Suche nach Nardi und Ballard wieder aufgenommen

Gutes Wetter am Nanga Parbat

Endlich ist das Wetter am Nanga Parbat wieder aufgeklart, sodass die Suche nach den seit acht Tagen  vermissten Bergsteigern Daniele Nardi und Tom Ballard wieder aufgenommen wurde. Mit einem Militärhubschrauber flogen der Spanier Alex Txikon, drei seiner Teammitglieder sowie der pakistanische Bergsteiger Rahmat Ullah Baig heute zum neunthöchsten Berg der Erde. „Wir haben unser Lager auf dem Plateau zwischen Lager 1 und 2 auf einer Höhe von 4850 Metern aufgeschlagen“, berichtete Alex laut montagna.tv. „Das Wetter ist herrlich.“ Wegen der warmen Temperaturen steige aber auch die Lawinengefahr, so der 37-Jährige. Mit dem Hubschrauber hätten sie den Berg sehr genau erkundet – die Kinshofer-Route, dann die Mummery-Rippe und schließlich das Gletschergebiet zwischen Lager 3 und dem Punkt, an dem der Hubschrauber gelandet sei. „Wir erreichten eine Höhe von ungefähr 7100 Metern. Leider gibt es keine sichtbaren Spuren unserer Freunde.“ Txikon wollte mit einem weiteren Bergsteiger Richtung Lager 2 aufsteigen. Außerdem will das Team das Gebiet mit Kamera-Drohnen absuchen.

Messner sieht kaum noch Hoffnung

Seit dem 24. Februar gibt es kein Lebenszeichen mehr von dem 42 Jahre alten Nardi und dem 30-Jährigen Ballard. An jenem Tag hatten sie sich aus einer Höhe von rund 6300 Metern von der Mummery-Rippe gemeldet, die sie erstmals vollständig hatten klettern wollen. Vieles deutet darauf hin, dass sie in eine Lawine geraten sind. Das vermutet Reinhold Messner. „Leider ist die Hoffnung, sie lebend zu finden, nahe null“, sagte der 74 Jahre alte Bergsteiger aus Südtirol in einem Interview der italienischen Nachrichten-Agentur AGI. „Wahrscheinlich sind sie in einer großen Lawine ums Leben gekommen. „Von der Eismauer oberhalb des Mummery-Sporns lösen sich immer wieder Lawinen. Das Eis ist ständig in Bewegung, drückt auf die Seracs und dann lösen sich von dort Eisblöcke.“

Pivtsov-Team am K2 in Lager 2

Alex Txikon hat seine Winterexpedition am K2 unterbrochen, um nach Nardi und Ballard zu suchen. Die Bergsteiger des anderen K2-Teams aus Kasachstan, Russland und Kirgisien unter Leitung von Vassilij Pivtsov befinden sich derweil auf ihrem nach eigenen Worten „letzten Gipfelvorstoß“ am zweithöchsten Berg der Erde. Heute erreichten sie am Südostgrat Lager 2 auf 6700 Metern.