Lama, Auer und Roskelley in Kanada vermisst

David Lama

Die internationale Bergsteiger-und Kletterszene bangt um drei ihrer Besten. Nach Medienberichten aus Österreich und Italien sollen die beiden Österreicher David Lama und Hansjörg Auer sowie der US-Amerikaner Jess Roskelley beim Klettern im Westen Kanadas von einer großen Lawine erfasst worden sein. Offizielle Angaben liegen bisher noch nicht vor.

Die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, dass der riesige Lawinenkegel bereits am gestrigen Mittwoch von Rettungsflugzeugen aus abgesucht worden sei – ohne Erfolg. Die „Kronenzeitung“ berichtet unter Berufung auf eigene Informationen, der 35 Jahre alte Auer sei bei dem Unglück ums Leben gekommen. Der Manager David Lamas kündigte eine Stellungnahme der Familie auf der Homepage des 28-Jährigen an, ohne jedoch einen Zeitpunkt dafür zu nennen.

Hansjörg Auer

Angeblich wollte das Trio eine schwierige Route am 3295 Meter hohen Howse Peak klettern. Anfang der Woche hatten sich die drei Bergsteiger noch auf den sozialen Netzwerken gemeldet – nachdem sie gemeinsam zwei klassische Routen in den kanadischen Rocky Mountains geklettert waren: die „Andromeda Strain“ am 3450 Meter hohen Mount Andromeda und die „Nemesis“ an der Stanley Headwall.

Soloprojekte erfolgreich abgeschlossen

David Lama hatte erst im vergangenen Herbst ein weiteres Glanzlicht gesetzt, als ihm im Alleingang die Erstbesteigung des 6907 Meter hohen, technisch schwierigen Lunag Ri im Rolwaling Himal an der Grenze zwischen Nepal und Tibet gelungen war. Auch Hansjörg Auer hatte 2018 ein Soloprojekt erfolgreich beendet. Er hatte erstmals die Westwand des 7157 Meter hohen Lupghar Sar West im Karakorum gemeistert.

Der 36 Jahre alte Jess Roskelley ist der Sohn des legendären US-Kletterers John Roskelley. Beide zusammen hatten 2003 den Mount Everest gemeinsam bestiegen. Jess war damals mit 20 Jahren der jüngste Amerikaner, der jemals auf dem höchsten Berg der Erde stand. Später eröffnete er zahlreiche Kletterrouten in Alaska.

Update 19.20 Uhr: „Sie sind tot, nicht vermisst“, sagte John Roskelley der US-Zeitung „The Spokesman-Review“. Nach seinen Worten war er es, der gestern die Rettungskräfte alarmierte, nachdem er nichts von seinem Sohn Jeff, David Lama und Hansjörg Auer gehört hatte, die am Hawse Peak unterwegs waren.

Eine Antwort auf „Lama, Auer und Roskelley in Kanada vermisst“

  1. Ich war fassungslos bei der Nachricht Ueli Steck ist tot. Nun geht es mir wieder so. So junge Spitzenkletterer/ Bergsteiger tot.
    Vor 3 Jahren traf ich David in Namche. Kurz vor seinem Aufbruch mit Konrad Anker zum Lunag Ri. Es fällt mir schwer das zu glauben. Aber es ist wahrscheinlich das nicht vorhersehbare Restrisiko.
    Zur falschen Zeit am falschen Ort.

Kommentare sind geschlossen.