Neue Vorschrift: Zwei Kilo Müll aus höheren Everest-Zonen hinunterbringen

Mount Everest
Mount Everest

Der Mount Everest soll nun auch weiter oben von Müll befreit werden. Das nepalesische Tourismusministerium genehmigte eine Vorlage des Sagarmatha Pollution Control Committee. Sie sieht vor, dass von dieser Saison an Bergsteigerinnen und Bergsteiger je zwei Kilo Müll – ein Viertel der seit Jahren vorgeschriebenen Menge – aus Bereichen oberhalb von Lager 2 (6400 Meter) hinunter ins Basislager (5350 Meter) bringen müssen.

Bislang hatten die meisten Everest-Aspiranten die von ihnen geforderte Müllmenge von acht Kilogramm – leere Sauerstoffflaschen und menschliche Exkremente zählen dabei nicht – unterhalb von Lager 2 gesammelt und anschließend im Basislager abgegeben.

Die Folge: Der Berg darüber, vor allem Lager 3 (7200 Meter) und Lager 4 auf dem Südsattel (8000 Metern), vermüllten zusehends. Nun sollen SPCC-Mitarbeiter in Lager 2 kontrollieren, ob die von oben absteigenden Bergsteigerinnen und Bergsteiger die neue Vorschrift erfüllen.

Müll im Everest-Hochlager (2018)
Müll im Everest-Hochlager (2018)

Teams dürfen keine eigenen Kotbeutel mehr verwenden

Neu ist auch die Vorschrift, dass die sogenannten Poo bags (Kotbeutel) nur noch aus den registrierten Beständen des SPCC oder der Regionalverwaltung des Khumbu-Gebiets genommen werden dürfen. Damit will das SPCC verhindern, dass Expeditionsteams eigene Poo bags verwenden und diese dann am Berg zurücklassen, anstatt sie – wie vorgeschrieben – ins Basislager zurückzubringen.

Die Organisation schätzte bereits vor zwei Jahren, dass zwischen Lager 1 auf 6100 Metern und Lager 4 am Südsattel insgesamt rund drei Tonnen Exkremente liegen – die Hälfte davon am Südsattel, dem letzten Lager vor dem Gipfel.

Müllzone am Südsattel für in Not geratene Bergsteiger

Dort sammelte sich auch immer mehr Müll von Bergsteigern, die beim Gipfelversuch in Not gerieten, so schnell wie möglich absteigen mussten und deshalb Material und Abfälle zurückließen. Künftig soll es im Lager 4 einen ausgewiesenen Bereich geben, in dem Teams in Notsituationen ihren Müll deponieren können – um ihn dann in der folgenden Saison vom Berg zu bringen.

Die Regionalverwaltung der Khumbu-Region werde „nichts unversucht lassen, um die Umwelt am Everest zu schützen, indem wir eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten herstellen“, sagte deren Chef Mingma Chhiri Sherpa.