Cala Cimenti stirbt in Lawine

Cala Cimenti (1975-2021) – das Bild postete er gestern auf Facebook

Die traurigen Nachrichten hören einfach nicht auf. Der italienische Skibergsteiger Carlalberto, genannt „Cala“ Cimenti ist heute beim Freeriden an einem Berg nahe des norditalienischen Wintersportorts Sestriere von einer Lawine begraben worden. Der 45-Jährige und ein Freund, mit dem er unterwegs war, konnten nur noch tot geborgen werden.

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Gelesen: To Live

25. Januar 2018, am Gipfel des Nanga Parbat, etwa 18.30 Uhr. Nach der Französin Elisabeth Revol erreicht auch der Pole Tomek Mackiewicz den Gipfel. Revol ist die erste Frau, der eine Winterbesteigung des 8125 Meter hohen Gipfels in Pakistan gelingt, Mackiewicz der erste Pole. „‚Eli, was passiert mit meinen Augen? Eli, ich kann deine Stirnlampe nicht mehr sehen. Du bist ein verschwommener Fleck!'“, erinnert sich Revol. „Diese Sekunde dauert eine Ewigkeit. Alles ändert sich. Ich würge und zittere, Angst überwältigt mich. Meine Beine verwandeln sich in Gelee und ich breche zusammen.“ Der Erfolg wandelt sich zum Drama. Am Ende wird nur die Französin gerettet, Mackiewicz stirbt in einer Eishöhle auf 7238 Metern.

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Cala Cimenti’s Corona-Ratschlag: „Seid stark und geduldig!“

Cala Cimenti

Er geht wieder seiner Leidenschaft nach. Im Piemont im Nordwesten Italiens und in den Dolomiten fährt Carlalberto, genannt „Cala“ Cimenti wieder mit dem Mountainbike, besteigt Berge und fliegt mit dem Gleitschirm talwärts. Im März war der 45-Jährige – wie berichtet – positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ärzte diagnostizierten bei Cala eine Lungenentzündung, schickten ihn jedoch vom Krankenhaus nach Hause – mit Medikamenten und dem Ratschlag anzurufen, wenn es schlimmer werde. Tagelang lag er mit hohem Fieber im Bett, umsorgt von seiner Ehefrau Erika Siffredi. „Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf den Ausschlag des Fieberthermometers, auf jeden Atemzug, der nicht schlechter sein soll als der vorhergehende“, schrieb Cimenti damals auf Facebook. Er erholte sich.

Erstbesteigung des Gasherbrum VII

Im Sommer 2019  hatte Cala in Pakistan den Nanga Parbat bestiegen und war von dem Achttausender mit Skiern abgefahren. Anschließend gelang ihm im Karakorum die Erstbesteigung des 6955 Meter hohen Gasherbrum VII – der Aufstieg steht auf der Auswahlliste für den diesjährigen Piolet d’Or, den „Oscar der Bergsteiger“. Beim Abstieg vom Gasherbrum VII stürzte sein Teamgefährte Francesco Cassardo rund 450 Meter ab. In einer dramatischen Rettungsaktion gelang es, ihn in Sicherheit zu bringen. Zuvor hatte Cimenti auch schon die Achttausender Cho Oyu (2006), Manaslu (2011) und Dhaulagiri (2017) bestiegen. 

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Gipfelerfolge am Nanga Parbat

Nanga Parbat

Der heutige Mittwoch war ein erfolgreicher Gipfeltag am Achttausender Nanga Parbat. Mehrere Gruppen, die sich zu einer großen zusammengeschlossen hatten, erreichten den 8125 Meter hohen Gipfel. Bestätigt sind durch die Daten ihrer GPS-Tracker unter anderem die Gipfelerfolge des Spaniers Sergi Mingote und der Bergsteigerin Stefi Troguet aus Andorra.

