Stoppt Corona-Pandemie auch Bergsteiger-Saison im Karakorum?

Der K2 in Pakistan

Die Berge des Himalaya in Nepal und Tibet sind wegen der Corona-Pandemie in diesem Frühjahr für ausländische Bergsteiger geschlossen. Aus demselben Grund wird es auch für den Denali in Alaska, mit 6190 Metern der höchste Berg Nordamerikas, und den nahe gelegenen Mount Foraker (5304 Meter) 2020 keine Permits für Expeditionen geben. Das teilte die Nationalparkverwaltung am vergangenen Freitag mit. Die Saison dort dauert normalerweise von Ende April bis Mitte Juli. 

Ausgangssperre verhängt

Ob im kommenden Sommer Expeditionen zum 8611 Meter hohen K2, dem zweithöchsten Berg der Erde, und den vier anderen Achttausendern Pakistans möglich sein werden, ist derzeit ungewiss. Seit heute gilt in der nordpakistanischen Provinz Gilgit-Baltistan, in der die höchsten Berge des Landes liegen, wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres eine Ausgangssperre. Paramilitärische Sicherheitskräfte seien aufgefordert worden zu kontrollieren, ob die Vorschriften eingehalten würden, teilte ein Mitglied der Provinzregierung mit. Auch der Personenverkehr zwischen den Städten der Provinz sei ausgesetzt. 

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität in den USA, die alle weltweit registrierten Corona-Fälle erfasst, wurden bisher (Stand 23. März, 16.30 Uhr MEZ) in Pakistan 873 Menschen positiv auf das Virus getestet. Sechs Patienten starben, darunter ein Arzt aus Gilgit, der Corona-Patienten versorgt hatte.

Zwischen Bangen und Hoffen

Broad Peak

„Die Situation in Pakistan verschlechtert sich“, schreibt mir Mirza Ali Baig, Chef des pakistanischen Expeditionsveranstalters „Karakorum Expeditions“. Der 36-Jährige hat – wie seine Schwester Samina Baig, 2013 die erste Bergsteigerin aus Pakistan auf dem Mount Everest – die Seven Summits bestiegen, die höchsten Berge aller Kontinente. „Offiziell ist die Bergsteiger-Saison im Sommer noch nicht abgesagt, da sie in Pakistan erst im Juni beginnt. Es bleibt also noch ein bisschen Zeit“, sagt Mirza. „Andererseits sieht es nicht gut aus.“

Etwas optimistischer klingt noch der Veranstalter „Adventure Tours Pakistan“, der in diesem Jahr Expeditionen zum K2, Broad Peak sowie Gasherbrum I und II geplant hat. „Corona hat unser Leben stark beeinträchtigt, und wir sind traurige Zeugen der aktuellen Situation weltweit“, schreibt mir ATP. „Wir hoffen jedoch sehr, dass unsere Sommersaison nicht beeinträchtigt wird.“ Wie überall auf der Welt in Zeiten des Coronavirus ist es kaum möglich, eine verlässliche Prognose zu treffen. Es empfiehlt sich, von Tag zu Tag zu gucken und auf alles gefasst zu sein.

Update 24. März: Auch in ganz Nepal gilt jetzt ein einwöchiger „Lockdown“. Menschen dürfen nur noch aus medizinischen Gründen nach draußen, wenn sie unbedingt zur Arbeit oder einkaufen müssen. Alle Inlands- und internationalen Flüge sind gestrichen, außer für Sicherheitskräfte.

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