Makalu-Winterexpedition: Tragödie beim Abstieg gemeldet

Der 8485 Meter hohe Makalu in Nepal (links, rechts der 7000er Chamlang)
Der 8485 Meter hohe Makalu in Nepal (links, rechts der 7000er Chamlang)

Der Grat zwischen Triumph und Tragödie kann an den Achttausendern sehr schmal sein. Am gestrigen Donnerstag wurde noch die zweite Winterbesteigung des Makalu gefeiert, heute wird ein ums Leben gekommener nepalesischer Bergsteiger betrauert.

Zudem wird der iranische Bergsteiger Abolfazl Gozali vermisst. Das jedenfalls berichtet das nepalesische Portal „The Tourism Times“ und beruft sich auf nicht genauer spezifizierte Quellen.

Suchaktion nach iranischem Bergsteiger Gozali

Phurba Ongel Sherpa
Phurba Ongel Sherpa

Nach diesen Informationen hatten einige Stunden nach Gozali und seinem Bergführer Sanu Sherpa auch dessen Bruder Phurba Ongel Sherpa sowie ein weiterer nepalesischer Bergsteiger den Gipfel des fünfthöchsten Bergs der Erde auf 8485 Metern erreicht. Während des Abstiegs sei Phurba dann bei einem Sturz oberhalb von Lager 4 auf rund 7500 Metern ums Leben gekommen, hieß es.

Sanu habe seinem Bruder zu Hilfe eilen wollen und habe seinen Kunden Gozali aufgefordert, auf ihn zu warten. Bei seiner Rückkehr sei der Iraner jedoch nicht mehr dort gewesen, wo sich beide getrennt hätten, berichtet die Tourism Times. Sanu sei dann ins Basislager abgestiegen und habe eine Suchaktion gestartet.

Eine Erklärung des Expeditionsveranstalters Makalu Adventure steht noch aus. Nach Angaben der Homepage des Unternehmens hatte Phurba Ongel Sherpa zuvor fünf Achttausender bestiegen: den Mount Everest (zwölfmal), den Manaslu (zweimal), die Annapurna I und den Dhaulagiri in Nepal sowie den K2 in Pakistan.

Update 17.1.: Der Anbieter 8K Expeditions hat vier Sherpas zum Makalu geschickt, um das Team von Makalu Adventure bei der Such- und Bergungsaktion zu unterstützen. Inzwischen ergibt sich ein etwas klareres Bild, wie es zu dem Unglück kam. Nach nepalesischen Medienberichten erreichten Sanu Sherpa und sein iranischer Kunde Gozali sowie Phurba Ongel Sherpa und Lakpa Rinji Sherpa am Donnerstag etwa gleichzeitig den Gipfel.

Beim Abstieg waren Phurba Ongel und Lakpa Rinji ein Stück vor den beiden anderen. „Ich sah Lakpa Rinji ein paar Meter unter mir weinen und fragte ihn, was passiert sei. Er erzählte mir, dass Phurba Ongel von dort abgestürzt sei“, berichtete Sanu laut „The Tourism Times“. Sanu und Lakpa Rinji hätten beschlossen, nach Phurba Ongel zu suchen, und Gozali gebeten, an Ort und Stelle zu bleiben. „Aber Gozali sagte, er würde langsam alleine absteigen“, sagte Sanu. „Wir fanden Phurba Ongel dann auf etwa 7500 Metern, nachdem wir etwa eine Stunde lang in dem Gebiet geblieben waren.“ Sie hätten erwartet, Gozali in Lager 3 anzutreffen, doch er sei weder dort noch in Lager 2 gewesen.

Update 17.1., 14 Uhr: Laut Makalu Adventure beteiligen sich acht nepalesische Bergsteiger an der Such- und Rettungsaktion. „Sie sind jetzt in Lager zwei. Wenn das Wetter morgen mitspielt, werden sie bis zum Lager IV weiter steigen,“ schreibt mir Mohan Lamsal, Chef des Expeditionsanbieters.

Update 18. Januar: Makalu Adventure lässt wissen, dass starker Wind und sinkende Temperaturen heute einen Aufstieg bis Lager 4 verhindert hätten. Nach wie vor fehle vom iranischen Bergsteiger Abolfalz Gozali jede Spur.

Update 20. Januar: Wegen des schlechten Wetters am Makalu mit viel Wind und sehr tiefen Temperaturen bleibt die Rettungsaktion ausgesetzt. Nach Angaben von Makalu Adventure wartet das Team im Basislager darauf, dass der Wind abflaut und die Retter wieder aufsteigen können. Mittwochnachmittag Ortszeit bis Donnerstag könnte sich nach der Vorhersage der Meteorologen ein kurzes Wetterfenster öffnen. Am Freitag soll der Wind am Makalu aber wieder auffrischen. Mit jedem Tag der durch das Wetter erzwungenen Untätigkeit sinkt die Chance weiter gegen Null, den vermissten iranischen Bergsteiger Abolfazl Gozali noch lebend zu finden.

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