Sergi Mingote

Sergi Mingote bestieg nach dem Lhotse im Frühjahr mit dem Nanga Parbat bereits den zweiten Achttausender in diesem Jahr ohne Flaschensauerstoff. „Glücklich!!!“, ließ Sergi via Facebook über seinen Gefühlszustand wissen. Ursprünglich hatte der 48-Jährige nach dem Lhotse auch noch den Mount Everest anhängen wollen, nach einer letztlich vergeblichen Rettungsaktion für den Bulgaren Ivan Tomov (der starb, offenbar an einem Höhenhirnödem) jedoch darauf verzichtet. 2018 hatte Mingote mit dem K 2, dem Broad Peak und dem Manaslu die Gipfel von drei Achttausendern ohne Atemmaske erreicht. In diesem Sommer hat er sich noch den Gasherbrum I und den Gasherbrum II vorgenommen.

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Wohin mit der schmutzigen K2-Wäsche?

Wolken am K 2

Dass Bergsteiger von einer Expedition mit dreckiger Wäsche zurückkehren, ist ganz normal. Schließlich gilt es, mit möglichst wenig Gewicht unterwegs zu sein. Und deshalb gehört nach der Reise der strenge Geruch zu lang getragener Kleidung in der heimatlichen Waschküche einfach dazu. Aber ist es wirklich nötig, nach Expeditionen auch im übertragenen Sinne schmutzige Wäsche zu waschen? Seit Tagen liefern sich die Mitglieder der beiden jüngst gescheiterten K2-Winterexpeditionen einen medialen Schlagabtausch. Mit dem inzwischen fast schon üblichen Echo in den sozialen Netzwerken – von Leuten, die nicht dabei waren, aber meinen, ihren Senf dazu abgeben zu müssen.

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K 2 bleibt im Winter unbestiegen

Alex Txikon, vom K 2 gezeichnet

Der zweithöchste Berg der Erde hat einmal mehr im Winter seine Zähne gezeigt. Nachdem bereits vor anderthalb Wochen das Team aus Kasachstan, Russland und Kirgisien unter Leitung von Vassiliy Pivtsov seinen Gipfelversuch am Südostgrat des K 2 wegen schlechter Sicht auf 7500 Metern abgebrochen hatte, kehrten auch der Spanier Alex Txikon und sein Sherpa-Team ohne Gipfelerfolg ins Basislager zurück. Ihr Lager 3 auf rund 7050 Meter Höhe war Endstation.

„Der starke Wind ließ uns nicht weiter aufsteigen“, erklärte Alex. „Der K2 widersetzt sich im Winter, das müssen wir einfach respektieren. Man muss auf den Berg hören. Dieser Winter hat uns gezeigt, dass die Zeit noch nicht reif ist. Ich werde ganz sicher zurückkehren!“ Vielleicht schon im kommenden Sommer. Txikon hat angekündigt, dass er die erste Überschreitung des Bergs versuchen wolle: Aufstieg über die chinesische Seite des K 2, Abstieg über die pakistanische. Mal sehen, ob die chinesischen Behörden ihm dafür ein Permit erteilen.

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Suche nach Nardi und Ballard am Nanga Parbat eingestellt

Daniele und Tom, R.I.P.

„Wir sind untröstlich; wir informieren Sie darüber, dass die Suche nach Daniele und Tom beendet ist. Ein Teil von ihnen wird immer im Nanga Parbat bleiben“, teilt Daniele Nardis Heimteam auf Facebook mit. „Es tut sehr weh. Aber unter Berücksichtung der Fakten und nachdem wir alles nur Mögliche getan haben, um sie zu finden, müssen wir akzeptieren, was passiert ist.“ Nun ist es also traurige Gewissheit: Der 42 Jahre alte Italiener Daniele Nardi und der 30 Jahre alte Brite Tom Ballard sind bei ihrem Versuch, erstmals die markante „Mummery-Rippe“ in der Diamir-Wand zu durchklettern, ums Leben gekommen.

