Nordseite des Everest bleibt in diesem Frühjahr geschlossen

Everest-Nordseite

Die chinesisch-tibetischen Behörden haben die tibetische Nordseite des Mount Everest für diese Frühjahrssaison gesperrt. Das erfuhr ich aus zuverlässiger Quelle. Die Entscheidung sei offiziell, hieß es. Dies hatte sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet.

Die Tibeter hatten den Expeditionsteams geraten, wegen der Corona-Epidemie nicht – wie sonst häufig praktiziert – über den chinesischen Flughafen Chengdu zur Everest-Nordseite anzureisen, sondern über Kathmandu. Die nepalesischen Behörden erklärten am Montag, dass wegen der Corona-Krise alle Landübergänge nach China vorerst geschlossen bleiben. Damit wäre auch eine Anreise über den Grenzübergang Kerung unmöglich gewesen.

Den Expeditionen bleibt nun nur noch der Aufstieg über die nepalesische Südseite. Am Dienstag brachen die so genannten „Icefall Doctors“, acht auf ihre Aufgabe spezialisierte Sherpas, Richtung Everest-Basislager auf, um die Route durch den Khumbu-Eisbruch vorzubereiten.

Wie viele Teams wechseln auf die Südseite?

Adrian Ballinger

Adrian Ballinger, Chef des US-Veranstalters Alpenglow Expeditions, äußerte Verständnis für die Entscheidung Chinas: „Sie ist verantwortlich und dieselbe, zu der Alpenglow Expeditions in den vergangenen Tagen notgedrungen tendierte, schreibt Ballinger auf Instagram. „Die Besteigung eines Bergs ist das Übertragungsrisiko in den Basislagern und bei der Rückkehr in die Heimat derzeit nicht wert.“ Alpenglow sagte seine Everest-Expedition komplett ab.

Der Schweizer Veranstalter Kobler & Partner kündigte an, mit seinem Team auf die Südseite zu wechseln. Auch der österreichische Anbieter Furtenbach Adventures hatte sich wegen der unsicheren Situation durch die Corona-Epidemie beide Optionen offengehalten und wird den höchsten Berg der Erde jetzt von Süden her angehen.

Update 12. März: Laut Mingma Gyalje Sherpa dürfen chinesische Bergsteiger in diesem Frühjahr den Everest von der tibetischen Nordseite aus besteigen. Nur ausländische Teams erhielten keine Permits, schreibt der Chef des nepalesischen Veranstalters Imagine Nepal auf Facebook. Der einzige für China zugelassene Veranstalter Yarla Shampo Expedition bereite weiter seinen Aufstieg über die Nordseite vor.

Update 13. März: Die Schließung gilt nicht nur für den Everest, sondern für alle möglichen Expeditionsziele in Tibet (s. l.)

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