Gescheiterter Gipfelversuch am Makalu, neue Route am Baruntse

Makalu

Der fünfthöchste Berg der Erde zeigte seine Zähne. Eigentlich wollte Felix Berg mit seinem Team am Montag den 8485 Meter hohen Gipfel des Makalu in Nepal erreichen – ohne Flaschensauerstoff. Am Sonntagabend brachen der deutsche Expeditionsleiter des Veranstalters Summit Climb, zwei Kunden aus Deutschland, einer aus Österreich sowie zwei Sherpas von ihrem Lager 3 nahe dem Makalu La auf, einem Sattel auf 7450 Meter Höhe – „bei gutem Wetter“, wie Felix schreibt. „Leider wurde nach zwei Stunden das Wetter deutlich schlechter, und auf 7600 Metern kehrten wir um.“

In teilweisen stürmischen Böen und bei Schneefall stieg das Team ins vorgeschobene Basislager auf 5700 Metern ab, „wo wir uns wohlbehalten, teils bei Bier erholen“, so der 40-Jährige. Ob die Zeit noch für einen weiteren Gipfelversuch reicht, bleibt abzuwarten. In diesem Frühjahr ist noch kein Gipfelerfolg vom Makalu vermeldet worden. Akklimatisiert hatte sich das Summit-Climb-Team zuvor am 6476 Meter hohen Mera Peak (mit Gipfelerfolg) und am 7129 Meter hohen Baruntse (ohne Gipfelerfolg).

Neue Route im Alpinstil

Nordwestwand des Baruntse

Am Baruntse eröffneten die tschechischen Bergsteiger Marek Holecek und Radoslav Groh derweil im Alpinstil eine neue Route durch die Nordwestwand und überschritten anschließend den Gipfel. „Wir haben nicht einmal Fotos gemacht, keine Freudenbekundungen. Wir sind sofort weitergegangen, sobald das höllische Wetter uns den Abstieg erlaubte“, berichtete Marek gestern per Satellitentelefon. „Auf rund 7000 Metern errichteten wir unser sechstes Biwak. Wir beten, dass es morgen wenigstens für eine Weile gute Sicht gibt und wir absteigen können. Wir sind sehr müde!“

2018 (neue Route am Achttausender Gasherbrum I in Pakistan) und 2020 (neue Route am Siebentausender Chamlang in Nepal) war Holecek gemeinsam mit seinem damaligen Kletterpartner Zdenek Hak mit dem Piolet d’Or ausgezeichnet worden, dem „Oscar der Bergsteiger“.

Update, 27. Mai: Die beiden Tschechen steckten auch den ganzen Mittwoch im Zelt auf 6900 Metern fest. Null Sicht.

3 Antworten auf „Gescheiterter Gipfelversuch am Makalu, neue Route am Baruntse“

  1. Grüß Dich Stefan,
    Du schreibst in Deinem letzten Bericht, dass das Summit-Climb-Team vor dem Makalu noch am Baruntse waren.
    Kennst Du eventuell den Grund dass sie den Gipfel nicht erreichten ?
    Wetter, Verhältnisse, Zeit ?? Würde mich mal interessieren .
    Weiter viel Spaß mit Deinen Tollen Berichten, viele Grüße Jürgen.

    1. Zu viel Schnee am Baruntse, lieber Jürgen. Hier ein Auszug aus dem Blog von Summit Climb über den Gipfelversuch: „Am 10.Mai starten Peter, Lorenz, Lakpa und Felix um 3 Uhr morgens für den Gipfelgang in tiefen Schnee. Gegen 9 Uhr war die große Spalte am Westgrat erreicht, ca. 6900m, die Felix noch hochstieg und versicherte. Mit zuziehenden Wolken kehrten wir um und erreichten mit einsetzendem Schneefall das 2.Hochlager um die Mittagszeit. Mit 25cm Neuschnee blieben kaum Spuren übrig, sodass wir an 11.Mai über den Sherpani Col ins Barun-Makalu-Tal abstiegen.“

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