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„Zwei Silhouetten“ am Nanga Parbat entdeckt

Die Mummery-Rippe in der Diamir-Wand (Pfeil)

Es wird viel spekuliert in diesen Tagen der Suche nach den beiden am Nanga Parbat vermissten Bergsteigern Daniele Nardi und Tom Ballard. Und es nicht immer leicht, Fakten und Vermutungen in den zahllosen Veröffentlichungen auseinanderzuhalten. Nardis Heimteam gab heute bekannt, dass der Spanier Alex Txikon nach eigenen Angaben gestern vom Basislager aus mit einem Teleskop „zwei Silhouetten“ am Mummery-Sporn entdeckt habe. Geplant war eigentlich, heute diese Stelle mit dem Helikopter anzufliegen.

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Suche nach Nardi und Ballard vor dem Ende

Tom Ballard (l.) und Daniele Nardi

Auch zehn Tage nach dem letzten Lebenszeichen der Bergsteiger Daniele Nardi und Tom Ballard vom Nanga Parbat fehlt jede Spur von den beiden Vermissten. Nachdem sie drei Tage lang vergeblich das Gebiet um die „Mummery-Rippe“, einen markanten Felssporn in der Diamir-Wand, und heute zusätzlich noch die nahegelegene Kinshofer-Route nach dem 42 Jahre alten Italiener und dem 30-jährigen Briten abgesucht hatten, kehrten die Spanier Alex Txikon und Felix Criado sowie die Pakistaner Muhammad Ali Sadpara und Rahmat Ullah Baig ins Basislager zurück. Das Rettungsteam hatte bei der Suche auch Kamera-Drohnen eingesetzt.

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Moro: „Den Mummery-Sporn zu klettern, ist Selbstmord“

Rettungshubschrauber am Nanga Parbat

Am Nanga Parbat suchen mit dem Spanier Alex Txikon und dem Pakistaner Muhammad Ali
„Sadpara“
zwei der drei Wintererstbesteiger des Bergs nach den vermissten Daniele Nardi und Tom Ballard. Der 42 Jahre alte Italiener und der 30 Jahre alte Brite hatten sich zuletzt am 24. Februar von der „Mummery-Rippe“  aus einer Höhe von rund 6300 Metern gemeldet. Die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, schwindet immer mehr.

Der dritte Wintererstbesteiger des Nanga Parbat im Jahr 2016, Simone Moro, hält sich nach seiner Rückkehr aus Nepal wieder in seinem Heimatland Italien auf. Der 51-Jährige und sein nepalesischer Kletterpartner Pemba Gyalje Sherpa hatten Ende Januar am Achttausender Manaslu vor den riesigen Schneemassen kapituliert. Ich hatte Simone einige Fragen geschickt, bevor die Ereignisse am Nanga Parbat ihre dramatische Wendung nahmen. Unter anderem fragte ich ihn nach den Chancen der Teams am K2 und Nanga Parbat. Moro antwortete unter Hinweis auf die aktuelle Entwicklung so:

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Suche nach Nardi und Ballard wieder aufgenommen

Gutes Wetter am Nanga Parbat

Endlich ist das Wetter am Nanga Parbat wieder aufgeklart, sodass die Suche nach den seit acht Tagen  vermissten Bergsteigern Daniele Nardi und Tom Ballard wieder aufgenommen wurde. Mit einem Militärhubschrauber flogen der Spanier Alex Txikon, drei seiner Teammitglieder sowie der pakistanische Bergsteiger Rahmat Ullah Baig heute zum neunthöchsten Berg der Erde. „Wir haben unser Lager auf dem Plateau zwischen Lager 1 und 2 auf einer Höhe von 4850 Metern aufgeschlagen“, berichtete Alex laut montagna.tv. „Das Wetter ist herrlich.“ Wegen der warmen Temperaturen steige aber auch die Lawinengefahr, so der 37-Jährige. Mit dem Hubschrauber hätten sie den Berg sehr genau erkundet – die Kinshofer-Route, dann die Mummery-Rippe und schließlich das Gletschergebiet zwischen Lager 3 und dem Punkt, an dem der Hubschrauber gelandet sei. „Wir erreichten eine Höhe von ungefähr 7100 Metern. Leider gibt es keine sichtbaren Spuren unserer Freunde.“ Txikon wollte mit einem weiteren Bergsteiger Richtung Lager 2 aufsteigen. Außerdem will das Team das Gebiet mit Kamera-Drohnen absuchen.

