Extreme Steinschlaggefahr: Hütten am Mont Blanc geschlossen

Goûter-Hütte am Mont Blanc
Goûter-Hütte am Mont Blanc

Jean-Marc Peillex hat die Nase voll. „Ich resigniere“, schreibt der Bürgermeister der Gemeinde Saint-Gervais und verkündet, dass von heute an die Schutzhütten Tête Rousse (3167 Meter) und Goûter (3835 Meter) an der Normalroute auf den 4809 Meter hohen Mont Blanc bis auf Weiteres geschlossen bleiben. „Wie traurig, dass wir von einigen gesetzlosen Draufgängern gezwungen werden, eine Entscheidung treffen zu müssen, die eigentlich nicht sein müsste.“ Wiederholt hatten die Behörden zuvor appelliert, wegen der aktuell immensen Steinschlaggefahr in Folge der Sommerhitze darauf zu verzichten, den Mont Blanc zu besteigen. Die Bergführer der Region führen derzeit keine Kunden mehr auf den höchsten Berg der Alpen. Dennoch, so Peillex hätten am gestrigen Abend „79 Bergsteiger, überwiegend aus osteuropäischen Ländern, russisches Roulette gespielt“ und seien in die Goûter-Hütte eingedrungen.

Zuvor hatte der Bürgermeister schon damit gedroht, künftig eine Kaution von 15.000 Euro je Bergsteiger einzufordern, „um die Rettungs- und Bestattungskosten der Verrückten und Unbelehrbaren“ zu decken. Dies erweise sich jedoch als rechtlich schwierig.

Steinschlag auch am Matterhorn

Matterhorn
Matterhorn

Auch am 4478 Meter hohen Matterhorn an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien warnen Behörden und Bergführer vor extremer Steinschlaggefahr und raten dringend von Besteigungsversuchen ab. Doch auch dort setzen sich immer wieder Gipfelstürmer über die Ratschläge hinweg. Am Dienstagabend mussten auf der italienischen Normalroute 13 Bergsteiger aus einer Höhe von 3715 Metern gerettet werden, nachdem ein Erdrutsch niedergegangen war. Bei einem Gletscherabbruch an der Marmolata in den italienischen Dolomiten waren Anfang Juli elf Menschen ums Leben gekommen. Der Permafrost auch in den Alpen ist auf dem Rückzug. Das führt zu mehr Steinschlag und der Gefahr, dass sich Eismassen lösen. Der Klimawandel lässt grüßen.

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