Kampf gegen die Flammen am Kilimandscharo

Kilimanjaro Fire
Feuer am Kilimandscharo

Auch am vierten Tag in Folge lodert das Feuer an der Südflanke des Kilimandscharo. Rund 1000 Menschen – Feuerwehrleute und Freiwillige – versuchen weiter, den Brand einzudämmen. Nach Angaben der Behörden wurde in den ersten drei Tagen die Vegetation auf einer Fläche von 28 Quadratkilometern ein Raub der Flammen. Das entspricht der Größe von knapp 4000 Fußballfeldern.

Feuer am Rastplatz gemacht

Ursache des verheerenden Feuers war wohl mangelnde Achtsamkeit. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass offenbar einheimische Träger den Brand ausgelöst hätten, sagte ein Sprecher der Tanzania National Parks (TANAPA). Die Träger hätten auf dem Weg von der „Mandara Hut“ (2700 Meter) zur „Horombo Hut“ (3720 Meter) an einem Rastplatz Feuer gemacht, um Essen für Touristen aufzuwärmen. Dabei habe die trockene Vegetation Feuer gefangen. Es sei eine „sehr trockene Saison, und das Feuer verbreitet sich sehr schnell“, sagte der TANAPA-Sprecher.

Markt eingebrochen

Die erwähnten Holzhütten liegen auf der „Marangu“-Route, die häufig auch als „Coca-Cola-Route“ bezeichnet wird. Dieser Weg auf den 5895 Meter hohen Gipfel mit drei Hüttenquartieren ist der am höchsten frequentierte am Kilimandscharo, weil er technisch einfach ist und keine Zeltausrüstung erfordert. Jahr für Jahr versuchen rund 30.000 Menschen, den höchsten Berg Afrikas zu besteigen. Doch wegen der Corona-Pandemie ist 2020 auch am Kilimandscharo der Markt eingebrochen.

Kein Wunder, dass die Behörden versuchen, den Brand herunterzuspielen. Immer wieder mal gebe es am Kilimandscharo Brände, und die Natur erhole sich danach schnell, hieß es. „Das Feuer ist jetzt unter Kontrolle“, verkündete der Sprecher der Nationalparks bereits am gestrigen Dienstag etwas voreilig. „Und wir sorgen dafür, dass die Aktivitäten der Bergsteiger nicht beeinträchtigt werden.“

Update 15. Oktober: Nach Informationen der Zeitung „The Citizen“ aus Tansania wurden im Horombo-Camp auf 3720 Metern zwölf Holzhütten, zwei Toilettenhäuser und eine Solaranlage durch das Feuer zerstört.

Update 21. Oktober: Die Nationalpark-Verwaltung teilt mit, das Feuer am Kilimanjaro sei „zu 98 Prozent“ gelöscht.