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Phur Galjen Sherpa besteigt seinen 14. Achttausender

Phur Galjen Sherpa (© Imagine Nepal)
Phur Galjen Sherpa (© Imagine Nepal)

Wegen des schlimmen Lawinenunglücks am Achttausender Broad Peak mit zehn Toten endeten am benachbarten 8611 Meter hohen K2 alle Gipfelversuche. An anderen Achttausendern Pakistans wurde jedoch weiter geklettert.

So gelang nach Angaben der russischen Alpinjournalistin Elena Laletina den beiden Kasachen Vassiliy Pivtsov und Mikhail Tarasov am 1. August die erste Besteigung des 8080 Meter hohen Gasherbrum I in dieser Sommersaison – ohne Flaschensauerstoff und ohne Sherpa-Unterstützung, wie Elena berichtet.

Am selben Tag erreichte auch ein fünfköpfiges Team des kommerziellen Expeditionsveranstalter Imagine Nepal – mit Atemmasken – den höchsten Punkt dieses Achttausenders.

14 Achttausender plus Yalung Kang

Mit dabei war Phur Galjen Sherpa, der damit seine Sammlung der 14 Achttausender vervollständigte. Am 21. Juli hatte er mit dem Gasherbrum II seinen Achttausender Nummer 13 bestiegen.

Phur Galjen kommt aus dem Dorf Thame im Khumbu-Gebiet. Nach Angaben von Imagine Nepal bestieg der 56-Jährige allein zwanzigmal den Mount Everest, erstmals 1999, mehrfach auch zweimal in einer Saison.

2004 erreichte Phur Galjen auch den 8505 Meter hohen Gipfel des Yalung Kang. Es ist der Westgipfel des 8586 Meter hohen Kangchendzönga, des dritthöchsten Bergs der Erde. Phur Galjen ist einer von nur fünf nepalesischen Bergsteigern, die bislang den Yalung Kang bestiegen. Seit dem Erfolg im Mai 2004 wurde der höchste Punkt nicht mehr erreicht.

Petrecek und Holecek brechen Versuch in der Rupalwand ab

Am 8125 Meter hohen Nanga Parbat brachen die beiden Tschechen Tomas Petrecek und Marek Holecek derweil ihren Versuch in der mächtigen Rupalwand wegen Dauerregens und zu hoher Steinschlaggefahr auf rund 5000 Metern ab. Sie hatten in der Wand im Alpinstil – also ohne Flaschensauerstoff, ohne feste Lagerkette, ohne Fixseile und ohne Sherpa-Unterstützung – eine neue Route klettern wollen. Mit gut 4500 Meter Höhe ist die Rupalwand auf der Südseite des Nanga Parbat die höchste Gebirgswand der Welt.

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner und sein Bruder Günther kletterten 1970 als Erste durch die Rupalwand. Beim Abstieg über die Diamirflanke, die Westseite des Achttausenders, kam Günther Messner ums Leben.

Holecek (r.) und Petrecek (l.) am Nanga Parbat
Holecek (r.) und Petrecek (l.) am Nanga Parbat

Zunächst dachten Petrecek und Holecek an einen weiteren Versuch in einem anderen Bereich der Wand. Doch Petrecek machte einen Rückzieher. „Nach langem Überlegen und Abwägen aller Vor- und Nachteile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich dieses Jahr nicht wieder an die Wand zurückkehren werde“, schrieb er auf Facebook. „Vielleicht habe ich einfach zu viel von einem ‚Softie‘ oder Feigling in mir, aber so fühle ich mich im Moment nun einmal.“

Holecek reagierte enttäuscht auf die Entscheidung seines Teampartners. „Das war wie ein Eimer Eiswasser direkt ins Gesicht, wenn man es am wenigsten erwartet“, schilderte er auf Facebook seine Gefühlslage. „Ich habe weder die innere Stärke noch die Entschlossenheit, es alleine zu schaffen. Und die Welt dreht sich, unbemerkt, friedlich weiter. Zum Teufel damit.“