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Tödliches Unglück im Karakorum: Trauer um Jaroslav Bansky

Jaroslav Bansky
Jaroslav Bansky (1980-2026)

Jaroslav Bansky, einer der besten Bergsteiger Tschechiens, ist am vergangenen Donnerstag (16. Juli) bei einem Unglück am Sechstausender Biarchedi II im Karakorum in Pakistan ums Leben gekommen. Auch sieben Tage danach sind die genauen Umstände noch unklar. In pakistanischen Medienberichten hieß es, der 46-Jährige sei abgestürzt. In anderen Meldungen war die Rede davon, Bansky sei offenbar von einem Felsbrocken getroffen worden.

Das erinnert an das Schicksal der früheren deutschen Weltklasse-Biathletin Laura Dahlmeier. Die Bergsteigerin war am 28. Juli 2025, also vor knapp einem Jahr, am Sechstausender Laila Peak durch Steinschlag ums Leben gekommen war. Der Laila Peak und der Biarchedi II sind nur gut zehn Kilometer Luftlinie voneinander entfernt und liegen nahe dem 7821 Meter hohen Masherbrum.

Nach dem Triumph die Tragödie

Bansky befand sich mit seinen tschechischen Teamkollegen Zdenek Hak und Radoslav Groh am 6781 Meter hohen Biarchedi II im Anstieg durch die noch nicht durchstiegene Südwestwand des Bergs, als sich das Unglück ereignete. Hak und Groh blieben dem Vernehmen nach unversehrt.

Biarchedi I und II
Biarchedi I und II (in Rot die geplante Route von Ralf Dujmovits und Nancy Hansen 2021, sie kamen bis auf eine Höhe von 5650 Metern)

Dem tschechischen Trio war elf Tage zuvor die Erstbesteigung des 6810 Meter hohen Biarchedi I gelungen. Hauptziel der Expedition war der Siebentausender Masherbrum, den die drei Bergsteiger über eine neue Route besteigen wollten.

Glanzlicht Erstbesteigung des Muchu Chhish

Jaroslav Bansky, der mit dem Spitznamen Banan (Banane) gerufen wurde, stammte aus dem Wintersportort Vítkovice im Riesengebirge. Er kletterte bereits seit seiner Schulzeit. In den vergangenen Jahren war er mit seinen tschechischen Freunden regelmäßig auf Expeditionen im Himalaya oder Karakorum und feierte einige viel beachtete Erfolge.

2021 gelang ihm im Khumbu, dem nepalesischen Gebiet am Mount Everest, zusammen mit Hak die erste komplette Besteigung des Kangchung Shar (6063 Meter) über dessen Nordseite sowie die erste Traverse des Bergs: Die beiden stiegen über die Südseite ab. 2022 gehörten Hak, Groh und Bansky zu dem fünfköpfigen tschechischen Team, das die Erstbesteigung des 6859 Meter hohen Chumbu schaffte.

Muchu Chhish
Muchu Chhish

2023 sorgten Hak, Groh und Bansky im Karakorum für ein weiteres alpinistisches Glanzlicht: die Erstbesteigung des 7453 Meter hohen Muchu Chhish, ohne Flaschensauerstoff. Zuvor galt der Muchu Chhish als der zweithöchste noch unbestiegene Berg der Welt, aber der höchste erreichbare: Der 7570 Meter hohe Gankhar Puensum an der Grenze zwischen Bhutan und China ist für Bergsteiger gesperrt. In Bhutan gelten die Berge als Wohnsitz der Götter und dürfen deshalb nicht bestiegen werden.

Klimawandel erhöht alpine Gefahren

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R.I.P.

Die vergangene Woche war eine schwarze für das tschechische Bergsteigen. Einen Tag vor Banskys Tod waren am Mont Blanc zwei Tschechen durch Steinschlag ums Leben gekommen: ein Bergführer und sein Kunde.

Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben in den Alpen die Steinschlaggefahr extrem erhöht. Am Matterhorn in der Schweiz raten die Bergführer deswegen von Besteigungsversuchen ab.

Der Schweizer Alpen-Club (SAC) warnt wegen der anhaltenden Hitze bei Hochtouren vor Blankeis, großen Gletscherspalten und akuter Steinschlaggefahr.

Der Klimawandel lässt grüßen – nicht nur in den Alpen, auch im Karakorum. Am K2 wurden in Lager 1 auf rund 6000 Metern einige Zelte durch Steinschlag zerstört.

Update 25. Juli: Nach Angaben pakistanischer Medien wurden drei ausländische Bergsteiger verletzt, als Steinschlag ihr Basislager zu Füßen der Trango Towers traf. Einer der Bergsteiger habe eine schwere Kopfverletzung erlitten, hieß es. Schlechtes Wetter habe eine sofort angeforderte Rettungsaktion per Hubschrauber verhindert.

Update 26. Juli: Die drei spanischen Bergsteiger, die durch Steinschlag in ihrem Basislager zu Füßen der Trango Towers verletzt wurden, konnten zur weiteren medizinischen Versorgung nach Skardu ins Krankenhaus gebracht werden.