Wohl doch keine einwöchige Zwangs-Quarantäne für Bergtouristen in Nepal

Im Khumbu-Gebiet

Der Countdown läuft. Am 17. Oktober, also in acht Tagen, sollen die ersten Bergtouristen nach Nepal einreisen dürfen. Die am heftigsten umstrittene Vorschrift des Corona-Protokolls für die Besucher aus dem Ausland soll jetzt angeblich fallengelassen werden: die obligatorische einwöchige Quarantäne in einem Hotel in Kathmandu.

Die gewöhnlich gut unterrichtete Zeitung „The Himalayan Times“ (THT) berichtet unter Berufung auf Quellen im Tourismusministerium, eine Ministerrunde habe einen entsprechenden Vorschlag gebilligt. Statt der mindestens siebentägigen Quarantäne mit einem neuerlichen Corona-Test am fünften Tag sollten die Bergsteiger und Trekkingtouristen nun direkt am Flughafen einen Corona-Schnelltest oder einen Antikörpertest machen. Weiterhin verpflichtend bleibe die Vorlage eines negativ ausgefallenen Tests im Heimatland der Touristen, der nicht älter als 72 Stunden sein dürfe.

Details sollen in Kürze verkündet werden

Angeblich verzichtet die Regierung auch darauf, bei der Einreise eine Auslandskrankenversicherung über mindestens 5000 US-Dollar einzufordern. Allerdings, so die THT, müssten die Touristen erklären, dass sie selbst oder ihr Reiseveranstalter die Behandlungskosten im Falle einer COVID-19-Infektion in Nepal trügen.

Tourismusminister Yogesh Bhattarai bestätigte der THT lediglich, dass man den Bedenken der Branche Rechnung getragen habe. Nach Konsultationen mit dem Corona-Krisenstab werde das überarbeitete, vom 17. Oktober an verbindliche Protokoll für die Einreisenden in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Über 100.000 Corona-Infektionen

Von einer Corona-Entwarnung in Nepal kann derzeit keine Rede sein, ganz im Gegenteil. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie registrierten Infektionen überstieg heute die Marke von 100.000.

Allein am Donnerstag kamen 4363 Infektionen dazu, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag in Nepal. In dem Himalayastaat starben bisher 600 Menschen an COVID-19. Und die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Vor diesem Hintergrund ist kaum damit zu rechnen, dass in diesem Herbst viele Bergsteiger und Trekkingtouristen in den Himalayastaat kommen – Zwangsquarantäne hin oder her.

Bergsteiger aus Bahrain im Manaslu-Basislager

Manaslu BC Bahrain
Basislager der Expedition aus Bahrain am Manaslu

Das Expeditionsteam der königlichen Palastwache Bahrains, das mit einer Sondergenehmigung bereits im Land weilt, hat inzwischen das Basislager am Manaslu auf 4800 Metern bezogen. Sherpas des nepalesischen Expeditionsveranstalters Seven Summit Treks haben die Route mit Fixseilen bis hinauf nach Lager 4 auf dem Gipfelplateau gesichert, 7400 Meter hoch. Wenn das Wetter mitspielt, dürfte es in der kommenden Woche einen ersten Gipfelversuch geben. Mit 8163 Metern ist der Manaslu der achthöchste Berg der Erde.