Wie viel Mensch verträgt der Mount Everest? Diese Frage drängt sich in diesen Tagen auf, in denen eine Erfolgsmeldung vom höchsten Berg der Erde die andere jagt. Alleine am gestrigen Mittwoch zählte der US-Bergblogger Alan Arnette, der wie kaum ein Zweiter den Überblick über all die kommerziellen Teams am Everest behält, 270 Everest-Besteigungen. Heute kamen dem Vernehmen nach rund 150 weitere dazu. Das bedeutet, dass innerhalb von zwei Tagen mehr als 400 Menschen auf dem höchsten Punkt der Erde standen.
Wie durch ein Wunder gab es – wie sonst bei einem solchen Andrang fast schon normal – diesmal offenbar keine Todesfälle. Zumindest wurden bisher keine gemeldet – wohl aber Staus in der Lhotseflanke und auf dem Gipfelgrat.
Ohne Beine auf den Mount Everest
Zu denen, die heute – mit Flaschensauerstoff und Sherpa-Unterstützung – den Gipfel des Mount Everest in 8849 Meter Meereshöhe erreichten, gehörte der Russe Rustam Nabiev, der sich nur mit der Kraft seiner Arme auf den Gipfel zog.
Nach einem Militärunglück – eine Baracke war nachts zusammengebrochen – hatten dem früheren Soldaten 2015 beide Beine amputiert werden müssen. Im Herbst 2021 hatte sich Rustam bereits am Manaslu an den Fixseilen bis zum Gipfel auf 8163 Metern hinaufgezogen.
Triple Crown für Tenzing David Sherpa und Mingtemba Sherpa
Tenzing David Sherpa holte sich – mit Flaschensauerstoff – innerhalb von fünf Tagen die sogenannte Triple Crown. Am 17. Mai stand er auf dem Nuptse (7861 Meter), am gestrigen 20. Mai auf dem Everest und heute auf dem Lhotse (8516 Meter). Sein nepalesischer Landsmann Mingtemba Sherpa brauchte dafür – ebenfalls mit Atemmaske – acht Tage.
Mingtemba hatte das nepalesische Team geleitet, das die Fixseile bis zum Gipfel des Mount Everest gelegt hatte. Danach führte er die Norwegerin Kristin Harila auf den Nuptse und heute auf den Lhotse.
Harila mit Atemmaske auf Lhotse
Harila hatte sich eigentlich vorgenommen, in dieser Saison ohne Flaschensauerstoff die Triple Crown zu schaffen. Nach ihrem Gipfelerfolg ohne Atemmaske am Nuptse trug sie heute am Lhotse eine Atemmaske, wie das Gipfelfoto zeigt, das sie in ihrer Instagram-Story postete. Sie habe den vierthöchsten Berg der Erde „bei extremem Wind“ bestiegen, hieß es im Begleittext.

Gestern hatte der Ire James McManus den Lhotse ohne Flaschensauerstoff bestiegen – in Begleitung seines nepalesischen Bergführers Chhiring Dhenduk Bhote, der wohl eine Atemmaske nutzte (hätte er darauf verzichtet, wäre es vom Veranstalter Seven Summit Treks kommuniziert worden).
Am Montag hatte Anja Blacha – wie berichtet – den Gipfel des Lhotse ohne Flaschensauerstoff erreicht – und ohne nepalesischen Begleiter. Für die deutsche Bergsteigerin war es der 13. der 14 Achttausender, den sie ohne Atemmaske bestieg.


Das ist ja kaum noch auszuhalten !! Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf !!
An der Zugspitze an einem guten Tag 4000 (!) Menschen an einem Tag am Gipfel. Da sind die 270 am Everest gar nicht mehr so spektakulär. Und der Everest ist viel größer
Fragt sich nur wie… für mich hat das mit echtem Alpinismus nichts zu tun. Ich könnte nur stolz sein, wenn ich so etwas alleine und ohne Sauerstoff machen könnte. Sonst ist das für mich nichts wert, und jede Leistung, welche man sich mit Demut und langfristigem Training selbst verdient hat, ist tausendfach wertvoller, als sich hier hochschleppen zu lassen. Und sei es „nur“ ein Dreitausender. Für mich, und nicht zum Schein.
Mir tun die Bergretter leid , die an solchen Tagen unfähigen Leuten helfen müssen und dabei ihr eigenes Leben riskieren , siehe Fernsehserie im Br ( In höchster Not ) . Viel anders wird es im Himalaya auch nicht sein !!
Muss man denn unbedingt auf diese verdammten Modeberge steigen ?? Es muss doch auch andere Möglichkeiten geben die Menschen in Nepal zu unterstützen !!
🙂 was ein Vergleich, da muss man erstmal drauf kommen. Auf die Zugspitze fährt ein Zug!!
Unverantwortlich. Aber die Gier ist stärker. Cash is King.
Man könnte ja vielleicht auf der ganzen Strecke noch Hütten bauen !😆😆
Lieber Lukas; ich kann dir hier nur zu 100 % Recht geben! Kein Mensch (außer am Everest) beklagt sich über die Menschenansammlungen am Berg wie z.Bsp an der Aig. du Midi (Abstieg zum Valle Blance), am Matterhorn, Großglockner uvm. . Zumal dieser Andrang in der diesjährigen Frühjahrssaison mitunter auch der Sperre des Mount Everest auf der Nordseite (Tibet / China) und den zu Beginn der Saison schlechten Verhältnisse im Khumbu Eisbruch geschuldet war. Bei den Fotos handelt es sich meiner Meinung nach um Momentaufnahmen, welche zustande kamen, weil das Zeit Fenster zur Besteigung relativ klein wurde und einfach „alle noch hinauf wollten“ was hoffentlich allen Lesern als verständlich einleuchten möge. Der Everest wird vermutlich trotz aller Regelungen, Vorschriften, Erhöhung der Permit Gebühren usw. ein Magnet, Anziehungspunkt bleiben, wie auch bei mir, zumal mir leider eine erfolgreiche Besteigung des Everest verwehrt blieb, dennoch wäre Dies meine Lebenstraum. Man darf bitte auch nicht außer Acht lassen, welche Summe von Geld durch Lukas Furtenbach nach Nepal, eines der ärmsten Länder der Welt, gebracht wurde / wird und wie viele Menschen durch Ihn Arbeit und „Wohlstand“ erfahren. Abschließend – lieber Lukas – herzliche Gratulation Dir und deinem gesamten Team (Bergführern, High Climbing Sherpas, Küchenteam etc.) für den diesjährigen Erfolg. Andreas Steger; Berg- und Schiführer
Die Menschheit sollte endlich mal ihre Gehirne einschalten !! Gipfelerfolg hin oder her .
Wer die Zugspitze mit dem Everest vergleicht um etwas “schön zu reden”, der muss viel bias haben 🙂 Die Zugspitze ist auf Massentourismus trainiert inkl. Waste Management. Um es klar zu sagen: auch auf der Zugspitze ist es zuviel. Jeder, der die Region kennt – weiss um die Probleme. Ich kann dort im August nichtmal in die Nähe, weil mich die Insta-Massen am Eibsee (die oft null Sinn für Natur haben) so brutal frustrieren 🙂 Wir können nicht jeden Ort kaputt machen! Die Balance ist wichtig auch für die Anwohner.
Da sieht man doch mal , dass es letztendlich nur um Profit geht , es wird immer mehr investiert , damit noch mehr Volk die Berge belagert , wann hört das endlich auf !!