Mit vereinten Kräften ist die Route bis hinauf zum Gipfel des Mount Everest auf 8849 Metern gesichert worden. Heute vormittag Ortszeit erreichte ein zwölfköpfiges nepalesisches Fixseil-Team unter Leitung von Mingtemba Sherpa das „Dach der Welt“. Es war der erste Gipfelerfolg der diesjährigen Frühjahrssaison am höchsten Berg der Erde.
In den noch ganz frischen Fußstapfen des Fixseil-Teams erreicht auch die erste Gruppe eines kommerziellen Expeditionsveranstalters den Gipfel. Zehn Sherpas seien mit sechs Kunden oben gewesen, teilte Imagine Nepal mit. Dessen Chef Mingma Gyalje Sherpa hatte zusammen mit den Chefs anderer großer nepalesischer Anbeiter aufs Tempo gedrückt, damit möglichst schnell die Route bis zum Gipfel gesichert wurde.
Hunderte in den Startlöchern
„Wir wollten eigentlich nicht die Führung übernehmen, aber dieses Wetterfenster für den Gipfel dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, schrieb Mingma Gyalje gestern auf Instagram, nachdem nepalesische Bergsteiger seines und zweier weiterer Unternehmen die Fixseile bis oberhalb des sogenannten „Balkons“ auf rund 8400 Metern gelegt hatten.

Das nepalesische Tourismusministerium hatte in diesem Frühjahr 492 ausländischen Bergsteigerinnen und Bergsteigern Permits für den Everest erteilt – so vielen wie noch nie zuvor. Staus auf der Route sind vor diesem Hintergrund fast vorprogrammiert. Einen Vorgeschmack darauf lieferte die lange Reihe nepalesischer Bergsteiger in der Lhotse-Flanke, die in diesen Tagen Material auf den Südsattel brachten.
Ziemski gelingt Lhotse-Skiabfahrt nach Aufstieg ohne Atemmaske
Bereits am gestrigen Dienstag hatte der polnische Skibergsteiger Bartek Ziemski den Gipfel des 8516 Meter hohen Lhotse erreicht – von Lager 4 auf 7850 Metern aus im Alleingang, ohne Flaschensauerstoff und ohne, dass auf dem letzten Stück zum Gipfel schon die Fixseile verlegt waren. Anschließend fuhr er nach eigenen Angaben die komplette Strecke bis ins Basislager auf Skiern ab – mit Ausnahme einer große Spalte im Khumbu-Eisbruch, die er auf einer von den Icefall Doctors angebrachten Leiter überquerte.

Die Bedingungen seien „nur etwas für Experten“ gewesen, sagte Ziemski nach Angaben des polnischen Bergsteiger-Verbands: betonhartes Eis, Neuschnee, windgepeitschte Passagen. Eine Mischung, die es nicht erlaubt habe, nur einen Moment die Konzentration zu verlieren.
Auch noch Permit für den Everest
Für den 30-Jährigen war es bereits der achte Achttausender, den er nach einem Aufstieg ohne Flaschensauerstoff mit Skiern hinab abfuhr. Zuvor war ihm das bereits 2022 am Broad Peak und Gasherbrum II in Pakistan gelungen, 2023 an der Annapurna I und am Dhaulagiri, 2024 am Makalu und am Kangchendzönga sowie 2025 am Manaslu.
Möglicherweise folgt in dieser Frühjahrssaison sogar noch ein weiterer Versuch – denn Ziemski hat auch noch eine Besteigungsgenehmigung für den Mount Everest.
Zwei Tschechen auf dem Gipfel des Makalu II
Am 7678 Meter hohen Makalu II, auch als Kangchungtse bekannt, gelang heute nach Angaben des nepalesischen Anbieters IAM Trekking & Expeditions den beiden Tschechen Martin Ksandr and Petr Kadanka ein Gipfelerfolg im Alpinstil – sprich ohne Atemmaske, ohne Sherpa-Unterstützung, ohne Fixseile und feste Lager. In der vergangenen Woche war ihr Teamgefährte David Roubinek auf einer Höhe von 7350 Metern gestorben, vermutlich an einem Höhenlungenödem.
Göttler und Haley eröffnen mutmaßlich neue Route am Langshisha Ri
Der deutsche Topbergsteiger David Göttler und sein Seilpartner Colin Haley aus den USA eröffneten derweil im Alpinstil am 6427 Meter hohen Langshisha Ri im Langtang-Nationalpark wahrscheinlich eine neue Route bis zum Gipfelgrat.
„Wir haben versucht herauszufinden, ob diese Route bereits bestiegen wurde, aber bisher scheint dies nicht der Fall zu sein“, schreibt David. „Sollte jemand von einer früheren Begehung wissen, lasst es uns bitte wissen.“
Göttler und Haley benötigten für den Aufstieg nach eigenen Angaben elf Stunden und für den Abstieg am selben Tag sieben Stunden.


Was hat dieses Bergsteigen noch mit richtigem Bergsteigen zu tun , wenn man sich von unten bis oben an Seilen hochhangeln kann ?? Warum nicht gleich mit einem Hubschrauber bis auf den Gipfel !!
Kann es sein dass verschiedene Leute keine Kritik vertragen können . Ich gebe nur meine Meinung kund