Suche nach Nardi und Ballard am Nanga Parbat eingestellt

Daniele und Tom, R.I.P.

„Wir sind untröstlich; wir informieren Sie darüber, dass die Suche nach Daniele und Tom beendet ist. Ein Teil von ihnen wird immer im Nanga Parbat bleiben“, teilt Daniele Nardis Heimteam auf Facebook mit. „Es tut sehr weh. Aber unter Berücksichtung der Fakten und nachdem wir alles nur Mögliche getan haben, um sie zu finden, müssen wir akzeptieren, was passiert ist.“ Nun ist es also traurige Gewissheit: Der 42 Jahre alte Italiener Daniele Nardi und der 30 Jahre alte Brite Tom Ballard sind bei ihrem Versuch, erstmals die markante „Mummery-Rippe“ in der Diamir-Wand zu durchklettern, ums Leben gekommen.

Zwei Körper und ein Zelt

Alex Txikon (r.) am Teleskop

Zuvor hatte bereits der italienische Botschafter in Pakistan, Stefano Pontecorvo, auf Twitter das Bild veröffentlicht, das der Spanier Alex Txikon vom Basislager aus mit einem Teleskop von den „zwei Silhouetten“ gemacht hatte, die er auf rund 5900 Metern entdeckt hatte. Aus Gründen der Pietät verzichte ich darauf, das Bild zu zeigen.

Man erkennt darauf zwei Körper, einen mit einer roten, einen mit einer blauen Jacke bekleidet. Daniele und Tom hatten Daunenjacken in diesen Farben getragen. Txikon und das Suchteam, so der Botschafter, hätten bestätigt, dass es sich um die Leichen Nardis und Ballards handele. Neben dem blauen Körper erkennt man auch ein gelbes Zelt. Was genau den beiden passiert ist, werden wir möglicherweise niemals erfahren.

An dieser Stelle ziehe ich noch einmal ausdrücklich den Hut vor Alex Txikon, Muhammad Ali „Sadpara“, Rahmat Ullah Baig und den anderen Mitgliedern des Rettungsteams, die selbstlos nach den beiden vermissten Bergsteigern suchten und sich dabei auch selbst in höchste Gefahr begaben.

Pivtsov und Co. wohlbehalten zurück

Txikon und seine drei spanischen Begleiter wollen nun ins K2-Basislager zurückkehren, um möglicherweise doch noch einen Versuch zu starten, den zweithöchsten Berg der Erde erstmals im Winter zu besteigen. Das Team des kasachischen Expeditionsleitern Vassiliy Pivtsov ist inzwischen wohlbehalten ins Basislager zurückgekehrt. Die Bergsteiger hatten ihren Gipfelversuch auf rund 7500 Metern wegen schlechter Sicht abgebrochen.