Alex Txikon und Co. gelingt Winterbesteigung des Manaslu

Der Manaslu, der achthöchste Berg der Erde

Das Bergsteiger-Team um den Spanier Alex Txikon hat das kurze Schönwetterfenster am Achttausender Manaslu im Westen Nepals genutzt. Nach Angaben des Spaniers sowie des nepalesischen Expeditionsveranstalters Seven Summit Treks (SST) erreichten Alex sowie die Nepalesen Tenjen Sherpa, Pasang Nurbu Sherpa, Mingtemba Sherpa, Chhepal Sherpa, Pemba Tashi Sherpa und Gyalu Sherpa um 9.30 Ortszeit den höchsten Punkt auf 8163 Metern. „Das Team trotzte den harten Winterbedingungen und dem tückischen Terrain und erreichte schließlich den Gipfel“, ließ SST-Expeditionsmanager Chhang Dawa Sherpa wissen. Bereits am Abend kehrten alle unversehrt ins Basislager zurück.

Wer stieg ohne Atemmaske auf?

Alex Txikon hat bei seinen bisherigen Projekten stets auf Flaschensauerstoff verzichtet und wird es daher höchstwahrscheinlich auch diesmal so gehalten haben. Ob seine sechs nepalesischen Begleiter ebenfalls ohne Atemmasken aufstiegen, ist noch nicht bekannt. Das Team nutzte die Normalroute über die Nordostseite des Bergs.

Die erste Winterbesteigung des Manaslu war am 12. Januar 1984 den polnischen Bergsteigern Maciej Berbeka und Ryszard Gajewski gelungen. Sie waren ohne Flaschensauerstoff durch die Südwand zum höchsten Punkt aufgestiegen. Die beiden Polen hatten ihre Expedition bereits am 2. Dezember begonnen, also noch im meteorologischen Winter. Txikon und Co. bezogen ihr Basislager erst am 26. Dezember, waren also im Gegensatz zu Berbeka und Gajewski komplett im kalendarischen Winter unterwegs.

Moro freut sich mit

Alex Txikon (l.) und Simone Moro (r.) am Manaslu
Alex Txikon (l.) und Simone Moro (r.) am Manaslu

Für Txikon war es der Erfolg im dritten Anlauf. In den vergangenen beiden Wintern waren er und auch der Italiener Simone Moro am schlechten Wetter und den Schneemassen auf dem Manaslu gescheitert. Eigentlich hatte auch Simone diesmal mit aufsteigen wollen, hatte aber wegen Durchfalls auf 6300 Metern umkehren müssen.

Nach dem Gipfelerfolg von Txikon und Co. meldete sich der 55-Jährige aus der Hauptstadt Kathmandu: „Das Schicksal wollte nicht, dass ich dabei bin, das restliche Team aber das Projekt zu Ende bringt“, schreibt Simone auf Facebook. Er freue sich für die anderen mit, so Moro. „Ich bin glücklich, dass ich so viele Winter mit Alex geteilt habe und dass er an dem perfekten Tag, auf den wir gewartet hatten, auf dem Gipfel war.“ Jetzt warte er auf die Rückkehr des Teams, um gemeinsam zu feiern.

Zweite Achttausender-Winterbesteigung Txikons

Tamara Lunger (2.v.l.) mit den Wintererstbesteigern des Nanga Parbat, Alex Txikon, Simone Moro und Muhammad Ali „Sadpara“ (v.l.)

Txikon erreichte mit dem Manaslu zum zweiten Mal im Winter den Gipfel eines Achttausenders. 2016 war ihm mit Moro und dem Pakistaner Muhammad Ali Sadpara die prestigeträchtige Wintererstbesteigung des Nanga Parbat geglückt.  Die Südtirolerin Tamara Lunger hatte kurz unterhalb des Gipfels umkehren müssen.

Zudem war Txikon 2013 (mit seinem Landsmann Jose Fernandez) die erste Winterbesteigung des 6069 Meter hohen, formschönen Laila Peak im Karakorum gelungen. Weniger Erfolg hatte Alex bei seinen Winter-Versuchen am Mount Everest (2017, 2018 und 2020) sowie am K2 (2019).

Update 7. Dezember: Chhang Dawa Sherpa von SST schreibt mir, dass alle sechs Sherpas des Gipfelteams Flaschensauerstoff benutzt hätten. Von Alex wisse er bis jetzt nur, dass er es ohne habe versuchen wollen.

3 Antworten auf „Alex Txikon und Co. gelingt Winterbesteigung des Manaslu“

  1. Das Update vom 07.01. hat einen faden Beigeschmack. Nicht falsch verstehen, damit will ich absolut nicht die Leistung von den Nepalesen und Herrn Txikon schmälern. Hammer und für mich körperlich und psychisch nicht machbar/vorstellbar. Alles was über 6200 Meter liegt ist außerhalb meiner Kenntnis und über 8000 Meter vom Gedanken bereits mit Bauchschmerzen verbunden.
    Jedoch macht für mich die Benutzung von Flaschensauerstoff, die Story an sich uninteressant. Hätten sie dies nach 25 Jahren ohne Besteigung auch ohne zusätzlichen Sauerstoff geschafft? Moro und Txikon alleine, wahrscheinlich. Aber ungewiss.
    Die Nepali wollen einmal mehr zeigen, was sie können! Halt Bergsteigen, wie die ganzen gesponserten Stars und vielleicht auch besser. Aber wie beim K2 schmälert die Nutzung von Sauerstoff den historischen Mehrwert und somit auch das Ansehen der Nepali, denen ich es aber sehr wünschen würde.
    Vielleicht in einigen Jahren im Winter am Cho Oyu von Nepal aus, ohne Zusatzsauerstoff.

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