Schlechtes Wetter und Bürokratie behindern Suche nach vermissten Bergsteigern

Wolken am Nanga Parbat

Ein verlorener Tag. Tief hängende Wolken am Nanga Parbat verhinderten heute, dass die Hubschrauber erneut aufsteigen konnten, um nach den beiden seit Sonntag vermissten Bergsteigern, dem 42 Jahre alten Italiener Daniele Nardi und dem 30-jährigen Briten Tom Ballard, zu suchen. Dazu kamen bürokratische Probleme. Nach Angaben von Danieles Heim-Team verlangte die private Agentur Askari, die die Rettungflüge der pakistanischen Armee abwickelt, eine Vorauszahlung dafür, dass ein Hubschrauber den spanischen Bergsteiger Alex Txikon und drei seiner Teammitglieder vom K2-Basislager abholte. Alex und Co. hatten sich bereiterklärt, zum Nanga Parbat zu fliegen, um die Suche nach Nardi und Ballard zu unterstützen. Die Familie Nardis wollte das nötige Geld vorstrecken. Doch bei dem Hin und Her ging wertvolle Zeit verloren, das Wetter verschlechterte sich, und so musste der Flug auf den morgigen Samstag verschoben werden.

Drohnen sollen eingesetzt werden

Txikon ist mit dem Nanga Parbat bestens vertraut. Schließlich gelang dem 37-Jährigen 2016 zusammen mit dem Italiener Simone Moro und dem Pakistaner Muhammad Ali Sadpara die Wintererstbesteigung dieses Achttausenders. Txikon will bei der Suche die beiden Drohnen einsetzen, die er für seine Winterexpedition zum K2 mitgenommen hatte. Grund: Die akute Lawinengefahr an der „Mummery-Rippe“, von der sich die beiden Vermissten zuletzt aus einer Höhe von rund 6300 Metern gemeldet hatten. Am Donnerstag hatten die Piloten der beiden Rettungshubschrauber nach ihren ersten Erkundungsflügen von deutlichen Lawinenspuren auf dem Felssporn gesprochen.

Muhammad Ali Sadpara und zwei weitere pakistanische Bergsteiger stiegen heute vom Nanga-Parbat-Basislager bis in die Nähe von Lager eins auf, kehrten dann aber wieder zurück.

Das Team der K2-Winterexpedition aus Kasachstan, Russland und Kirgisien, das angeboten hatte, sich mit vier Bergsteigern an der Suche nach Nardi und Ballard zu beteiligen, entschied nach Rücksprache mit den Koordinatoren der Rettungsaktion in Italien, am zweithöchsten Berg der Erde zu bleiben. Sie kündigten für die kommenden Tage einen
„letzten Gipfelversuch“ an.