Gipfelerfolge von Annapurna, Dhaulagiri und Makalu vermeldet

Nordwestansicht der Annapurna (links der Hauptgipfel)

Dieser Samstag war der erste Gipfeltag der diesjährigen Frühjahrssaison an den Achttausendern Nepals – und was für einer. Gleich von drei der Bergriesen wurden Gipfelerfolge gemeldet, die meisten von der Annapurna I im Westen des Landes.

Nachdem das vierköpfige Fixseil-Team des Veranstalters Elite Exped den höchsten Punkt auf 8091 Metern erreicht und damit die Route eröffnet hatte, schafften es ingesamt mehr als 40 Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus vier Teams auf den Gipfel.

Makalu Lakpa komplettiert Achttausender Nepals

Lakpa Sherpa auf dem Gipfel der Annapurna
Lakpa Sherpa auf dem Gipfel der Annapurna

Lakpa Sherpa aus dem Team von 14 Peaks Expedition, auch bekannt als „Makalu Lakpa“, vervollständigte mit seinem Erfolg an der Annapurna seine Sammlung der acht Achttausender Nepals (wenn man den Cho Oyu mitzählt).

Nach Angaben von Chhang Dawa Sherpa, Vorstandsmitglied von Seven Summit Treks, verzichtete der 57 Jahre alte Isfrahil Ashurli aus Aserbaidschan beim Aufstieg auf den Gipfel auf Flaschensauerstoff. Bei den meisten der anderen sieben Gipfelkandidaten ohne Atemmaske fehlen noch genaue Angaben.

Lediglich Stefi Troguet aus Andorra ließ wissen, dass sie auf 7500 Metern umgekehrt sei. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so gefroren“, informierte die 33-Jährige auf Instagram. „Da ich mich noch nicht richtig akklimatisiert hatte, kam ich nur sehr langsam voran.“

Fixseilteams machen Wege auf Dhaulagiri und Makalu frei

Am nur 30 Kilometer Luftlinie von der Annapurna I entfernten Dhaulagiri erreichte am Samstag zunächst das Fixseil-Team des Veranstalters Imagine Nepal den höchsten Punkt auf 8167 Metern. Am Ende des Tages hatten rund zwei Dutzend Mitglieder aus zwei Veranstalter-Teams den Gipfel des siebthöchsten Bergs der Erde erreicht.

Dhaulagiri
Der 8167 Meter hohe Dhaulagiri im Westen Nepals

Auch vom fünfthöchsten, dem weiter östlich, nahe dem Mount Everest gelegenen 8485 Meter hohen Makalu, wurden am selben Tag die ersten sechs Gipfelerfolge der Saison gemeldet. Verantwortlich dafür war das sechsköpfige Fixseil-Team des Veranstalters Seven Summit Treks.

Icefall Doctors melden noch nicht Vollzug

Das Tourismusministerium Nepals hat bislang (Stand 15. April) für 54 ausländische Bergsteigerinnen und Bergsteiger Besteigungsgenehmigungen für den Makalu ausgestellt – die zweithöchste Zahl bei den Achttausendern nach dem Mount Everest, wo der Permit-Balken an der 300er-Marke kratzt. Bisher wurden für den höchsten Berg der Erde 297 Genehmigungen erteilt.

Wegen gefährlicher Bedingungen haben die Icefall Doctors, die den unteren Abschnitt der Route vom Basislager durch den Khumbu-Eisfall bis hinauf nach Lager 2 auf 6400 Metern sichern, ihre Arbeit noch nicht vollenden können. Erst wenn sie grünes Licht geben, können auch die ersten kommerziellen Teams zu ihren ersten sogenannten Rotationen aufsteigen, um sich weiter für den Aufstieg zum 8849 Meter hohen Gipfel zu akklimatisieren.

Update 20. April: Noch immer ist nicht ganz klar, wer am Samstag ohne Atemmaske den Gipfel der Annapurna I erreichte. Nach Angaben von explorersweb.com waren es neben Isfrahil Ashurli die beiden Russen Vitaly Shipilov und Anton Pugovkin sowie der Däne Andreas Frydensberg. Shipilov hatte im vergangenen Oktober zu dem russischen Team gehört, das im Alpinstil eine neue Route durch die bis dahin noch nie durchstiegene Südwestwand des Achttausenders Manaslu eröffnet hatte.

Der Aserbaidschaner Ashurli musste nach seinem Annapurna-Gipfelerfolg mit dem Hubschrauber aus Lager 3 auf 6600 Meter gerettet werden, weil er dehydriert und völlig entkräftet war.

Am Dhaulagiri gehörte am Samstag auch Nirmal Purja zu denjenigen, die den Gipfel erreichten. Er verzichtete nach eigenen Angaben auf Flaschensauerstoff. Für den Chef von Elite Exped, der eine russische Kundin führte, war es der 50. Achttausender-Erfolg, bei dem er den sogenannten „True Summit“ erreichte. Vor vier Jahren hatte es eine heftige Debatte darüber gegeben, ob Bergsteigerinnen und Bergsteiger bei ihren Aufstiegen wirklich die allerhöchsten Punkte der Achttausender erreicht hatten. Seitdem wird viel genauer darauf geachtet, ob sie am „True Summit“ waren.