Everest-Winterexpedition: Kobusch erreicht Lho La

Jost Kobusch

Jost Kobusch hat sein erstes Etappenziel geschafft. Laut seinem GPS-Tracker erreichte der 27 Jahre alte deutsche Bergsteiger heute den 6006 Meter hohen Lho La, einen Pass auf der Grenze zwischen Nepal und Tibet. Der Lho La ist der niedrigste Punkt des Everest-Westgrats, über den Jost nach eigenen Worten im Alleingang aufsteigen will.

Lho La (obere Bildmitte)

Das „100 Prozent arschkalte“ (Jost), aber sonnige Wetter, das derzeit am höchsten Berg der Erde herrscht, soll sich zwar in der kommenden Woche halten. Doch die Meteorologen sagen ab Sonntagabend für den Gipfelbereich des Mount Everest Stürme in Orkanstärke voraus. Auf einer Höhe von 7000 Metern werden Windgeschwindigkeiten von immerhin noch 80 Stundenkilometern erwartet – alles andere als gute Voraussetzungen für einen Aufstieg über den exponierten Westgrat.  

Kobusch ist gut beraten, doppelt vorsichtig zu sein, da er ohne Atemmaske aufsteigen will. Die Sauerstoffunterversorgung führt zu vermehrter Atmung. Dadurch dehydriert der Körper stärker, der Stoffwechsel funktioniert kaum noch, die Extremitäten werden unzureichend versorgt. Damit steigt die Gefahr von Erfrierungen an Fingern und Zehen. Wenn dann auch noch starker Wind den Körper auskühlt, ist es schnell um die Gliedmaßen geschehen.

Permits abgeholt

Alex Txikon (r.) im Tourismusministerium in Kathmandu
Alix Txikon im Tourismusministerium in Kathmandu

Der Spanier Alex Txikon ist inzwischen in Nepal eingetroffen, um sich nach seinen gescheiterten Expeditionen 2017 und 2018 zum dritten Mal im Winter am Everest zu versuchen. Txikon und Co. holten sich heute im nepalesischen Tourismusministerium ihre Permits für den Everest und die 6812 Meter hohe Ama Dablam ab, die sie als Vorbereitung besteigen wollen. Wie Kobusch will auch Txikon am Mount Everest auf Flaschensauerstoff verzichten, im Gegensatz zu Jost allerdings im Team und über die Normalroute auf der Südseite des Bergs aufsteigen.

Broad Peak: Weg nach Lager 2 bereitet

Urubko (l.) und Bowie zurück im Basislager

Im Karakorum vermelden die Winterteams an den Achttausendern Fortschritte. Am Broad Peak kehrten Denis Urubko und Don Bowie nach zwei Tagen „harter Arbeit“, wie Denis wissen ließ, ins Basislager zurück. Nach Urubkos Angaben erreichte er eine Höhe von 6200 Metern. „Der Weg nach Lager 2 ist frei, wir sind glücklich.

G I: Von Spalte gestoppt

Simone Moro im Gasherbrum-Eisbruch

Am Gasherbrum I kämpften sich die Südtirolerin Tamara Lunger und der Italiener Simone Moro in den vergangenen Tagen durch den Eisbruch oberhalb des Basislagers. „Wir haben uns noch einige hundert Meter weiter geschwindelt, indem wir gefährliche Eisbrücken überquerten, über Spalten sprangen und Nerven und Kraft verbrauchten, um vorwärts zu kommen“, schrieb Simone gestern auf Facebook. Dann jedoch seien sie durch eine breite Gletscherspalte gestoppt worden, die den Eisbruch in ganzer Länge durchziehe und nur mit einer Leiter überwunden werden könne. Eine ausreichend lange Leiter, die Moro nach eigenen Worten beim Trekking zum Basislager nahe einem Militärcamp auf dem Abruzzi-Gletscher entdeckt hat, wollen sie nun holen, um auch diese Hürde überwinden zu können.

Trekking zum K2  

Mingma Gyalje Sherpa (r.) und Team in Skardu

Der nepalesische Expeditionsleiter Mingma Gyalje Sherpa und seine sechs Gefährten, die sich die erste Winterbesteigung des K2 vorgenommen haben, wollen am morgigen Sonntag von Skardu in Richtung des zweithöchsten Bergs der Erde aufbrechen. Mingma will nach eigenen Worten versuchen, den 8611 Meter hohen K2 ohne Flaschensauerstoff zu besteigen.

Update 12. Januar: Laut seinem GPS-Tracker ist Jost Kobusch heute zum Basislager zurückgekehrt.

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2 Antworten auf „Everest-Winterexpedition: Kobusch erreicht Lho La“

  1. Man sollte sein Leben so nicht aufs Spiel setzen. Sommerbesteigungen sind schon gefährlich genug. Manch anderer wäre froh und dankbar, ein normales gesundes Leben führen zu können.Ich selber liebe die berge sehr. Ich kann die Faszination sehr gut verstehen. Aber es steckt auch viel Profitgier dahinter. Liebe Bergsteiger, bitte nehmt euren müll wieder mit runter! Und denkt daran, der Berg verzeiht nichts.

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