K2 im Winter: Nepalesische Zusammenarbeit

Der 8611 Meter hohe K2 im Karakorum

Man kennt sich, man hilft sich – auch am K2, dem zweithöchsten Berg der Erde. „Wir haben heute die Fixseile bis zu der eisigen Passage unterhalb von Lager 3 gelegt“, berichtete Mingma Gyalje Sherpa über die sozialen Netzwerke. Er und seine Teamgefährten Dawa Tenzing und Kili Pemba Sherpa seien dabei auf ungefähr 7000 Meter Höhe von Nirmal „Nims“ Purja und Mingma Tenzi aus dem anderen nepalesischen Team unterstützt worden, so der 34-Jährige: „Danke an die nepalesischen Brüder und ihr nepalesisches Herz.“ Die beiden nepalesischen Seilschaften, angeführt von Mingma und Nims, waren am Sonntag aus dem Basislager aufgebrochen, um das ruhige Winterwetter der vergangenen Tage dafür zu nutzen, die Route über den Abruzzi-Sporn voranzutreiben.

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K2 im Winter: Drei Teams am Berg, Basislager gefüllt

Blick auf den K 2 vom Basislager aus (2004)

Noch lässt der K2 seine Winter-Muskeln nicht spielen. Noch mindestens bis Mittwoch prognostizieren die Meteorologen ruhiges Winterwetter am zweithöchsten Berg der Erde – mit Windgeschwindigkeiten von nur rund 20 Stundenkilometern und Temperaturen im Gipfelbereich um minus 40 Grad Celsius.

„Wir wollen das Beste aus dem Wetter machen“, ließ der Nepalese Nirmal „Nims“ Purja wissen, bevor er am Sonntag mit vier Sherpas aus dem Basislager aufbrach. Im Idealfall wolle man die Route über den Abruzzi-Grat bis hinauf zum letzten Hochlager auf 7600 Metern sichern, teilte Nims mit. Mingma Gyalje Sherpa, der mit seinen nepalesischen Teamgefährten Dawa Tenzing und Kili Pemba ebenfalls aufstieg, gab Lager 3 auf 7200 Metern als vorläufiges Ziel aus. Und auch der Isländer John Snorri Sigurjonsson und das pakistanische Vater-Sohn-Duo Muhammad Ali und Sajid Ali „Sadpara“ stiegen wieder in die Route ein. Heute erreichten sie nach Johns Angaben bei minus 30 Grad und viel Blankeis Lager 2 auf 6700 Metern.

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Nepalesische Manaslu-Winterexpedition: „Wir vertrauen in unsere Fähigkeiten“

Tenji Sherpa (l.) und Vinayak Jay Malla (r.) mit Nirmal Purja
Tenji Sherpa (l.) und Vinayak Jay Malla (r.) mit Nirmal Purja

„Wir haben dieses Projekt schon seit langem im Kopf“, schreibt mir Tenji Sherpa. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, es zu realisieren. Wir wollen als Vertreter der jungen Generation eine positive Nachricht an die Welt schicken, dass Nepals Berge ein sicheres Ziel sind.“ Der 29-Jährige will mit seinem 32 Jahre alten nepalesischen Landsmann Vinayak Jay Malla in diesem Winter den 8163 Meter hohen Manaslu besteigen – auf der Normalroute über die Nordostflanke des Bergs, im Alpinstil, sprich ohne feste Hochlager, ohne Fixseile und ohne Flaschensauerstoff.  

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K2 im Winter: Auch Tamara Lunger ist dabei

Tamara Lunger

Sie hat lange ein Geheimnis darum gemacht. Erst im Flugzeug nach Islamabad legte sie die Karten auf den Tisch: Neben vielen anderen will sich auch die Südtiroler Bergsteigerin Tamara Lunger in diesem Winter am K2 versuchen.  Dies sei „ein Traum von mir seit Jahren“, sagt die 34-Jährige in einem Video, das sie auf Instagram postete. „Ich bin so aufgeregt.“ Bereits im Oktober war Tamara auf der langen K2-Teilnehmerliste aufgetaucht, die der nepalesische Expeditionsveranstalter Seven Summit Treks in den sozialen Medien veröffentlicht hatte. Lunger war darüber sauer gewesen und hatte dafür gesorgt, dass sie von dieser Liste gestrichen wurde. Nun also doch. Vielleicht wollte Tamara im Vorfeld einfach nur ihre Ruhe haben.

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Zweites Team im K2-Basislager eingetroffen

Blick aus dem Basislager auf den K2

„Hallo K2!“ Mit diesen Worten begrüßte Mingma Gyalje Sherpa heute über die sozialen Netzwerke den zweithöchsten Berg der Erde, nachdem er mit seinen nepalesischen Landsleuten Dawa Tenzing Sherpa und Kili Pemba Sherpa das Basislager erreicht hatte: „Wir werden uns jetzt zwei Tage lang komplett ausruhen und dann unseren Aufstieg planen.“ Das Sherpa-Team ist das zweite im Basislager zu Füßen des 8611 Meter hohen Bergs im Karakorum, der als einziger Achttausender noch nie im Winter bestiegen worden ist.

