Nepal verschärft Einreisebedingungen für Deutsche, Franzosen und Spanier

Mount Everest

„Es wird das am wenigsten überfüllte Jahr auf dem Everest seit Jahrzehnten sein.“ So bewarb Lukas Furtenbach, Chef des österreichischen Expeditionsanbieters Furtenbach Adventures, vor einigen Tagen noch einmal seine diesjährigen Expeditionen zum höchsten Berg der Erde. Anders als in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen diesmal nicht nur die tibetische Nordseite, sondern auch die Südseite des Everest im Angebot – nicht zuletzt wegen der nach wie vor unklaren Situation durch die weltweite Corona-Krise. „Wir bereiten alles für beide Seiten vor und sind so bereit, alles auf eine (offene) Seite zu verlegen – falls nötig“, schreibt mir Lukas. „Hoffen wir das Beste!“

Corona-Attest bei der Einreise vorlegen

Ankunft am Flughafen Kathmandu

Nepal hat wegen der Corona-Epidemie seit heute die strengeren Einreisebestimmungen auf Reisende aus Deutschland, Frankreich und Spanien ausgedehnt. Bisher galten sie nur für Menschen aus China, Iran, Italien, Südkorea und Japan. Staatsangehörige dieser acht Nationen können sich nicht mehr wie sonst bei der Einreise nach Nepal ein Visum ausstellen lassen, sondern müssen es sich bereits im Vorfeld bei der nepalesischen Botschaft oder einem Konsulat im Heimatland besorgen. Zudem müssen sie bei der Einreise ein ärztliches Attest vorlegen, dass sie nicht positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Bescheinigung darf nicht älter als sieben Tage sein.

Landübergänge geschlossen

Die Einreisebehörde Nepals empfiehlt Reisenden aus den acht genannten Staaten zudem „dringend, den internationalen Flughafen Tribhuvan in Kathmandu zu nutzen, den einzigen Einreise/Ausreisepunkt, der für die Ankunft und das Verlassen Nepals offen bleiben wird“. Die Land-Grenzübergänge blieben bis auf Weiteres geschlossen, heißt es. Damit ist die Anreise von Expeditionsteams auf die Everest-Nordseite über Kathmandu und den Grenzübergang Kerung vorerst nicht möglich.

Noch keine Stornierungen

Lukas Furtenbach

 „Wir gehen für den Everest weiter vor wie geplant und haben keine Stornierungen“, schreibt Lukas Furtenbach. „Eher im Gegenteil: Wir bekommen gerade viele Anfragen von Teilnehmern anderer Expeditionen, wo die Veranstalter die Expedition abgesagt haben.“ Auch der deutsche Anbieter Amical alpin, der in diesem Frühjahr den Achttausender Makalu sowie mehrere Trekkingreisen in Nepal im Programm hat, blieb bisher von Stornierungen verschont. „Unsere Teilnehmer sind gewillt, nach Nepal zu reisen und freuen sich auf ihre Frühjahrsreisen“, schreibt mir Amical-Chef Dominik Müller.

Icefall doctors sind auf dem Weg

In Nepal vermittelt man in Sachen Everest trotz Corona-Krise den Eindruck „business as usual“. Nach einem Bericht der Zeitung „The Himalayan Times“ brach heute ein achtköpfiges Sherpa-Team von Namche Bazaar Richtung Everest-Basislager auf. Die „Icefall Doctors“ sollen – wie immer in den vergangenen Jahren – den Weg durch den Khumbu-Eisbruch vorbereiten, die erste Etappe der Normalroute auf der nepalesischen Südseite des Bergs.

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