner Lodge in Namche(2016)

„Meiner Meinung nach ist der Lockdown die richtige Entscheidung, denn hier im Khumbu gibt es kein geeignetes Krankenhaus, sollte sich jemand anstecken“, schreibt mir Ang Dorjee Sherpa. „Die Gesundheit jedes Menschen ist ein hohes Gut.“ Der 51-Jährige führt in Namche Bazaar, dem Hauptort des Everest-Gebiets die „AD Friendship Lodge“: „Jeder hier lebt vom Tourismus. Viele Familien sind besorgt, weil sie keine Einkünfte mehr haben, und angespannt, wenn ihre Kinder zur Ausbildung in der Stadt weilen.“ 

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Chinesisches Team im vorgeschobenen Everest-Basislager

Das vorgeschobene Basislager auf der Nordseite (im Frühjahr 2015)

Was mancher Kritiker des kommerziellen Bergsteigens am Mount Everest in der Vergangenheit gefordert hat, bewirkt nun die Corona-Krise: Nur ein einziges Team darf sich in diesem Frühjahr am höchsten Berg der Erde versuchen. Die chinesisch-tibetischen Behörden hatten den Everest wegen der Corona-Pandemie für ausländische Expeditionen geschlossen, für einheimische gilt das Verbot jedoch nicht. Und so gibt es wohl in diesem Frühjahr einen chinesischen Versuch über die tibetische Nordseite des Bergs.

Dem Vernehmen nach gehören dem Team des Veranstalters Yarlo Shampo Expeditions 26 Mitglieder an, darunter sechs Frauen. Wie aus Tibet zu hören ist, sollten sie heute das vorgeschobene Basislager auf gut 6400 Metern erreichen, unterhalb des Nordsattels. Es habe mehr geschneit als in den vergangenen Jahren, heißt es.

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Mit dem letzten Flieger raus aus Nepal

Der Flughafen von Kathmandu

Es klang wie jetzt oder nie. „An alle Australier in Nepal, das ist der letzte Aufruf für alle, die nach Australien zurückkehren wollen“, schrieb der australische Botschafter Pete Budd in dem Himalaya-Staat gestern auf Twitter. „Wenn du das Land verlassen willst, musst du dich sofort entscheiden, innerhalb der nächsten Stunden. Es wird keinen anderen Flug nach Australien geben.“ Heute hob die Maschine vom Flughafen Kathmandu Richtung Down Under ab.

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