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K2 im Winter: Eine extrem harte Nuss

K2 mit Windfahne

„Das Winterbergsteigen verschafft mir die größte Befriedigung, weil es die Latte der Schwierigkeiten höher legt, weil es dem Kletterer viel abverlangt. Es zeigt uns, wozu wir fähig sind. Für mich ist das die Zukunft des Himalaya-Bergsteigens – die schwierigsten Routen unter den härtesten Bedingungen.“ Das schrieb einst der Pole Andrzej Zawada. Der Pionier des Winterbergsteigens an den höchsten Bergen der Welt leitete die polnische Winterexpedition zum Mount Everest, bei der Krzysztof Wielicki und Leszek Cichy am 17. Februar 1980 die erste Winterbesteigung eines Achttausenders gelang – und acht Jahre später auch die erste Winterexpedition zum 8611 Meter hohen K2 in Pakistan.

Bis heute ist der zweithöchste Berg der Erde der einzige der 14 Achttausender, der noch nie in der kalten Jahreszeit bestiegen wurde. Dass sich in diesem Winter 2020/21 rund 60 Bergsteiger aus 19 Ländern am K2 versuchen werden – etwa so viele wie in einer normalen Sommersaison – hätte Zawada wahrscheinlich nicht für möglich gehalten.

In den gut drei Jahrzehnten, die seit der ersten K2-Winterexpedition vergangen sind, verließen sieben Teams den Chogori – so nennen die einheimischen Balti den Berg – mit leeren Händen. Der Blick zurück.

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Lhakpa Sherpa will 2021 Mount Everest und K2 besteigen

Lhakpa Sherpa
Lhakpa Sherpa

Manche Spitznamen sind gut gemeint, aber ziemlich daneben. „Es gefällt mir nicht so sehr, Everest-Königin genannt zu werden“, sagt Lhakpa Sherpa über den Spitznamen, den ihre Landsleute in Nepal der Rekordbesteigerin des Mount Everest gegeben habe. „Eine Königin lebt in einer Welt voller Komfort und Luxus. Der Name spiegelt definitiv nicht die Art und Weise wider, wie ich lebe.“ Die 47-Jährige arbeitet in Hartford im US-Bundesstaat Connecticut 40 Stunden die Woche in einem Bio-Supermarkt. Als alleinerziehende Mutter muss sie sich und ihre beiden Töchter über die Runden zu bringen. Mal spült sie, mal schneidet sie das Obst klein.

Neunmal erreichte Lhakpa bisher mit Flaschensauerstoff den Gipfel des Mount Everest auf 8849 Metern (ich benutze ab sofort die offizielle Höhe, die Nepal und China ermittelt und gemeinsam verkündet haben). Diesen Rekord würde die Sherpani im Frühjahr 2021 gerne auf zehn Erfolge verbessern. Doch ob es möglich sein wird, steht noch in den Corona-umwölkten Sternen.

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Gerlinde Kaltenbrunner wird 50: „Ich würde es wieder so machen“

Gerlinde Kaltenbrunner
Gerlinde Kaltenbrunner

„Mit der Corona-Pandemie bin ich bisher ganz gut klargekommen“, erzählt mir Gerlinde Kaltenbrunner. „Ich habe das große Glück, dass wir auf dem Land leben. Direkt hinter dem Haus fängt der Wald an. Ich habe mich immer bemüht, viel an der frischen Luft zu sein und das Immunsystem zu stärken.“ Die Österreicherin war 2011 mit ihrem Erfolg auf der chinesischen Nordseite des 8611 Meter hohen K2 die erste Frau, die alle 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestieg. 2017 gelang dies auch der Italienerin Nives Meroi.

In den vergangenen Jahren ist es um Gerlinde ruhiger geworden. Mit ihrem Partner, dem Yoga-Lehrer Manfred Jericha, lebt sie am Attersee in Oberösterreich. Gemeinsam bieten sie Yoga-Kurse und -Reisen an. Auch als Vortragsrednerin ist Kaltenbrunner nach wie vor gefragt. An diesem Sonntag wird sie 50 Jahre alt.    

Gerlinde, ein halbes Jahrhundert, wie fühlt sich das für dich an? 

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Mount Everest jetzt offiziell 8848,86 Meter hoch

Tibetische Everest-Nordseite

Nichts Irdisches ist von ewiger Dauer. Auch Berge wie der Mount Everest verändern sich – etwa durch tektonische Aktivitäten. Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal im Frühjahr 2015, bei dem fast 9000 Menschen ums Leben gekommen waren, hatte es auch Spekulationen gegeben, dass sich die Höhe des Everest durch die starken Erdstöße verändert haben könnte. Eine Neuvermessung des höchsten Bergs der Erde war ohnehin fällig, da mehrere „offizielle“ Höhen existierten. Jetzt haben die Regierungen Nepals und Chinas gemeinsam verkündet: Der Mount Everest ist aktuell 8848,86 Meter hoch – und damit etwa einen Meter höher als beide Staaten bisher offiziell angesetzt hatten. Grundlage waren die Ergebnisse einer nepalesischen Vermessungsexpedition im Frühjahr 2019 und einer chinesischen im Frühjahr 2020.

