„Schneeleopard“ Ang Rita Sherpa ist tot

Ang Rita Sherpa (1948-2020)

Der „Schneeleopard“ vom Mount Everest ist nicht mehr unter uns. Der legendäre Ang Rita Sherpa starb heute im Alter von 72 Jahren in Kathmandu. Vor drei Jahren hatte er einen Schlaganfall erlitten, unter dessen Folgen er weiterhin litt. Außerdem hatte Ang Rita Probleme mit der Leber. 

Die Nepalesen nannten ihn ehrfurchtsvoll „Schneeleopard“. Kein anderer hat den höchsten Berg der Erde so häufig ohne Flaschensauerstoff bestiegen wie Ang Rita in den 1980er und 90er Jahren. „Sein Rekord von neun Besteigungen ohne Atemmaske wird wahrscheinlich für eine lange Zeit bestehen bleiben, weil die Expeditionsanbieter inzwischen von den Climbing Sherpas verlangen, dass sie Sauerstoff benutzen“, schrieb mir vor einiger Zeit Richard Salisbury von der Bergsteiger-Chronik „Himalayan Database“.

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Hohe indische Auszeichnung für einen Everest-Schwindler?

Mit Kletterhelm auf den Gipfel des Mount Everest?

Der Sohn des Everest-Erstbesteigers Tenzing Norgay ist empört. „Es ist eine große Schande, dass ein Everest-Gipfelschwindler mit dem höchsten Abenteuer-Preis Indiens ausgezeichnet wird“, schreibt mir Jamling Tenzing Norgay. „Skandalös!“

Der Preis trägt den Namen von Jamlings Vaters wird alljährlich von der indischen Regierung vergeben. Am kommenden Samstag soll unter anderen der indische Bergsteiger Narender Singh Yadav den „Tenzing Norgay National Adventure Award“ erhalten. Singh Yadav beansprucht für sich, inzwischen fünf der Seven Summits bestiegen zu haben, der höchsten Berge aller Kontinente. 2016 ließ sich der damals 21-Jährige als bis dahin jüngster indischer Everest-Besteiger aller Zeiten feiern. Doch offenkundig hat der Bergsteiger gar nicht den höchsten Punkt auf 8850 Metern erreicht.

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Vor 40 Jahren: Reinhold Messners Alleingang am Mount Everest

Reinhold Messner

Seine damalige Freundin erkannte ihn kaum wieder. „Es scheint, als stiege ein Betrunkener vom Col herab und nicht derselbe Mann, der vor vier Tagen fortgegangen ist“, schrieb Nena Holguin in ihr Tagebuch. „Er sieht mich mit Tränen in den Augen an. Sein Gesicht ist gelb, die Lippen sind aufgesprungen und zerfranst.“ Reinhold Messner war fertig, physisch und auch psychisch. Dieser alpinistische Geniestreich hatte ihm alles abverlangt.

Das Norton-Couloir, durch das Messner aufstieg

Wieder hatte er eine Grenze verschoben, möglich gemacht, was andere für unmöglich gehalten hatten. Mitten im Monsun hatte der Südtiroler den Mount Everest über die tibetische Nordseite bestiegen: im Alleingang, ohne Flaschensauerstoff, auf einer teilweise neuen Route: Messner querte die Nordflanke unterhalb den Nordostgrats, stieg dann durch das Norton-Couloir auf und erreichte schließlich am Nachmittag des 20. August 1980, dem dritten Tag seines Aufstiegs, den höchsten Punkt auf 8850 Metern.

Lange hat der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bestieg, das Everest-Solo als „i-Tüpfelchen“ seiner bergsteigerischen Karriere bezeichnet. Jetzt, mit dem Abstand von vier Jahrzehnten, ordnet Reinhold Messner seine Pioniertat anders ein. Ich habe mit dem 75-Jährigen gesprochen.

Reinhold Messner, denken Sie heute noch manchmal an jenen 20. August 1980, als Sie nach Ihrem Alleingang den Gipfel des Mount Everest erreichten?

