Wenn der K2 im Winter ruft

Der K2, der zweithöchste Berg der Erde

Die ersten Zelte mit Expeditionsmaterial stehen bereits zu Füßen des K2. In etwa einem Monat wird sich das Basislager füllen. Wie viele Bergsteiger genau sich an der ersten Winterbesteigung des zweithöchsten Bergs der Erde versuchen werden, lässt sich noch nicht genau abschätzen. Aber die Zahl derer steigt, die sich gerne diese Feder an den Hut stecken würden. Der K2, im Karakorum in Pakistan gelegen, ist der letzte verbliebene der 14 Achttausender, der – trotz einiger Versuche – noch niemals in der kalten Jahreszeit bestiegen wurde.

Die ersten Zelte mit Material stehen schon im Basislager

Die größte Gruppe wird sich unter dem Dach des nepalesischen Expeditionsveranstalters Seven Summit Treks (SST) sammeln. Nach Angaben von Expeditionsleiter Chhang Dawa Sherpa besteht das Team inzwischen aus 45 Mitgliedern – 24 Kunden und 21 Sherpas. Der inzwischen 38-jährige Dawa hatte 2013 als zweiter Nepalese alle 14 Achttausender bestiegen, zuvor war dies 2011 seinem Bruder Mingma Sherpa gelungen.

Klangvolle Namen

Sergi Mingote

Bei der K2-Winterexpedition ist mit Sanu Sherpa ein weiterer Nepalese dabei, der die Achttausender-Sammlung bereits komplettiert hat. Und auch sonst finden sich auf der SST-Teilnehmerliste einige bekannte Namen aus der Szene. Co-Leiter am Berg neben Chhang Dawa Sherpa ist der Spanier Sergi Mingote, der seit 2018 sieben Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestieg, darunter auch den K2.

Ebenfalls unter dem SST-Ticket laufen der Chilene Juan Pablo Mohr, der Bulgare Atanas Skatov und der Pole Waldemar Kowalewski . Mohr hat bisher fünf Achttausender ohne Atemmaske bestiegen, darunter 2019 den Mount Everest. Skatov, ein überzeugter Veganer, stand bereits auf zehn der 14 höchsten Berge der Erde, am Cho Oyu verzichtete er auf Flaschensauerstoff. Kowalewski versuchte sich im Winter 2018/19 vergeblich am K2, im darauffolgenden Sommer erreichte er jedoch den Gipfel auf 8611 Metern. Es war sein fünfter Achttausender. „Ich werde mein Bestes geben“, schrieb der Pole auf Facebook und kündigte an, ohne Flaschenstoff aufsteigen zu wollen.

Sherpa-Trio

Mingma Gyalje Sherpa auf dem Gipfel des K2 (im Sommer 2017)

Das hat sich auch Mingma Gyalje Sherpa vorgenommen, wie er mir gegenüber versicherte. Der 34 Jahre alte Chef des Anbieters Imagine Nepal hat 13 der 14 Achttausender bestiegen, lediglich die Shishapangma in Tibet fehlt ihm noch. Vom K2 kehrte er im vergangenen Winter mit leeren Händen zurück – und mit zornigen Kunden. Mingma verkündete damals, dass er als Konsequenz bei seinem nächsten Winter-Versuch am K2 auf ein reines Sherpa-Team setzen werde. Genau das tut er jetzt. Lediglich Dawa Tenzing Sherpa und Kili Pemba Sherpa werden ihn begleiten. Die beiden haben ebenfalls reichlich Achttausender-Erfahrung: Dawa Tenzing stand allein elfmal auf dem Mount Everest, Kili Pemba neunmal. Um die Expedition zu finanzieren, hat Mingma ein Crowdfunding gestartet, eine Spendensammlung im Internet.

„Dieses Jahr gehen wir ohne Kunden dorthin, und wir sind ein kleines Team. Ich habe Vertrauen in mein Team, dass wir es diesmal schaffen können“, antwortet mir Mingma auf die Frage, was ihn optimistisch mache, am K2 im kommenden Winter mehr zu erreichen als im vergangenen. Er habe aus den Erfahrungen seine Lehren gezogen, so der Expeditionsleiter, „sodass wir dieses Jahr gut vorbereitet und zuversichtlich sind.“

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