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Nach Lawinenunglück am Broad Peak: Hoffnung auf Überlebende schwindet

Der Achttausender Broad Peak in Pakistan (mit Schatten des K 2 im Sommer 2004)
Der Achttausender Broad Peak in Pakistan (mit Schatten des K 2 im Sommer 2004)

Wie immer nach Katastrophen am Berg bleibt irgendwann nur noch die Hoffnung auf ein Wunder. Das gilt auch nach der massiven Lawine, die gestern – wie berichtet – am Achttausender Broad Peak in Pakistan niederging und ein zehnköpfiges internationales Team traf, das sich auf etwa 6600 Meter Höhe auf seinem Gipfelversuch befand. Die neueste Nachricht des Alpine Club of Pakistan (ACP) macht wenig Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden.

Keine unbestätigten Informationen verbreiten

Butterlampen
R.I.P., Nadhira und Yukta

Zwei identifizierte Leichen – von Nadhira Al Harthy aus Oman and Pur Bahadur genannt „Yukta“ Gurung aus Nepal – sowie ein Körperteil eines noch nicht identifizierten Bergsteigers oder Bergsteigerin seien in die Stadt Skardu gebracht worden, teilte der ACP mit. „Sohail Sakhis Rucksack und sein kaputtes Garmin-Gerät wurden gefunden“, hieß es weiter. „An der Oberfläche war kein weiterer Körper zu sehen.“

Unklar ist, ob damit nur der Wandfuß gemeint ist, wo die beiden Leichen gefunden wurden, oder die gesamte Bergflanke des Broad Peak. Der Bergsteiger-Verband Pakistans bat darum, keine unbestätigten Informationen zu verbreiten.

Die Namen der zehn Bergsteigerinnen und Bergsteiger, die gestern von der Lawine getroffen wurden, sind offiziell bestätigt. Neben den erwähnten beiden Toten Nadhira Al Harthy und Yukta Gurung handelt es sich bei den Vermissten um die Nepalesen Nirmal Purja, Kili Pemba Sherpa, Nawang Thindu Sherpa, Nima Sherpa und Gyalu Sherpa, den Pakistaner Sohail Sakhi, die US-Amerikanerin Mallory Geis und den Chinesen Wang Zhong.

Nirmal Purja und Kili Pemba Sherpa unter den Vermissten

Nirmal Purja
Nirmal Purja

Weit über das Bergsteigen hinaus ist Nirmal Purja bekannt – nicht zuletzt wegen der Netflix-Doku „14 Gipfel“ über seine Besteigungen aller Achttausender im Jahr 2019 innerhalb von nur sechs Monaten und sechs Tagen.

„Nimsdai“, wie er auch gerufen wird, ist so etwas wie der Superstar im nepalesischen Bergsteigen. Der 43-Jährige, der auch britischer Staatsbürger ist, hat so viele Achttausender-Besteigungen auf dem Konto wie kein anderer weltweit: 57, davon 29 ohne Flaschensauerstoff. Mit einem Gipfelerfolg am Broad Peak ohne Atemmaske wäre Purja der Erste, der alle Achttausender je zweimal ohne Flaschensauerstoff bestiegen hätte.

Kili Pemba, genannt Kilu „Sherpa“, hat erst Anfang Juli seine Sammlung der 14 Achttausender vervollständigt. Gyalu Sherpa bestieg in der Frühjahrssaison 2025 gleich dreimal den Kangchendzönga.

Sohail Sakhi gehört zur neuen Generation starker und selbstbewusster pakistanischer Bergsteiger. Er hat bereits vier der fünf Achttausender seines Heimatlandes bestiegen: den K2, den Nanga Parbat sowie Gasherbrum I und II, allesamt ohne Flaschensauerstoff. Am Nanga Parbat 2025 stieg er alleine auf, am K2 gehörte er in derselben Saison zum Fixseilteam – ebenso im vergangenen Frühjahr am Kangchendzönga in Nepal, dem dritthöchsten Berg der Erde.

Sohail Sakhi
Sohail Sakhi

Der Chinese Wang Zhong stand als Kunde kommerzieller Expeditionen auf elf Achttausendern.

Auch die beiden erwähnten bestätigten Toten vom Broad Peak waren in der Szene keine Unbekannten. Nadhira Al Harthy hatte 2019 auf dem Mount Everest gestanden, als erste Frau aus dem Oman, außerdem 2021 auf dem Manaslu, 2022 auf dem K2 und 2024 auf dem Nanga Parbat. Yukta Gurung bestieg zwölf der 14 Achttausender. Allein zehn Mal erreichte er den Gipfel des Everest.

Update 17.30 Uhr: Nach Angaben des ACP hat das Team von Mingma Gyale Sherpa (Imagine Nepal) mit einer Drohne die Körper von sieben Vermissten am Berg lokalisiert. Deren Identität könne noch nichr eindeutig verifiziert werden, hieß es.

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