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Chhiji Nurbu Sherpa ist tot

Chhiji Nurbu Sherpa
Chhiji Nurbu Sherpa (1980-2020)

Einer der bekanntesten nepalesischen Bergsteiger, Chhiji Nurbu Sherpa, ist nicht mehr unter uns. „Wir sind sehr traurig, den Tod unseres Geschäftsführers bekanntgeben zu müssen“, teilte das Unternehmen „Highlight Expeditions“ gestern auf Facebook mit: „Er war einer der besten Bergsteiger und erreichte die Gipfel von 13 der 14 Achttausender.“ Über die Todesursache teilte der Expeditionsveranstalter nichts mit. Chhiji Nurbu wurde 40 Jahre alt. Er hinterlässt eine Frau, einen Sohn und eine Tochter.

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Everest-Legende Doug Scott unheilbar krank

Doug Scott

Die internationale Bergsteigerszene ist geschockt. Doug Scott, die lebende Legende des Bergsteigens im Himalaya und Karakorum, ist unheilbar an Krebs erkrankt. Der 79 Jahre alte Engländer habe einen nicht operablen Tumor des Lymphgewebes im Gehirn, berichtete am Wochenende die „Sunday Times“ unter Berufung auf Scotts Ehefrau Patricia. Die Diagnose habe Doug am ersten Tag des Corona-Lockdowns in Großbritannien Mitte März erhalten, so die Times. Seitdem halte er sich nur noch im Erdgeschoss seines Hauses im Lake District in der Grafschaft Cumbria auf.

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Familie Smith und ihr exklusives Everest-Abenteuer

Familie Smith im Everest-Basislager

Als sie das Basislager des Mount Everest erreichten, gönnten sich Julie und Chris Smith einen Schluck schottischen Whisky. Außer dem Ehepaar aus Schottland, ihren beiden Kindern –  der neunjährigen Tochter Erihn und dem vierjährigen Sohn Jacob – und den nepalesischen Begleitern Kevin Sherpa und Dhanku Rai war niemand sonst an dieser Stelle auf fast 5400 Metern, dem Ziel einer der populärsten Trekkingrouten der Welt.

Die Corona-Pandemie hatte die Wanderung der schottischen Familie Smith zu einem exklusiven Abenteuer gemacht. Drei Monate lang hatten Julie, Chris und ihre Kinder in Lukla festgesessen, ehe der Lockdown in Nepal etwas gelockert wurde und Kevin Sherpa die nötigen Papiere organisieren konnte, damit die Familie ihr Trekking fortsetzen konnte.

Everest-Trekking nach drei Monaten Lockdown

Jacob (l.) und Erihn bestaunen den Khumbu-Gletscher

Vor gut einem Jahr, Ende Juli 2019, war die Familie aus Aberdeen zu ihrer persönlichen Traumreise aufgebrochen, die sie über Ost- und Südosteuropa, den Nahen Osten und Indien schließlich nach Nepal geführt hatte. In ihrem Facebook-Blog „Clan Wander“ berichten die Smiths seitdem über ihre Abenteuer.

Als sie Mitte März gerade ihre Trekkingtour Richtung Everest-Basislager begonnen hatten, schlug die Pandemie zu. Die Regierung Nepals verhängte den Lockdown. Die Smiths wanderten noch bis Lukla weiter, dort war dann zunächst einmal Endstation.

Mittlerweile befinden sich die 46 Jahre alte Julie, ihr 41 Jahre alter Ehemann Chris und die beiden Kinder auf dem Rückweg vom Everest-Basislager durch das Khumbu-Gebiet. Sie streuten auch noch einen Abstecher ins Gokyo-Tal ein. Ich habe das Ehepaar aus Schottland per Mail erreicht.

Julie und Chris, als der Lockdown verkündet wurde, haben die meisten ausländischen Touristen versucht, so schnell wie möglich nach Kathmandu zurückzukehren, um in die Heimat zurückzufliegen. Warum habt ihr es nicht so gemacht?

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Sophia Danenberg: „Zahl schwarzer Bergsteiger wird exponentiell steigen“

Auf dem höchsten Punkt der Erde im Mai 2006

Beinahe hätte sie das Gipfelfoto vergessen. Als Sophia Danenberg am 19. Mai 2006 um sieben Uhr morgens gemeinsam mit den Brüdern Panuru und Mingma Chhiring Sherpa den Gipfel des Mount Everest erreichte, waren sie allein auf dem Dach der Welt. Es sei windig gewesen, nur die Gipfel der umliegenden Bergen hätten sich über die Wolkendecke erhoben, erinnerte sich Sophia kürzlich in einem Interview des US-Technologieportals „GeekWire“: „Es ist seltsam, wirklich über allem zu stehen. Ich war jedoch total darauf fokussiert, wieder nach unten zu kommen. Wäre Panuru nicht gewesen, hätte ich wahrscheinlich vergessen, ein Foto zu machen.“ Die Afroamerikanerin war die erste schwarze Bergsteigerin auf dem Gipfel des Mount Everest – was sie erst am Berg erfuhr.

