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Bergung der Lawinenopfer vom Broad Peak vorerst beendet

Broad Peak (2004)
Broad Peak (2004)

Die Leichen von vier Bergsteigern, die bei dem Lawinenunglück vor sechs Tagen am Broad Peak ums Leben kamen, sind ins Basislager gebracht worden und können jetzt an ihre Familien weitergegeben werden. Das teilte der Alpine Club of Pakistan (ACP) heute in einer so wörtlich „abschließenden Erklärung“ mit. Es handele sich um die Körper von Nirmal Purja, Wang Zhong, Nima Sherpa, und Kili Pemba (Kilu) Sherpa. Schlechtes Wetter hatte am Montag und Dienstag verhindert, dass sie von Lager 1 ins Tal transportiert werden konnten.

Damit sind nun die Leichen von sieben der zehn Lawinenopfer vom Broad Peak geborgen worden. Am vergangenen Samstag war der Körper des Nepalesen Gyalu Sherpa aus der Lawinenzone nach unten gebracht worden, bereits am Freitag hatten die Rettungskräfte am Fuß des Broad Peak die Körper von Nadhira Al Harthy aus Oman and Pur Bahadur (Yukta) Gurung aus Nepal geborgen.

Weiter drei Vermisste

Butterlampen
R.I.P.

Der Nepalese Nawang Thindu Sherpa – er liegt offenbar weiter oben am Berg in einer schwer zugänglichen Zone – , der Pakistaner Sohail Sakhi sowie die US-Amerikanerin Mallory Geis gelten offiziell weiter als vermisst. Ein am vergangenen Freitag am Freitag gefundenes Körperteil war Geis zugeordnet worden.

„Wir bleiben fest entschlossen, alles Mögliche zu tun, um sie (die Vermissten) aufzufinden und zu bergen“, verspricht der ACP, „wann immer die Umstände dies zulassen, damit auch sie zu ihren Angehörigen zurückkehren können.“

ACP lobt selbstloses Engagement der Bergungskräfte

Der pakistanische Bergsteigerverband bedankt sich ausdrücklich bei dem „engagierten Bergungsteam“. Mingma Gyalje Sherpa, Chef des Expeditionsveranstalters Imagine Nepal, führte das Team an. Neben ihm waren die Pakistaner Sirbaz Khan, Abid Baig und Sherbaz Kahn sowie Dipen Gurung und Pemba Chhewang Sherpa aus Nepal im Einsatz. Deren „Mut, Professionalität und selbstloses Engagement“ hätten „diese Bergung unter extrem schwierigen Bedingungen“ ermöglicht, heißt es in der Mitteilung des ACP.

Mingma Gyalje Sherpa erfüllte sein Versprechen

Mingma Gyalje hatte zu einigen der Lawinenopfer eine enge Beziehung. Kilu Sherpa arbeitete seit vielen Jahren als Bergführer für Imagine Nepal, der Chinese Wang Zhong hatte elf seiner zwölf Achttausender als Kunde von Mingmas Unternehmen bestiegen.

Auch mit dem nepalesischen Bergsteiger-Star Nirmal Purja verbanden Mingma Gyalje viele gemeinsame Erlebnisse. 2021 gehörten beide zu dem zehnköpfigen Team nepalesischer Bergsteiger, dem die erste Winterbesteigung des 8611 Meter hohen K2, des zweithöchsten Bergs der Erde, gelang. Im Herbst 2024 hatten Mingma Gyalje Sherpa und Nirmal Purja am selben Tag an der Shishapangma ihre 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff komplett gemacht – als erste Bergsteiger aus Nepal.

Mingma Gyalje Sherpa (l.) und Nirmal Purja (r.) - im Herbst 2024 auf der Shishapangma
Mingma Gyalje Sherpa (l.) und Nirmal Purja (r.) – im Herbst 2024 auf der Shishapangma

„Meine geliebten Brüder Kilu, Wang und Nims, wir werden euch nach Hause bringen, damit ihr bei euren Familien seid …“, hatte Mingma Gyalje vor vier Tagen auf Instagram gepostet. Er hielt sein Versprechen. Hut ab vor ihm und allen anderen, die sich an der schwierigen und gefährlichen Bergung am Broad Peak beteiligt haben.

P.S. Nennt mich ruhig „old school“, aber ich fand viele sensationsheischenden Bilder und Kommentare in den sozialen und anderen Medien einfach nur unerträglich und respektlos. Ist es zu viel verlangt, erst einmal die Bergungskräfte ihre gefährliche Arbeit machen zu lassen und den Familien der Opfer die Gelegenheit zu geben, den ersten tiefen Schmerz des Verlustes Ihrer Lieben durchzustehen?

2 Kommentare

  1. In Deinem Kommentar, lieber Stefan, sagst Du genau das Richtige. Feingefühl, ehrfürchtiger Respekt und taktvolle Rücksichtnahme werden hoffentlich nie ‚old-school‘ werden. Auch ich fand es teilweise unerträglich, was, wie und zu welchem Zeitpunkt zum Broad Peak Unglück gepostet wurde.

  2. Lieber Stefan, auch ich schliesse mich deiner Haltung vollinhaltlich an, leider sind für viele die Zugänge zum Erlebnis und Geheimnis Bergsteigen von Selbstdarstellung, Sensationsgier geleitet, sie bleiben an der „Oberfläche“, weit entfernt davon, jeden Aufstieg auch als einen Abstieg zum Wesen des Lebens zu erahnen, so wie es die Dichterin Christine Busta in einem Gedicht ausdrückte:
    „Wer weiss, was alles im Leben passieren kann, geht auch den Flüssen nach, die im Karst verschwinden.“
    Churchy

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