Mount Everest: Scheich und Scheicha

Scheicha Asma Al Thani im Everest-Basislager (2019)
Scheicha Asma Al Thani im Everest-Basislager (2019)

So viel steht fest: An den Finanzen wird es bei diesen Everest-Aspiranten nicht scheitern. Der Geldadel vom Golf trifft sich in diesem Frühjahr am Mount Everest. Neben Scheich Mohamed Hamad Mohamed Al Khalifa aus der Königsfamilie von Bahrain findet sich unter den inzwischen fast 250 ausländischen Bergsteigerinnen und Bergsteigern mit einem Permit für den Mount Everest ein weiteres Mitglied einer stinkreichen Herrscherfamilie aus dem Mittleren Osten: Scheicha Asma Al Thani aus Katar. Die 31-Jährige will als erste Frau aus dem Golfemirat den Mount Everest besteigen.

Es wäre der vierte Baustein auf dem Weg zu ihrem großen Ziel, dem sogenannten Explorers Grand Slam: Als erste Frau aus dem Mittleren Osten will Scheicha Asma die Seven Summits, die höchsten Berge aller Kontinente, erreichen sowie aus eigener Kraft zum Nord- und Südpol gelangen. Puristen verlangen für den Grand Slam eigentlich Expeditionen vom Festland zum Nordpol und vom Rand der Antarktis zum Südpol. Doch die breite Öffentlichkeit nimmt es damit nicht so genau, sondern akzeptiert auch Last-Degree-Expeditionen: vom 89. zum 90. Breitengrad Nord bzw. Süd.

„Frauen sollen Träume verwirklichen“

Scheicha Asma Al Thani während ihrer Last-Degree-Expedition zum Nordpol (2018)
Während ihrer Last-Degree-Expedition zum Nordpol (2018)

Scheicha Asma bestieg 2014 den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas. 2018 erreichte sie als erste Katari bei einer Last-Degree-Expedition den Nordpol. 2019 stand sie auf dem Gipfel des Aconcagua, des höchsten Bergs Südamerikas, wieder als erste Frau aus dem Emirat. „Dies war eine Reise voller Premieren, aber darauf liegt nicht mein Fokus“, sagt Scheicha Asma. „Mein ultimativer Traum ist es, die erste von vielen katarischen Frauen zu sein, die solche Leistungen vollbringen. Gemeinsam können wir alle daran arbeiten, die nächste Generation von Frauen zu inspirieren, ihre Träume zu verwirklichen.“

Auf den Spuren des Cousins

Blick auf Mount Everest (l.) und Lhotse

In ihrer Familie findet sich bereits ein Everest-Besteiger. Ihr Cousin, Scheich Mohammed Abdullah, genannt „Moe“ Al Thani war 2013 der erster Katarer auf dem Mount Everest (mit Flaschensauerstoff ab Lager 2 auf 6400 Metern) und später auch auf den Seven Summits und am Südpol. Im November 2020 bestieg der 38-Jährige nahe dem Everest die 6814 Meter hohe Ama Dablam.

Wie der Scheich weiß auch Cousine Asma, wie man sich in den sozialen Netzwerken bewegt und sportliche Erfolge vermarktet. Schließlich ist sie im katarischen Nationalen Olympischen Komitee die für Marketing und Kommunikation zuständige Direktorin.

Am Mount Everest wird Scheicha Asma Al Thani in guten Händen sein. Tendi Sherpa soll sie auf den höchsten Punkt auf 8849 Metern führen. Der 37-Jährige hat bereits 13-mal den Everest bestiegen, gehört zum exklusiven Kreis nepalesischer Bergführer mit einem internationalen Zertifikat und ist sogar für Hubschrauberrettung vom Berg ausgebildet. Eine gute Wahl der Scheicha.

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