Trauer um Urken Lendu Sherpa

Urken Lendu Sherpa (1993-2021)

Einer der vielversprechendsten jungen Bergsteiger Nepals ist tot. Urken Lendu Sherpa stürzte beim Klettern im Khonar-Tal nahe seinem Heimatdorf Phortse in den Tod. Urken wäre am 16. Februar 28 Jahre alt geworden. Trotz seines jungen Alters galt Urken Lendu als umsichtiger Bergsteiger mit großer Achttausender-Erfahrung:  Viermal stand er auf dem Gipfel des Mount Everest, sechsmal bestieg er den Cho Oyu,, viermal den Manaslu.

„Urken war ein sehr leidenschaftlicher, starker, schüchterner, motivierter und talentierter junger Mann“, schrieb das Khumbu Climbing Center, wo der Sherpa das Klettern gelernt hatte und wo er sich auch hinterher engagierte. Phortse ist das Dorf im Khumbu-Gebiet mit der höchsten Dichte an Besteigern des Mount Everest: Mehr als 80 Bewohner standen bereits auf dem höchsten Punkt der Erde auf 8849 Metern.

Everest von beiden Seiten bestiegen

Tengboche Monastery
Kloster Tengboche

Nach seiner Schulausbildung ging Urken Lendu zunächst als Mönch ins nahegelegene Kloster Tengboche und später auch nach Darjeeling im Norden Indiens. Den Mount Everest bestieg er zum ersten Mal im Jahr 2011. Drei weitere Aufstiege folgten – sowohl auf der nepalesischen Südseite als auch auf der tibetischen Nordseite des Bergs. 2019 gehörte er zum Sherpa-Team der internationalen Everest-Wissenschaftsexpedition, das eine Wetterstation auf dem so genannten „Balkon“ auf rund 8400 Metern installierte.

Erstbesteigung des Luza Peak

R.I.P.

Urken Lendu ging auch Eisklettern und Ski fahren. Ende Dezember gelang ihm gemeinsam mit Pemba Sharwa Sherpa and Lakpa Gyaljen Sherpa, beide ebenfalls aus Phortse, die Erstbesteigung des 5726 Meter hohen Luza Peak im Khumbu – in sauberem Stil, über eine anspruchsvolle Route, und das im Winter. Es war ein weiteres Ausrufezeichen der jungen Bergsteiger-Generation Nepals. „Wir klettern nicht nur, um zu leben und den Traum eines anderen zu erfüllen“, schrieb Urken Lendu Sherpa Mitte Dezember auf Instagram. „Wir haben es selbst in der Hand.“