Mount Everest: Nun schon rund 400 Gipfelerfolge auf der Südseite

Sonnenaufgang am Mount Everest
Sonnenaufgang am Mount Everest (im Herbst 2019)

Es wirkt fast, als hätte jemand einen Keil ins Schönwetterfenster geklemmt, sodass es sich nicht schließen kann. Seit über einer Woche weht in der Gipfelregion des Mount Everest kaum oder gar kein Wind, es fällt kaum oder gar kein Schnee. Die Folge: Der Großteil der 319 ausländischen Bergsteigerinnen und Bergsteiger, denen das nepalesische Tourismusministerium in diesem Frühjahr Everest-Permits ausgestellt hat, hat seine Gipfelversuche bereits hinter sich.

Der US-Blogger Alan Arnette, der wie kein Zweiter den Überblick über die zahlreichen kommerziellen Teams am höchsten Berg der Erde behält, hat inzwischen rund 400 Gipfelerfolge (wie üblich, bis auf wenige, mit Flaschensauerstoff) auf der nepalesischen Seite des Everest notiert. Hinzu kamen Dutzende Besteigungen des benachbarten Lhotse.

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Everest-Gipfelwelle rollt – Lhakpa Sherpa zum zehnten Mal oben

Lhakpa Sherpa

Sie wolle „der jüngeren Generation zeigen, wozu Frauen in der Lage sind“, schrieb Lhakpa Sherpa im Februar auf Facebook, als sie ankündigte, dass sie 2022 die beiden höchsten Berge der Welt besteigen wolle. Im vergangenen Jahr hatte sie dieses Projekt finanziell noch nicht stemmen können. Nun hat Lhakpa Teil eins geschafft: Die 48 Jahre alte Nepalesin erreichte heute zum zehnten Mal – mit Flaschensauerstoff – den Gipfel des Mount Everest auf 8849 Metern. Schon vorher war sie die Frau mit den meisten Everest-Gipfelerfolgen weltweit.

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8000er-Wochenendbilanz: Kami Ritas Rekord, Gipfelerfolge und zwei Todesfälle

Kami Rita Sherpa

„Wenn ich auf dem Everest bin, bin ich total fokussiert“, schreibt Rekordbesteiger Kami Rita Sherpa in seinem kleinen Buch „How to climb Everest“. Der 52-Jährige hat es einmal mehr getan, zum 26. Mal stand Kami Rita auf dem Dach der Welt. Am Samstag erreichte er – mit Flaschensauerstoff – als Chef eines elfköpfigen Teams von Climbing Sherpas den höchsten Punkt der Erde auf 8849 Metern.

Kami Rita und Co. legten die Fixseile bis zum Gipfel und bereiteten damit den Weg für die kommerziellen Expeditionsteams. In dieser Woche wird es am Mount Everest wohl die erste große Gipfelwelle geben.

Der deutsche Profi-Bergsteiger David Göttler übt sich derweil bei seinem dritten Everest-Anlauf ohne Flaschensauerstoff in Geduld. Es werde erstmal zu voll, schreibt mir der 43-Jährige. „Also warte ich.“

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Gipfelerfolge von der Nordseite des Mount Everest gemeldet

Everest-Nordseite (im Frühjahr 2005)

Die ersten Gipfelerfolge der Frühjahrssaison am höchsten Berg der Erde sind offenbar gelungen- auf der tibetischen Nordseite des Mount Everest. Mingma Sherpa, Chef des kommerziellen nepalesischen Expeditionsveranstalters Climbalaya mit guten Verbindungen nach China, berichtet, am vergangenen Freitag habe ein Team des chinesischen Veranstalters Yarla Shampo Expeditions die Fixseile bis zum Gipfel auf 8849 Metern gelegt.

Am Samstag sei dann ein kommerzielles Team aus 20 tibetischen Bergsteigern und elf zahlenden Kunden zum Gipfel aufgestiegen (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Flaschensauerstoff, wenn es nicht so wäre, wäre es bekanntgegeben worden). Ein weiteres Team peile den morgigen Mittwoch (4. Mai) als Gipfeltag an.

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Mount Everest: Route durch Khumbu-Eisbruch steht

Gefährlicher Job: Icefall Doctor im Khumbu-Eisbruch

Die Saison der kommerziellen Expeditionen am Mount Everest kann beginnen. Das Sagarmatha Pollution Control Commitee (SPCC) ließ heute wissen, dass die sechs sogenannten Icefall Doctors – Ang Sarki Sherpa, Dawa Nuru Sherpa, Pemba Tshering Sherpa, Sonam Tshering Sherpa, Chewang Nuru Sherpa und Ngima Gyaljen Sherpa – ihre Arbeiten im und oberhalb des gefährlichen Khumbu-Eisbruchs nach zweieinhalb Wochen erfolgreich abgeschlossen hätten. Alljährlich bereiten die Icefall Doctors die Route für die kommerziellen Teams vor – mit Fixseilen und Leitern bis hinauf nach Lager 2 auf rund 6400 Metern. Bis zum Ende der Saison Anfang Juni halten sie die Route auch instand. Für diesen Service müssen die Teams 600 Dollar pro Expeditionsmitglied an das SPCC zahlen.

