Bald Gipfelversuch am Mount Everest? COVID-19 am Dhaulagiri

Tibetische Everest-Nordseite

Während Nepal im Corona-Chaos zu versinken droht, läuft die Bergsteiger-Saison am Mount Everest weiter, als sei nichts geschehen. Die Fixseile auf der nepalesischen Südseite des Bergs liegen bis zum Südsattel auf knapp 8000 Metern. Der Wind weht weiter moderat, sodass für die nächsten Tage die Meldung über den ersten Gipfelerfolg erwartet wird – von dem Sherpa-Team, das die Route bis zum höchsten Punkt auf 8849 Metern mit Seilen sichert.

Nach Informationen aus Tibet sind auch auf der Everest-Nordseite die Vorarbeiten so gut wie abgeschlossen. Die Fixseile am Nordostgrat lägen bis auf eine Höhe von 8300 Metern, heißt es. Die chinesischen Behörden haben den Everest wegen der Corona-Pandemie in diesem Frühjahr – wie schon 2020 – für ausländische Bergsteiger gesperrt. Lediglich eine chinesische Expedition mit 25 Kunden erhielt ein Permit.

Mindestens acht positive Tests

Dhaulagiri

Nach Dutzenden von Corona-Infektionen im Basislager auf der Everest-Südseite werden nun auch vom Achttausender Dhaulagiri im Westen Nepals COVID-19-Fälle unter Bergsteigern gemeldet. Wie der polnische Bergsteiger Waldemar Kowalewski seinem Landsmann Zbyszek Bak berichtete, wurden acht Bergsteiger positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Drittel aller Bergsteiger am Dhaulagiri hätten das Basislager bereits verlassen oder warteten darauf, per Hubschrauber ausgeflogen zu werden.

Neue Höchststände

Die Regierung Nepal hat wegen der dramatischen Zuspitzung der Corona-Lage alle Inlandsflüge untersagt, nur Rettungsflüge sind noch erlaubt. Auch die internationalen Flüge wurden bis zum 14. Mai ausgesetzt. Die Behörden registrierten am Dienstag 7587 neue COVID-Infektionen und 55 Todesfälle – so viele an einem Tag wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr. Rund jeder zweite Corona-Test fiel positiv aus. Wegen der geringen Testkapazitäten in Nepal muss mit einer sehr hohen Dunkelziffer gerechnet werden. In den meisten Krankenhäusern gibt es keine freien Betten mehr, es fehlt zudem an Sauerstoff, um die Schwerkranken zu beatmen.