Die nackten Zahlen können das große Leid, das die verheerende Sturzflut vom vergangenen Mittwoch (26. August) über Teile Nepals und Tibets gebracht hat, kaum wiedergeben. Hinter jedem bestätigten Todesfall stehen schließlich Familien, die um ihre Lieben trauern, hinter jeder und jedem Vermissten zahlreiche Menschen, die angesichts der Ungewissheit weiter bangen und hoffen.

Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde wurden bis heute 18 Uhr Ortszeit in Nepal 781 Tote geborgen. Mehr als 2500 Menschen würden noch vermisst. Addiert man die 16 Toten und mehr als 500 Vermissten hinzu, die von den chinesischen Behörden in Tibet bestätigt wurden, ergibt sich eine Summe von rund 800 geborgenen Toten und mehr als 3000 Menschen, deren Schicksal noch ungeklärt ist.
Auch erfahrene Bergführer im Rettungseinsatz
In Nepal suchen über 13.000 Rettungskräfte nach Überlebenden der Flut-Katastrophe, in Tibet mehr als 2000. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Allein rund 900 Menschen werden noch in Tunnelsystemen mehrerer Wasserkraftwerke vermisst. Nach ihnen suchten auch rund zwei Dutzend erfahrene nepalesische Bergführer, darunter Topbergsteiger wie der 14-malige Everest-Besteiger Pemba Ongchhu Sherpa, Jenjen Lama, Ashish Gurung oder auch Gesman Tamang.

Ein Team um Ashish Gurung und Jenjen Lama konnte gestern rund 120 Meter tief in einen Tunnel vorstoßen, ehe sie von einer dicken Schlamm- und Geröllschicht gestoppt wurden. Es würden „schwere Bagger und Pumpanlagen benötigt, um den angesammelten Schlamm und Schlick zu beseitigen und die Suche fortsetzen zu können“, schrieb Jenjen auf Instagram.
Fast 9500 Menschen seien inzwischen aus dem Katastrophengebiet gerettet worden, teilt die Katastrophenschutzbehörde in Kathmandu mit.