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Nepal vor der Frühjahrssaison: Weniger Bergsteiger am Mount Everest?

Blick auf Mount Everest (l.) und Lhotse

Und wieder wird es wohl eine schwierige Frühlingssaison in den Bergen Nepals. 2020 ging wegen der Corona-Pandemie gar nichts. 2021 traf eine Infektionswelle auch die Basislager am Mount Everest und Dhaulagiri – dass die nepalesische Regierung dies bis heute nicht eingeräumt hat, ist und bleibt ein Skandal. Und nun im Frühjahr 2022 sorgt der russische Krieg in der Ukraine weltweit für Unsicherheit – sicher auch bei Bergsteigern.

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Jost Kobusch nach Everest-Expedition: „Es war ein krasser Winter“

Jost Kobusch
Jost Kobusch

Zum zweiten Mal kehrt Jost Kobusch mit vielen Erfahrungen, aber ohne Gipfelerfolg vom Mount Everest zurück. Den hatte er sich allerdings in diesem Winter auch nicht auf die Fahne geschrieben. Als Ziel hatte er formuliert, bis auf 8000 Meter aufzusteigen – wenn es die Bedingungen zuließen. Doch genau das geschah in diesem Winter nicht. Heute kehrte der 29 Jahre alte deutsche Bergsteiger in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zurück. Sein Heimflug ist für den 11. März geplant.

Jost, du hast jetzt zwei Monate fast ununterbrochen in einer Höhe von über 5000 Metern verbracht. Wie geht es dir körperlich?

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Jost Kobusch am Mount Everest: So hoch wie möglich – Warten auf Gipfelchance am K2

Jost Kobusch bei seinem Aufbruch
Jost Kobusch bei seinem Aufbruch

Es ist der letzte Aufstieg bei seinem zweiten Solo-Winterversuch am Mount Everest. Angesichts des weiter starken Winds weiß Jost Kobusch, dass er – wie schon vor zwei Jahren – auch diesmal nicht den Gipfel des höchsten Bergs der Erde auf 8849 Metern erreichen wird. Ihm sei bewusst, „dass die Gipfelchancen faktisch nicht mehr existieren“, ließ der 29 Jahre alte deutsche Bergsteiger auf den sozialen Netzwerken wissen. „Die einzige Chance, die noch besteht, ist, dass ich höher komme als das letzte Mal, noch mal mehr sehe und Erfahrung sammeln kann. Vielleicht überbiete ich sogar meinen eigenen Rekord!“

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Extreme Eisschmelze auf dem Mount Everest

Eisprobe oberhalb des Everest-Südsattels (roter Pfeil; gelber Pfeil zeigt Stelle am „Balkon“, wo eine Wetterstation installiert wurde)

Auch dem Eis hoch oben auf dem Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde, geht es an den Kragen. Wenn sich der Klimawandel unvermindert fortsetzt, könnten Bergsteiger im Jahr 2050 einen komplett eisfreien Everest-Südsattel auf rund 8000 Metern vorfinden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Maine in den USA.

Während der Südsattel-Gletscher früher unter einer Schneedecke gelegen habe, sei das Eis jetzt der Sonnenstrahlung häufig schutzlos ausgesetzt, was zu einem „extrem schnellen Massenverlust“ führen könne“, schreiben die Wissenschaftler: „Bei einer geschätzten Ausdünnungsrate von annähernd 2000 Millimeter (zwei Meter) pro Jahr könnten selbst Gletscher über 8000 Metern, wie der am Südsattel, bis Mitte des Jahrhunderts verschwinden.“

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Everest-Nordseite wohl weiter gesperrt

Everest-Nordseite

Solange COVID-19 die Welt im Griff hat, bleibt es einsam auf der tibetischen Nordseite des Mount Everest. Offiziell ist es zwar noch nicht, aber kaum jemand in der Szene zweifelt noch daran, dass China wegen der Pandemie das dritte Frühjahr in Serie keine ausländischen Bergsteiger nach Tibet lässt.