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Bergsteiger-Legende Doug Scott ist tot

Doug Scott (1941-2020)

Der Brite war schon zu seinen Lebzeiten eine Legende des Bergsteigens im Himalaya und Karakorum. Heute ist Doug Scott im Alter von 79 Jahren gestorben. Er sei friedlich eingeschlafen, zu Hause im Kreise seiner Familie, teilte die Hilfsorganisation „Community Action Nepal“ (CAN) mit, die Scott vor 30 Jahren gegründet hatte.

Die traurige Nachricht kam nicht überraschend. Im August war bekannt geworden, dass Doug totkrank war. Scott litt an einem nicht operablen Tumor des Lymphgewebes im Gehirn. Er konnte sich schon damals, von der Krankheit geschwächt, nur noch im Erdgeschoss seines Hauses im Lake District in der Grafschaft Cumbria aufhalten.

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K2-Winterexpeditionen: Los geht’s!

Mingma Gyalje Sherpa und sein K2-Team
Mingma Gyalje Sherpa (2.v.r.) und Co. vor dem Abflug in Kathmandu

Wer zuerst zum K2 kommt, mahlt zuerst? Das erste Team, das sich in diesem Winter an der Besteigung des zweithöchsten Bergs der Erde versuchen wird, hat bereits seine Zelte im Basislager aufgeschlagen, das zweite ist auf dem Weg. Nachdem das Bergsteiger-Trio um den Isländer John Snorri Sigurjonsson zu Füßen des K2 eingetroffen ist, ist ein anderes Trio von Nepal aus nach Pakistan aufgebrochen: Mingma Gyalje Sherpa, Dawa Tenzing Sherpa und Kili Pemba Sherpa. Auch die drei Sherpas haben sich vorgenommen, die erste Winterbesteigung des K2 zu schaffen. Wenn das Wetter mitspielt, haben die beiden kleinen Teams möglicherweise einen kleinen Zeitvorteil. Die größte Gruppe am Berg – unter dem Ticket des Expeditionsveranstalters Seven Summit Treks – wird erst in zwei Wochen in Pakistan erwartet.

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Wenn die dünne Luft am Mount Everest dicker wird

Wetterstation Everest Balcony mit Team
Die höchste Wetterstation der Welt – am Everest-„Balkon“ (© Mark Fischer/National Geographic)

Hat der vermaledeite Klimawandel, der weltweit für Probleme sorgt, am Mount Everest vielleicht auch einen positiven Nebeneffekt? Ein Team um den Klimaforscher Tom Matthews von der englischen Universität Loughborough errechnete, dass eine Erderwärmung um zwei Prozent im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter dafür sorgt, dass am höchsten Punkt der Erde aufgrund des höheren Luftdrucks durchschnittlich rund fünf Prozent mehr Sauerstoff in die Lunge gelangen kann. Super, mag jetzt mancher Bergsteiger denken, der den Everest ohne Flaschensauerstoff besteigen will. Doch Vorsicht! So einfach ist es nicht. Die Sache hat einen Haken.

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Atanas Skatov vor K2-Winterexpedition: „Der Berg entscheidet“

Atanas Skatov
Atanas Skatov

Hätte ein Wahrsager Atanas Skatov vor zehn Jahren vorhergesagt, dass er den Winter 2020/21 am 8611 Meter hohen K2 in Pakistan verbringen würde, hätte der Bulgare wahrscheinlich sein Geld zurückverlangt. Bis 2010 hatte Skatov die Berge nur aus der Ferne bewundert. Seine wissenschaftliche Karriere beanspruchte seine Zeit. Er studierte in Plovdiv und Berlin und promovierte schließlich über Pflanzenschutz. Atanas‘ Bergleidenschaft erwachte, als sich der Wissenschaftler vor zehn Jahren auf einen insgesamt 650 Kilometer langen Fernwanderweg in Bulgarien begab. Dann wurden die Berge, auf die Skatov stieg, schnell höher. Sehr viel höher.

Als Veganer hoch hinaus

Sein Ziel ist es, als erster Veganer weltweit alle 14 Achttausender zu besteigen. Zehn der höchsten Gipfel der Welt hat der 42-Jährige bereits auf dem Konto, an einem davon – dem Cho Oyu – verzichtete Skatov auf Flaschensauerstoff.

Den Mount Everest bestieg Atanas sowohl über die tibetische Nordseite (2014) als auch über die nepalesische Südseite (2017), außerdem den Manaslu (2015), die Annapurna, den Makalu (beide 2016), den Lhotse (2017), den Cho Oyu (2018) sowie 2019 die vier Achttausender Kangchendzönga, Gasherbrum I, Gasherbrum II und Dhaulagiri. 2017 komplettierte er als erster Veganer die Sammlung der Seven Summits, der höchsten Berge aller Kontinente. Am 19. Dezember will Skatov nach Pakistan starten, um sich an der ersten Winterbesteigung des K2 zu versuchen.

Atanas, hast du keine Bedenken, in Zeiten der Corona-Pandemie auf Expedition zu gehen?

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