Beeindruckender Gipfelerfolg am Manaslu

Manaslu (im Frühjahr 2007)
Manaslu (im Frühjahr 2007)

Nur zwei Besteigungsgenehmigungen hat das nepalesische Tourismusministerium in dieser Frühjahrssaison für den Manaslu ausgestellt. Damit war klar, dass der Ukrainer Alexandr Moroz und der Kirgise Mark Ablovacky den 8163 Meter hohen Berg im Westen Nepals quasi für sich hatten.

Am vergangenen Dienstag, nur 15 Tage nach der Ankunft in Kathmandu, erreichte Moroz den Gipfel des achthöchsten Bergs der Erde – ohne Flaschensauerstoff, ohne Sherpa-Begleiter, sogar ohne Basislager.

Ablovacky hatte wegen drohender Erfrierungen an den Händen auf den Gipfelvorstoß verzichten müssen und wartete in Lager 3 auf 6700 Metern auf seinen Seilpartner. Doch der Reihe nach.

Kurz entschlossen nach Nepal

Laut Mark war es ein eher spontaner Entschluss, sich in diesem Frühjahr am Manaslu zu versuchen. Erst vor anderthalb Monaten fragte er Alexandr, ob er nicht Lust habe, mit ihm zusammen ohne Atemmaske diesen Achttausender zu bestiegen. Auch Moroz hatte Lust.

Im Herbst 2024 war den beiden an der Westwand der 6814 Meter hohen Ama Dablam in Sichtweite des Mount Everest die erst dritte Begehung der extrem schwierigen Route „American Direct“ gelungen.

Mäßig akklimatisiert

Um sich für den Manaslu zu akklimatisieren, wanderten sie – entgegen der sonst üblichen Wegrichtung des Manaslu-Trekkings – über den Larkya La, einen 5160 Meter hohen Pass, ins Dorf Samagaon zu Füßen des Achttausenders.

Larkya La (im Frühjahr 2007)
Larkya La auf der Manaslu-Runde (im Frühjahr 2007)

Ein erster Aufstieg am Berg, um sich weiter an die große Höhe zu gewöhnen, endete im tiefen Schnee auf 6100 Meter Höhe. Von dort stiegen sie wieder in ihr „Basislager“ nach Samagaon auf 3500 Metern ab.

Normalerweise liegt das Manaslu-Basislager auf rund 4800 Metern. Im Herbst tummeln sich dort alljährlich Hunderte von Gipfelkandidatinnen und -kandidaten aus kommerziellen Teams.

Trennung in Lager 3

Der Wetterbericht versprach Moroz und Ablovacky nur ein kurzes Zeitfenster für einen Gipfelversuch, den sie trotz nur mäßiger Akklimatisierung wagen wollten. Die beiden brachen jeweils nachts auf, um der Lawinengefahr zu entgehen und auf fester Schneedecke aufzusteigen.

Ihr Plan ging auf – bis Lager 3. „Als wir uns auf den Weg zu Lager 4 machen wollten, hatte ich das Gefühl, dass meine Hände erfrieren könnten. Ich blieb deshalb im Zelt“, schreibt Mark auf Instagram.

Biwak unter freiem Himmel

Aleksandr brach alleine zum Gipfelvorstoß auf. Auf 7400 Meter biwakierte Moroz im Schlafsack unter freiem Himmel, ein zweites Zelt hatten die beiden Bergsteiger nicht mitgenommen.

Manaslu (l.) und Pinnacle East (r.)
Manaslu (l.)

Nach Sonnenaufgang macht er sich auf den Weg zum höchsten Punkt. Am Gipfelgrat klinkte er sich an einigen Stellen in alte Fixseile ein, die aus dem tiefen Schnee herausschauten. Um 8.26 Uhr Ortszeit erreichte Aleksandr den Gipfel.

Starker Schneefall

Als Moroz und Ablovacky später von Lager 3 gemeinsam abstiegen, begann es wieder heftig zu schneien. „Auf dem Rückweg fielen an einem Tag 60 Zentimeter Neuschnee“, berichtet Mark gegenüber explorersweb.com. „Wir benutzten ein 30-Meter-Seil, einer von uns ging voraus, quasi als Lawinensonde.“

Es ging gut aus. Am Mittwoch, fünf Tage nach dem Aufbruch aus Samagaon, kehrten die beiden Bergsteiger wohlbehalten ins Dorf zurück – im Gepäck einen beeindruckenden Erfolg an einem einsamen, verschneiten Manaslu.

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