Urubko: Solobesteigung des Gasherbrum II

Denis Urubko auf dem Gasherbrum II (am 18. Juli)

„Denis hat es geschafft. Er ist bereits in Lager 1. Heute Abend wird er wieder im Basislager sein.“ Mit dieser Botschaft sorgte die spanische Kletterin Maria „Pipi“ Cardell heute für Aufatmen in der Szene. Am Mittwochabend war Denis Urubko aus Lager 1 auf rund 5900 Meter aufgebrochen, um den 8034 Meter hohen Berg im Alleingang, ohne Flaschensauerstoff, auf einer neuen Route zu besteigen und dann über die Normalroute wieder abzusteigen.  Urubko hatte, um mit möglichst wenig Gepäck unterwegs sein zu können,  in einem Zug auf- und absteigen wollen, ohne Biwak. Seitdem hatte man nichts mehr gehört von dem 46-Jährigen gebürtigen Kasachen, der inzwischen einen russischen und einen polnischen Pass hat.

Partnerin verletzte sich

Gasherbrum II

Am 18. Juli hatte Urubko den Gasherbrum II bereits über die Normalroute bestiegen, um sich für sein eigentliches Projekt zu akklimatisieren. Ursprünglich hatte Denis geplant, die neue Route mit seiner Partnerin Pipi Cardell zu eröffnen. Doch  die Spanierin hatte sich beim Anmarsch zu dem Achttausender unglücklich am Rücken verletzt, sodass sie nicht mit aufsteigen konnte.

Immer wieder auch Retter

Cassardos Retter: Don Bowie, Marco Confortola (der die Rettung im Basislager koordinierte), Cala Cimenti, Denis Urubko (v.l.n.r.)

Nach seiner ersten Besteigung des Gasherbrum II vor zwei Wochen hatte sich Urubko an mehreren erfolgreichen Rettungsaktionen beteiligt, unter anderem an jener für den Italiener Francesco Cassardo am Gasherbrum VII.

Wenn andere Bergsteiger in Not geraten, muss man Denis nicht zweimal fragen. Urubko hatte auch zu den polnischen Rettern gehört, die im Winter 2018 in einer dramatischen Aktion die Französin Elisabeth Revol vom Nanga Parbat geholt hatten. Dafür waren Urubko sowie die Polen Adam Bielecki, Jaroslaw Botor und Piotr Tomala mit dem Orden der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet worden, einer der höchsten Auszeichnungen Frankreichs.

Urubko hatte bereits 2009 seine Sammlung der 14 Achttausender komplettiert, alle bestieg er ohne Flaschensauerstoff. Am Makalu (2009 mit Simone Moro) und am Gasherbrum II (2011 mit Moro und Cory Richards) waren ihm zwei Winter-Erstbesteigungen von Achttausendern gelungen.

P.S.: Ich verabschiede mich jetzt mal für zwei Wochen von euch – Seele baumeln lassen. Und das geht am besten offline in den Bergen. 😉

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