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Weiter kein Lebenszeichen von Nardi und Ballard

Null Sicht am Nanga Parbat

Man wehrt sich innerlich dagegen. Doch langsam, aber sicher schwindet die Hoffnung, die am Nanga Parbat vermissten Bergsteiger Daniele Nardi und Tom Ballard noch lebend bergen zu können. Seit sechs Tagen gibt es kein Lebenszeichen mehr von dem 42 Jahre alten Italiener und dem 30 Jahre alten Briten. Dichte Wolken verbargen an diesem Samstag den 8125 Meter hohen Berg und verhinderten erneut, dass die Rettungsaktion fortgesetzt werden konnte. Da auch am K 2 schlechtes Wetter herrschte, konnte der Plan nicht umgesetzt werden, den Spanier Alex Txikon und drei seiner Teammitglieder per Hubschrauber zum Nanga Parbat zu fliegen. Txikon und Co. wollen Muhammad Ali „Sadpara“ und zwei weitere pakistanische Bergsteiger bei der Suche nach Nardi und Ballard unterstützen, unter anderem durch den Einsatz zweier Drohnen.

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Schlechtes Wetter und Bürokratie behindern Suche nach vermissten Bergsteigern

Wolken am Nanga Parbat

Ein verlorener Tag. Tief hängende Wolken am Nanga Parbat verhinderten heute, dass die Hubschrauber erneut aufsteigen konnten, um nach den beiden seit Sonntag vermissten Bergsteigern, dem 42 Jahre alten Italiener Daniele Nardi und dem 30-jährigen Briten Tom Ballard, zu suchen. Dazu kamen bürokratische Probleme. Nach Angaben von Danieles Heim-Team verlangte die private Agentur Askari, die die Rettungflüge der pakistanischen Armee abwickelt, eine Vorauszahlung dafür, dass ein Hubschrauber den spanischen Bergsteiger Alex Txikon und drei seiner Teammitglieder vom K2-Basislager abholte. Alex und Co. hatten sich bereiterklärt, zum Nanga Parbat zu fliegen, um die Suche nach Nardi und Ballard zu unterstützen. Die Familie Nardis wollte das nötige Geld vorstrecken. Doch bei dem Hin und Her ging wertvolle Zeit verloren, das Wetter verschlechterte sich, und so musste der Flug auf den morgigen Samstag verschoben werden.

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Suche nach Nardi und Ballard am Nanga Parbat bisher erfolglos

Muhammad Ali Sadpara im Nanga-Parbat-Basislager

Zweimal stiegen heute Militärhubschrauber am Nanga Parbat auf, um nach den seit dem Wochenende vermissten Bergsteigern Daniele Nardi und Tom Ballard zu suchen. Vergeblich. Der 42 Jahre Italiener und der 30 Jahre alte Brite hatten sich am Sonntag zum letzten Mal aus einer Höhe von rund 6300 Metern an der sogenannten „Mummery-Rippe“ gemeldet, einem markanten Felssporn in der Diamir-Wand, der bisher noch nie komplett geklettert worden ist. Seitdem gab es kein Lebenszeichen mehr von den beiden.

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Nanga Parbat: Sorge um Nardi und Ballard

Tom Ballard (l.) und Daniele Nardi

Mit jeder Stunde, die ohne Lebenszeichen von Daniele Nardi und Tom Ballard vergeht, wächst die Sorge um die beiden Bergsteiger. Der 42 Jahre alte Italiener und der 30 Jahre alte Brite hatten sich zuletzt am Sonntag vom Nanga Parbat aus einer Höhe von rund 6300 Metern gemeldet
– von der „Mummery-Rippe“, die sie erstmals vollständig durchklettern wollten. Seitdem herrscht Funkstille. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ihnen etwas zugestoßen ist. Möglicherweise stecken sie auch in einem Funkloch. Oder der Akku des Satellitentelefons ist leer gelaufen. Dennoch, ein ungutes Gefühl macht sich breit.

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