Danenberg wuchs in Chicago auf. An der renommierten Universität Harvard schloss sie ihr Studium in Umweltwissenschaften und Public Policy mit Auszeichung (Magna Cum Lauda) ab. In ihrer Studienzeit erwachte ihre Liebe zum Bergsteigen. Im November 2005, ein halbes Jahr vor ihrer Everest-Besteigung, stand sie auf dem Gipfel der nahegelegenen Ama Dablam (6814 Meter). Neben dem Everest bestieg Sophia drei weitere der Seven Summits, der höchsten Berge aller Kontinente: den Aconcagua (6962 Meter, Südamerika), den Denali (6194 Meter, Nordamerika) und den Kilimandscharo (5895 Meter, Afrika).

Heute lebt die 48-Jährige in Seattle. Für den US-Luftfahrtkonzern Boeing analysiert sie die internationale Umweltpolitik und hält Kontakt zu internationalen Unternehmen und Organisationen. Im Rahmen meiner Berichte über die „Black Lives Matter“-Bewegung in den USA habe ich Sophia einige Fragen geschickt.

Sophia, du hast 2006 als erste schwarze Bergsteigerin den Gipfel des Mount Everest erreicht. Was hat dich damals dorthin gezogen?

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Marc Batard vor Everest-Comeback mit 70: „Sehr gut in Form“

Marc Batard

Der „Sprinter“, wie er einst genannt wurde, kehrt zum Mount Everest zurück. Marc Batard will im Frühjahr 2022 den höchsten Berg der Erde ohne Flaschensauerstoff besteigen – mit dann 70 Jahren. Sollte es ihm gelingen, wäre der Franzose aller Voraussicht nach der mit Abstand älteste Bergsteiger ohne Atemmaske auf dem Dach der Welt. Bisher hält diesen Everest-Rekord der Italiener Abele Blanc, der 2010 im Alter von 55 Jahren und 264 Tagen den höchsten Punkt der Erde erreichte. Batard hatte sich jahrelang komplett aus dem Höhenbergsteigen zurückgezogen und sich der Malerei gewidmet.

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Everest-Tag: Ruhiges Frühjahr am höchsten Berg

Edmund Hillary (l.) und Tenzing Norgay

Selten habe ich das Wort „eigentlich“ so häufig verwendet wie in den letzten Monaten. So vieles war an den höchsten Bergen der Welt für dieses Frühjahr geplant, fiel dann aber der weltweiten Coronavirus-Pandemie zum Opfer. Dazu gehört auch der Everest-Marathon vom Basislager auf der nepalesischen Südseite hinunter in den Ort Namche Bazaar. Eigentlich hätte das Rennen heute zum 18. Mal ausgetragen werden sollen. Doch auch diese Veranstaltung platzte.

Der Marathon wird regelmäßig am 29. Mai gelaufen, dem Internationalen Everest-Tag, den Nepal seit 2008 feiert. Damit wird an die Erstbesteigung des höchsten aller Berge im Jahr 1953 erinnert. Heute vor 67 Jahren erreichten der Neuseeländer Edmund Hillary (1919-2008) und der Sherpa Tenzing Norgay (1914-1986) als erste Menschen den Gipfel des Mount Everest. Nach seinem Erfolg feierte Tenzing übrigens am 29. Mai auch regelmäßig seinen Geburtstag. Sein genauer Geburtstermin ließ sich nicht mehr rekonstruieren.

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Dritter Everest-Gipfeltag in Folge

Aufstieg über den Everest-Nordostgrat

Heute wurde es dann doch noch mal ein wenig voller auf dem Gipfel des Mount Everest. Nach Angaben von Mingma Gyalje Sherpa erreichten 14 Kunden des kommerziellen chinesischen Expeditionsveranstalters Yarla Shampo den höchsten Punkt der Erde, begleitet von 21 tibetischen Helfern. Mingma, Chef des nepalesischen Anbieters Imagine Nepal, steht in engem Kontakt zu der chinesischen Expedition. Unter jenen, die am Gipfel standen, war auch eine 16-Jährige. Auf ihrem Gipfelvideo, das Mingma über Facebook teilte (s. unten) , sieht man auch den Vermessungsmast, der gestern dort aufgestellt worden war. Ob sie ihn auch wieder mit herunternehmen?

