Muhammad Ali Sadpara will auf den Makalu

Muhammad Ali Sadpara in Kathmandu

Das nennt man wohl eine klassische Win-win-Situation. Der nepalesische Expeditionsveranstalter „Seven Summit Treks“ profitiert davon, dass
Pakistans Top-Bergsteiger Muhammad Ali „Sadpara“ sein Sherpa-Team verstärkt, das die Fixseile am 8485 Meter hohen Makalu legt. Und der 43-Jährige selbst erhält so die Chance, den fünfthöchsten Berg der Erde in Nepal zu besteigen. Finanziell unterstützt wird der Bergsteiger bei diesem Projekt auch von der pakistanischen Armee. Für Muhammad, der sich seit Mittwoch in Nepal aufhält,  ist es der zweite Versuch am Makalu. Im Frühjahr 2016 hatte er bei schlechtem Wetter 150 Meter unter dem Gipfel umkehren müssen. Damals hatte er als Bergführer für die in Brasilien geboren US-Amerikanerin Cleo Weidlich gearbeitet.

Wintererstbesteiger des Nanga Parbat

Muhammad Ali (l.) und Simone Moro auf dem Nanga Parbat (2016)

Muhammad Ali hat alle fünf Achttausender seines Heimatlands Pakistan bestiegen. Weltweit bekannt wurde er im Februar 2016, als ihm zusammen mit dem Italiener Simone Moro und dem Spanier Alex Txikon die prestigeträchtige erste Winterbesteigung des 8125 Meter hohen Nanga Parbat gelang (die Südtirolerin Tamara Lunger musste damals 70 Meter unter dem Gipfel umkehren). 

Im Winter 2017/18 begleitete er Txikon bei dessen gescheitertem Versuch am Mount Everest, Muhammad stieg bis 7700 Meter auf.  Während der Expedition stand er mit dem Spanier auf dem Gipfel des Pumori (7138 Meter). Im vergangenen Februar beteiligte sich Ali an der Suchaktion nach den beiden am Nanga Parbat vermissten Bergsteigern Daniele Nardi und Tom Ballard, die später tot im Fels der Mummery-Rippe entdeckt wurden.

Auf allen fünf Achttausendern Pakistans

Geboren wurde Muhammad im Dorf Sadpara nahe der Stadt Skardu geboten, dem Ausgangspunkt für die meisten Expeditionen im Karakorum. Im Jahr 2000 begann er, als Träger in niedrigeren Höhen für ausländische Expeditionen sowie die Armee zu arbeiten, die wegen des Dauerkonflikts mit Indien um Kaschmir im Karakorum Soldaten stationiert hat. 2004 heuerte er bei einer koreanischen K2-Expedition erstmals als Hochträger an.

Auf dem Gipfel des K 2 (2018)

Seinen ersten Achttausender bestieg Ali 2006: den Gasherbrum II (8034 Meter), bei einer Expedition des deutschen Veranstalters Amical alpin. 2008 (wieder mit Amical) und 2009 war Muhammad jeweils im Sommer am Nanga Parbat erfolgreich, 2010 am Gasherbum I (8080 Meter).  2012 erreichte er den Mittelgipfel des Broad Peak (8011 Meter), 2017 auch den 8051 Meter hohen Hauptgipfel. 2018 vervollständigte Ali seine Sammlung der fünf pakistanischen Achttausender, als er den K 2 (8611 Meter) bestieg, den zweithöchsten Berg der Erde.

„Leidenschaft, ohne die ich nicht leben kann“

„Meine Kinder bitten mich manchmal, meine Bergsteigerkarriere zu beenden. Ich antworte ihnen dann, dass es meine Leidenschaft ist und ich ohne sie nicht leben kann“, sagte Muhammad einmal in einem Interview mit explorersweb.com. „Meine Freunde werfen mir manchmal vor, ich würde es für Geld machen. Ihnen antworte ich: Wenn es nur darum gegangen wäre, reich zu werden, hätte ich andernorts irgendetwas gemacht, das sicherer ist.“

Update 27. April: Muhammad Ali hat seinen Plan geändert: Er will nun zunächst den Lhotse und erst danach den Makalu besteigen.