„Keine Änderung. Auf Wiedersehen im Jahr 2023!“ – so fasst Kari Kobler, Chef des Schweizer Expeditionsveranstalters Kobler & Partner, die Reaktionen der Verantwortlichen in Tibet auf seine Anfragen in puncto Everest zusammen. „Ich denke, im Frühling sind Expeditionen zu den Achttausendern Tibets unmöglich“, schreibt mir Kari, der seit drei Jahrzehnten Expeditionen in den Himalaya veranstaltet. Für die Herbstsaison 2022 in Tibet sieht er eine Chance von höchstens 50/50, „aber auch das sieht aus meiner Sicht zurzeit chancenlos aus.“

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Gefährlicher Nervenkitzel: Everest-Schnupperkurs

Gefährlicher Khumbu-Eisbruch

Als wäre der Mount Everest noch nicht voll genug und gäbe es dort nicht schon jetzt zu viele arglose Aspiranten ohne alpinistische Erfahrung. „Touching Everest“, den Everest zum Anfassen, bietet der kommerzielle russische Expeditionsveranstalter 7 Summits Club für die Frühjahrssaison 2022. Nach dem traditionellen Trekking zum Everest-Basislager können sich die Kunden auch noch durch den Khumbu-Eisbruch bis hinauf nach Lager 2 auf 6400 Metern führen lassen – „mit Sauerstoff und einem Sherpa pro Teilnehmer“, wie der Veranstalter wissen lässt. 14.900 US-Dollar kostet der Spaß.

Zum Vergleich: Wer bis zum Gipfel auf 8849 Meter aufstiegen will, muss 69.900 Dollar berappen. 7 Summit Club verspricht reichlich „Eindrücke und Adrenalin“. Und „übrigens hat die Verlegung auf die rechte Seite des Eisbruchs die Route viel sicherer gemacht“, behauptet der russische Anbieter. Viel sicherer?

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Mount Everest: Sajid Ali Sadpara mit Rettungshubschrauber ausgeflogen

Sajid Ali Sadpara im Krankenhaus in Kathmandu

Seinen 70. Geburtstag am kommenden Montag wird der französische Bergsteiger Marc Batard wahrscheinlich zu Füßen des Mount Everest feiern. Der „Sprinter“, wie Marc in den 1980er Jahren genannt wurde, hat sich für diesen Spätherbst vorgenommen, einen neuen Weg vom Basislager zu Lager 1 auszukundschaften – über die Nuptse-Flanke, abseits des gefährlichen Khumbu-Eisbruchs, durch den die Normalroute auf der Südseite des Bergs führt.

Einer aus Batards Team wird am Montag bei der Geburtstagsfeier des fitten Jubilars wohl fehlen: Sajid Ali Sadpara wurde mit dem Rettungshubschrauber vom Everest-Basislager aus nach Kathmandu ins Krankenhaus geflogen. Der 23-Jährige litt offenbar an einem Höhenhirnödem – was leicht tödlich enden kann, wenn man nicht schnell in niedrigere Höhen gebracht wird.

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Jost Kobusch vor Everest-Winterexpedition: „Mein Ziel: 8000 Meter“

Jost Kobusch
Jost Kobusch

„Ich mache genau dort weiter, wo ich aufgehört habe“, sagt mir Jost Kobusch. „Es war von Anfang an klar, dass ein Projekt wie dieses mehrere Anläufe braucht. Und das ist eben der zweite.“

In einer Woche, am 29. Oktober, fliegt der 29 Jahre alte deutsche Bergsteiger nach Nepal, um sich erneut im Winter am Mount Everest zu suchen: im Alleingang; ohne Flaschensauerstoff; über die anspruchsvolle, selten begangene Route über den Lho La, einen 6000 Meter hohen Pass zwischen Nepal und Tibet, den Westgrat und das in der Nordwand gelegene Hornbein-Couloir. Bei seinem ersten Solo-Anlauf auf dieser Route hatte Jost im Februar 2020 eine Höhe von 7366 Metern erreicht.

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Samen vom Mount Everest

Tibetische Nordseite des Mount Everest

Da hat es der alte Hermann Maximilian Carl Ludwig Friedrich zu Solms-Laubach doch tatsächlich in die chinesischen Staatsmedien geschafft, mehr als 100 Jahre nach seinem Tod. Chinesische Wissenschaftler hätten auf der Nordseite des Mount Everest auf rund 6200 Metern die Samen verschiedener Pflanzen gesammelt, hieß es in den Berichten – so hoch wie noch niemals zuvor, angeblich ein weiterer Everest-Rekord. Die Samen sollten nun getrocknet, gereinigt, gezählt und in einer Samenbank der chinesischen Akademie der Wissenschaften für wild vorkommende Pflanzensorten gelagert werden. Unter den gesammelten Samen seien auch solche von Solms-laubachia himalayensis, hieß es.

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Manaslu – der „Everest des Nachmonsuns“

Viel los am Manaslu

Ein Modeberg war der Mount Everest im Nachmonsun noch nie. Doch ganz so einsam wie in diesem Herbst war es am höchsten Berg der Erde früher nur selten. Das nepalesische Tourismusministerium gab bisher (Stand 14. September) für diese Saison keine Permits für den Everest aus. Nachfrage gleich Null. Stattdessen tummeln sich die vor allem kommerziellen Expeditionen am 8163 Meter hohen Manaslu im Westen Nepals. 171 ausländische Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus 17 Teams erhielten Permits. Nimmt man das einheimische Personal dazu, wird das Manaslu-Basislager auf rund 4800 Metern wieder von rund 400 Menschen bevölkert. Auch die ersten Hochlager sind bereits eingerichtet.

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