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Chinesische Vermesser auf dem Gipfel des Everest

Gipfelfoto der chinesischen Vermesser

Im Basislager knallten die Sektkorken. Nachdem gestern das tibetische Fixseilteam den Weg bis hinaus zum Gipfel des Mount Everest gesichert hatte, erreichte heute ein Trupp chinesischer Landvermesser den höchsten Punkt. Auf dem Foto, das die staatlichen chinesischen Medien verbreiteten, waren neun Personen zu sehen. Die Besteigung wurde dank der zuvor im Basislager und entlang der Route installierten 5-G-Technik live im chinesischen Fernsehen übertragen. Die Vermesser richteten auf dem höchsten Punkt ihre Instrumente aus und blieben insgesamt zweieinhalb Stunden dort – was in den staatlichen Medien als Rekord für chinesische Bergsteiger gefeiert wurde. Die Ergebnisse der Messung sollen Aufschluss über die exakte Höhe des Bergs geben.

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Gipfelerfolg am Mount Everest

Everest-Nordseite

Sechs tibetische Bergsteiger, die für die chinesische Expedition auf der Nordseite des Mount Everest die Fixseile legten, haben heute den Gipfel auf 8850 Metern erreicht. Das berichtet Mingma Gyalje Sherpa. Der Chef des nepalesischen Expeditionsveranstalters Imagine Nepal hat direkten Kontakt zu der chinesischen Expedition. Zuvor hatte das Fixseilteam zweimal wegen schlechten Wetters und hoher Lawinengefahr umkehren müssen, erst auf 8600 Metern, dann auf 8000 Metern.

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Nächster Everest-Gipfelversuch läuft

Das Gipfelteam ist auf dem Weg

Dreimal ist göttlich? Laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua ist am gestrigen Sonntag erneut ein Team der chinesischen Expedition auf der tibetischen Nordseite des Mount Everest vom vorgeschobenen Basislager auf 6500 Metern Richtung Gipfel aufgebrochen. Sollten diesmal das Wetter und die Verhältnisse am Berg mitspielen, würden die Bergsteiger am Mittwoch den höchsten Punkt der Erde auf 8850 Metern erreichen. Die ersten beiden Versuche waren am schlechten Wetter und hoher Lawinengefahr gescheitert. Am 12. Mai kehrte das Team, das die Fixseile über den Nordostgrat legt, auf 8600 Metern um, am 21. Mai war auf 8000 Metern Endstation.

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Weiterer Gipfelvorstoß am Everest gescheitert

Blick Richtung Everest-Gipfel

Diesmal war auf rund 8000 Metern Endstation. Die Bergsteiger, die für die chinesische Expedition am Mount Everest die Fixseile über den Nordostgrat Richtung Gipfel legen, mussten heute umkehren. Tiefer Schnee und auch Steinschlag habe sie gestoppt, teilte ein Vertreter der chinesischen Bergsteiger-Behörde mit.

Das Team sei erschöpft gewesen und habe sich entschlossen, ins vorgeschobene Basislager auf 6500 Meter Höhe zurückzukehren. Die Nacht hatten die Bergsteiger in Lager 2 auf 7950 Metern verbracht.

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Starker Wind verhindert Gipfelerfolg am Mount Everest

Tibetische Nordseite des Mount Everest

Eigentlich wollten sieben Bergsteiger aus dem Team des chinesischen Expeditionsveranstalters Yarla Shampo heute Fixseile bis zum Gipfel des Mount Everest auf 8850 Metern legen. Doch daraus wurde nach übereinstimmenden Informationen aus Tibet nichts. Der Wind blies zu stark über den höchsten Berg der Erde. Laut Mingma Gyalje Sherpa, der enge Kontakte zur chinesischen Expedition hat, kehrte das Team auf 8600 Metern um. Die vergangene Nacht hatten die Bergsteiger in Lager 3 auf 8300 Metern verbracht. Für Mittwoch erwarten die Meteorologen sogar noch höhere Windgeschwindigkeiten.

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