Chinesische Vermesser auf dem Gipfel des Everest

Gipfelfoto der chinesischen Vermesser

Im Basislager knallten die Sektkorken. Nachdem gestern das tibetische Fixseilteam den Weg bis hinaus zum Gipfel des Mount Everest gesichert hatte, erreichte heute ein Trupp chinesischer Landvermesser den höchsten Punkt. Auf dem Foto, das die staatlichen chinesischen Medien verbreiteten, waren neun Personen zu sehen. Die Besteigung wurde dank der zuvor im Basislager und entlang der Route installierten 5-G-Technik live im chinesischen Fernsehen übertragen. Die Vermesser richteten auf dem höchsten Punkt ihre Instrumente aus und blieben insgesamt zweieinhalb Stunden dort – was in den staatlichen Medien als Rekord für chinesische Bergsteiger gefeiert wurde. Die Ergebnisse der Messung sollen Aufschluss über die exakte Höhe des Bergs geben.

Ergebnisse der nepalesischen Vermessung stehen noch aus

Vermessung am höchsten Punkt

Bisherige Messungen waren zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. 1975 hatten chinesische Experten den auch in Nepal offiziell anerkannten Wert von 8848 Metern bestätigt. 2005 ermittelten chinesische Vermesser eine Höhe von 8844,43 Metern – mit dem Hinweis, dass darauf dreieinhalb Meter Schnee lagen, was in der Summe wieder 8848 Meter machte. Dazwischen lag eine Messung von US-Wissenschaftlern, die 1999 per GPS-Auswertung auf 8850 Metern kamen. Das Ergebnis einer nepalesischen Vermessung im Frühjahr 2019 steht noch aus.

Einzige Expedition am Berg

Team am Gipfel (mit dem Tele vom Basislager aus)

Am Donnerstag sollen nun noch einige zahlende Kunden des chinesischen Veranstalters Yarlo Shampo Expeditions den Gipfel des Everest erreichen. Die Expedition auf der tibetischen Nordseite des Bergs war die einzige in diesem Frühjahr, die eine Genehmigung erhalten hatte. Die chinesisch-tibetischen Behörden hatten den Everest wegen der Corona-Pandemie für ausländische Bergsteiger gesperrt. Aus demselben Grund hatte die nepalesische Regierung gar keine Permits für den höchsten Berg der Erde ausgestellt.

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